Mein treuer Begleiter: 12.000 Kilometer mit dem Riese & Müller Supercharger 2

Es gibt Fahrräder, die sind einfach nur ein Fortbewegungsmittel. Und es gibt Fahrräder, die einen über viele Jahre auf Reisen begleiten, mit denen man unzählige Erlebnisse verbindet und von denen man sich nur schwer trennen möchte. Mein Riese & Müller Supercharger 2 gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.

Inzwischen stehen 12.000 Kilometer auf dem Tacho. Viele davon habe ich auf mehrtägigen Radreisen durch Deutschland, Belgien und die Niederlande zurückgelegt. Das Supercharger hat mich zuverlässig durch flache Flusslandschaften, über ehemalige Bahntrassen und durch so manches Mittelgebirge begleitet. Nach dieser Laufleistung ist es Zeit für einen ausführlicheren Erfahrungsbericht. Was gefällt mir besonders gut, wo liegen die Schwächen und würde ich mich heute wieder für dieses Fahrrad entscheiden?

Mein Supercharger 2: Ein Reiserad nach meinen Vorstellungen

Bei der Auswahl meines Fahrrads waren mir vor allem Zuverlässigkeit, Komfort und eine möglichst große Reichweite wichtig. Ich bin kein sportlicher Mountainbiker. Mir geht es beim Radfahren darum, Landschaften zu entdecken, interessante Städte kennenzulernen und auch längere Strecken entspannt zurückzulegen. Besonders gerne fahre ich auf Flussradwegen und ehemaligen Bahntrassen.

Mein Supercharger 2 ist technisch gesehen ein Pedelec. Der Motor unterstützt mich nur, wenn ich in die Pedale trete. Auf meinem Blog verwende ich dafür den allgemein gebräuchlichen Begriff E-Bike.

Mein Supercharger 2 ist dafür hervorragend ausgestattet:

  • Motor: Bosch Performance Line CX, 4. Generation
  • Akkus: Bosch DualBattery mit insgesamt 1.250 Wh
  • Schaltung: Rohloff Speedhub mit elektronischer E-14-Schaltung
  • Antrieb: Gates-Zahnriemen
  • Navigation: Bosch Nyon 2
  • Bereifung: Schwalbe Marathon Plus MTB, 62-584
  • Gepäck: Ortlieb Back-Roller Pro Plus

Diese Kombination hat sich auf meinen Reisen ausgesprochen gut bewährt. Gerade die beiden großen Akkus, die Rohloff-Schaltung und das Nyon 2 sind Ausstattungsmerkmale, auf die ich inzwischen nur ungern verzichten würde.

Zwei Akkus: Für mich einer der größten Vorteile

Das DualBattery-System mit insgesamt 1.250 Wh ist für mich eine der wichtigsten Eigenschaften des Supercharger. Ich möchte meine Tagesetappen nicht ständig danach planen müssen, wo ich unterwegs einen Akku aufladen kann. Gerade auf längeren Reisen ist es angenehm, morgens loszufahren und zu wissen, dass genügend Energiereserven vorhanden sind. Touren über 100 Kilometer sind unter günstigen Bedingungen durchaus möglich, wobei die tatsächliche Reichweite natürlich von vielen Faktoren abhängt.

Vor allem Wind, Höhenmeter, Gepäck und die gewählte Unterstützungsstufe spielen eine erhebliche Rolle. Das habe ich auf unserer großen Niederlande-Rundreise im Sommer 2026 wieder deutlich gemerkt. Obwohl die Strecken überwiegend flach verliefen, konnte kräftiger Gegenwind den Energieverbrauch erheblich erhöhen. Die beiden Akkus bieten mir deshalb nicht nur eine große Reichweite, sondern vor allem ein gutes Gefühl und zusätzliche Freiheit bei der Tourenplanung.

Bosch Nyon 2: Ein Navigationssystem, das ich nicht missen möchte

Eines der wichtigsten Ausstattungsmerkmale meines Supercharger ist für mich das Bosch Nyon 2. Ich mag Navigationsgeräte mit einer richtigen Kartendarstellung, wie man sie beispielsweise von Garmin kennt. Mir reicht es nicht, wenn ein Display lediglich einen Abbiegepfeil oder die nächste Richtungsänderung anzeigt. Ich möchte unterwegs auch erkennen können, welche Straßen und Wege in meiner Umgebung verlaufen, wie sich die Strecke entwickelt und welche Alternativen es möglicherweise gibt. Gerade auf mehrtägigen Radreisen ist dieser Überblick für mich ausgesprochen wertvoll.

