Eine E-Bike-Rundreise durch die Niederlande von Hameln nach Texel, Amsterdam und zurück: E-Bike-Rundreise Niederlande
Nach längerer Zeit führte uns unsere Sommerradreise 2026 wieder einmal in die Niederlande. Die Kombination aus hervorragender Radinfrastruktur, Wasserwegen, historischen Städten und abwechslungsreichen Landschaften hatte uns schon bei früheren Touren begeistert. Dieses Mal wollten wir vor allem einen neuen Höhepunkt kennenlernen: die Insel Texel.
Ursprünglich war eine besondere Route geplant: Mit dem Fahrrad über den berühmten Abschlussdeich und anschließend weiter Richtung Nordholland. Doch dieser Plan musste geändert werden, denn der Abschlussdeich war wegen umfangreicher Bauarbeiten für Fahrräder weiterhin gesperrt. Als Alternative entschieden wir uns für die Fahrt über den Markerwaarddijk zwischen Lelystad und Enkhuizen. Auch dieser große Verbindungsdeich über das IJsselmeer wurde zu einem besonderen Erlebnis unserer Reise.
Kurz vor dem Start wurde die Vorfreude allerdings getrübt. Nur eine Woche vor der Abfahrt entdeckten wir Risse an den Felgen der Hinterräder unserer Riese & Müller Supercharger. Bei einer langen Radreise mit Gepäck sind zuverlässige Laufräder entscheidend und plötzlich war unklar, ob unsere geplante Tour überhaupt stattfinden konnte.
Doch die Werkstatt leistete hervorragende Arbeit. Beide Hinterräder wurden neu aufgebaut und rechtzeitig vor dem Start fertig. Damit war der Weg frei für unsere Reise. Rückblickend war diese Reparatur zwar ein unerwartetes Problem kurz vor der Abfahrt, aber sie hat entscheidend dazu beigetragen, dass wir diese Tour sicher durchführen konnten.
Die Schwerpunkte unserer Reise waren Texel und Amsterdam, für die wir jeweils zwei Übernachtungen eingeplant hatten. Texel sollte uns die besondere Mischung aus Nordsee, Dünen und Inselatmosphäre zeigen. Amsterdam stand für Kultur, Geschichte und das besondere Flair einer niederländischen Großstadt.
Auch Rotterdam war mit zwei Übernachtungen ein wichtiger Zwischenstopp. Die Stadt ließ sich nicht ganz so kompakt erkunden wie Amsterdam, aber das historische Hotel New York und vor allem die Fahrt mit dem Wassertaxi waren Erlebnisse, die uns in Erinnerung bleiben werden.
Am Ende entstand eine abwechslungsreiche Rundreise: von Hameln durch Niedersachsen, über die Niederlande mit Nordseeküste, Inseln und Grachtenstädten, durch die Veluwe und das Münsterland zurück nach Hause.
Diese E-Bike-Rundreise Niederlande bietet unvergessliche Erlebnisse und atemberaubende Landschaften.
Reisedaten
Zeitraum: 18. Juli bis 4. August 2026
Strecke: Hameln – Niederlande – Münsterland – Hameln
Distanz: 1.429 km
Etappen: 15 Tagesfahrten
Gesamtdauer der aufgezeichneten Touren: 113 Stunden 17 Minuten (inklusive Pausen)
Höhenmeter: 3.350 m
Räder: Riese & Müller Supercharger 2 Dual mit Rohloff-Schaltung
Unsere E-Bike-Rundreise Niederlande
Etappe 1: Von der Weser zum Dümmer See
Hameln – Stemshorn
Samstag, 18. Juli 2026
101 km | 7:35 Stunden Tourdauer inklusive Pausen | 380 Höhenmeter

Nach den turbulenten Tagen vor der Abfahrt konnten wir es