Meine Strecken plane ich überwiegend mit Komoot und übertrage sie anschließend auf das Nyon 2. Während der Fahrt habe ich die Karte direkt vor mir und sehe gleichzeitig Geschwindigkeit, Akkustand, Unterstützungsstufe und weitere Fahrdaten. Besonders gefällt mir, dass ich dafür kein Smartphone am Lenker benötige. Mein Smartphone gehört unterwegs in die Tasche. Das Nyon 2 ist dagegen vollständig in das Bosch-System integriert und funktioniert mit heruntergeladenem Kartenmaterial auch ohne ständige Internetverbindung.

So zufrieden ich mit dem Nyon 2 bin, so schade finde ich die Entwicklung bei Bosch. Der Schwerpunkt liegt inzwischen auf dem neuen smarten System, und für das ältere Nyon 2 sind größere funktionale Weiterentwicklungen offenbar nicht mehr zu erwarten. Immerhin wird das vorhandene System noch gepflegt. So wurde beispielsweise im April 2026 das Kartenmaterial aktualisiert. Trotzdem bedauere ich, dass Bosch keinen unmittelbaren Nachfolger mit derselben eigenständigen Bedienung und Kartendarstellung anbietet.

Die aktuellen Kiox-Displays können inzwischen ebenfalls Karten darstellen, arbeiten aber wesentlich stärker mit der eBike Flow App zusammen. Für mich ist das nicht unbedingt ein Fortschritt. Ein gutes Navigationssystem gehört für mich zu einem hochwertigen Reiserad genauso dazu wie ein zuverlässiger Motor oder eine gute Schaltung. Das ist auch einer der Gründe, warum ich über einen möglichen Nachfolger meines Supercharger noch nicht entschieden habe.

Die Rohloff E-14: Ein großer Komfortgewinn

Auch die Rohloff-Schaltung möchte ich nicht mehr missen. Die 14 Gänge bieten eine große Bandbreite, die sowohl auf flachen Strecken als auch bei längeren Anstiegen gut zu meinen Anforderungen passt. Auf ebenen Radwegen fahre ich häufig im zehnten Gang. Wenn es bergauf geht, nutze ich je nach Steigung die unteren Gänge. Die elektronische E-14-Schaltung macht die Bedienung angenehm einfach, was ich gerade auf langen Touren sehr schätze.

Natürlich bleibt auch eine hochwertige Schaltung nicht vollständig von technischen Problemen verschont. Anfang 2026 musste die elektronische Schaltbetätigung erneuert werden. Das war ärgerlich, ändert aber nichts an meiner insgesamt sehr positiven Einschätzung. In Verbindung mit dem Gates-Riemenantrieb ist die Rohloff für mich eine nahezu ideale Lösung. Kein regelmäßiges Ölen einer Fahrradkette, wenig Schmutz und ein insgesamt geringer Pflegeaufwand. Gerade auf Reisen ist das ein erheblicher Vorteil.

Mit Gepäck auf mehrtägigen Radreisen

Mein Supercharger ist kein leichtes Fahrrad. Mit zwei Akkus, Rohloff-Schaltung, Gepäckträger und voll beladenen Packtaschen kommt einiges an Gewicht zusammen. Trotzdem fährt es sich auch mit Gepäck ausgesprochen stabil. Für meine mehrtägigen Reisen nutze ich die Ortlieb Back-Roller Pro Plus, in denen sich alles unterbringen lässt, was ich unterwegs benötige. Die große Akkukapazität und das stabile Fahrverhalten machen das Supercharger für mich zu einem echten Reiserad.

Sein Gewicht zeigt sich allerdings spätestens dann, wenn ich es einmal schieben, rangieren oder anheben muss. Auch bei der Unterbringung in Hotels kann das eine Rolle spielen. Auf unseren Reisen haben wir die unterschiedlichsten Fahrradabstellmöglichkeiten kennengelernt. Von großzügigen, abschließbaren Fahrradräumen bis zu engen Abstellplätzen war alles dabei. Manchmal ist auch das Laden der Akkus etwas umständlich. Dann müssen sie ausgebaut und auf dem Hotelzimmer geladen werden. Solche Dinge gehören inzwischen ganz selbstverständlich zu unserer Reiseplanung.

12.000 Kilometer: Nicht immer ohne technische Probleme

Natürlich verliefen die vergangenen 12.000 Kilometer nicht völlig problemlos. Besonders unangenehm war eine Entdeckung kurz vor unserer großen Niederlande-Rundreise im Sommer 2026. An den Hinterradfelgen unserer Supercharger waren Risse aufgetreten. Ausgerechnet unmittelbar vor einer längeren Radreise war das natürlich alles andere als erfreulich. Glücklicherweise konnten die Laufräder noch rechtzeitig fachgerecht neu aufgebaut werden. Während der anschließenden Reise funktionierten sie zuverlässig.

Solche Erfahrungen zeigen, dass auch ein hochwertiges Fahrrad regelmäßige Wartung und sorgfältige Kontrollen benötigt. Gerade vor einer mehrwöchigen Reise schaue ich inzwischen besonders aufmerksam auf Laufräder, Reifen, Bremsen und den gesamten Antrieb. Trotz dieser Probleme überwiegen meine positiven Erfahrungen bei Weitem. Das Supercharger hat sich auf langen Etappen, bei schlechtem Wetter, auf unterschiedlichen Radwegen und mit voller Beladung immer wieder bewährt.

Schade, dass das Supercharger nicht mehr gebaut wird

Etwas finde ich inzwischen wirklich bedauerlich: Riese & Müller hat die Produktion des Supercharger eingestellt. Für mich ist das schade, denn gerade dieses Fahrrad vereint viele Eigenschaften, die ich mir von einem hochwertigen Reiserad wünsche. Zwei große, vollständig integrierte Akkus, eine Rohloff-Schaltung, ein wartungsarmer Riemenantrieb, eine komfortable Sitzposition und ein stabiles Fahrverhalten. Natürlich entwickelt sich die Fahrradtechnik weiter. Neue Motoren, modernere Displays und zusätzliche Komfortfunktionen sind durchaus interessant. Aber ist neuer deshalb automatisch besser? Für mich jedenfalls nicht.

Wenn ich heute über ein neues Fahrrad nachdenken würde, käme innerhalb des Riese & Müller-Programms vor allem das Superdelite5 infrage. Es bietet ebenfalls zwei integrierte Akkus, in der aktuellen Ausführung mit insgesamt 1.200 Wh. Auch eine Rohloff-Version ist erhältlich. Die Vollfederung wäre sicherlich ein zusätzlicher Komfortgewinn, gerade auf längeren Strecken und weniger guten Radwegen. Allerdings wäre das Superdelite auch ein anderes Fahrradkonzept.

Vor allem die Navigation müsste mich überzeugen. Das aktuelle Bosch-System mit Kiox-Display entspricht nicht vollständig meinen Vorstellungen von einer eigenständigen Kartennavigation. Ich möchte nach wie vor ein vollwertiges Navigationsgerät direkt am Fahrrad haben, möglichst ohne Abhängigkeit von einem Smartphone am Lenker. Deshalb bin ich mit einem Wechsel noch zurückhaltend. Und schließlich gibt es einen ganz einfachen Grund, weshalb ich mir derzeit kein neues Fahrrad kaufen möchte: Mein Supercharger gefällt mir nach 12.000 Kilometern noch immer ausgesprochen gut. Warum sollte ich mich also jetzt davon trennen?

Mein Fazit: Ein treuer Begleiter, der bleiben darf

Nach 12.000 Kilometern kann ich sagen, dass das Riese & Müller Supercharger 2 für meine Vorstellungen vom Radreisen nahezu ideal ist. Besonders schätze ich die große Reichweite, die Rohloff-Schaltung, den wartungsarmen Riemenantrieb und das Bosch Nyon 2 mit seiner vollwertigen Kartennavigation. Natürlich hat das Fahrrad auch Schwächen. Das hohe Gewicht ist nicht immer angenehm, und technische Probleme hat es ebenfalls gegeben. Zudem ist absehbar, dass die ältere Bosch-Technik irgendwann an ihre Grenzen stoßen wird.

Trotzdem habe ich bisher kein anderes Fahrrad gefunden, das mich insgesamt so sehr überzeugt. Die Einstellung der Supercharger-Baureihe finde ich schade. Vielleicht wird das Superdelite irgendwann einmal eine Alternative, im Augenblick sehe ich dafür allerdings keinen Anlass. Mein Supercharger hat mich auf wunderbaren Reisen begleitet, unter anderem durch Belgien, die Niederlande und viele Regionen Deutschlands. Mit dem Fahrrad verbinde ich inzwischen unzählige Erinnerungen an schöne Landschaften, interessante Begegnungen und lange Tage unterwegs.

12.000 Kilometer liegen hinter uns. Und wenn es nach mir geht, kommen noch viele weitere dazu.

Stand: Oktober 2026


Du hast Fragen zu meinem Supercharger 2 oder eigene Erfahrungen mit diesem Fahrrad gemacht? Ich freue mich über eine Nachricht über mein Kontaktformular.


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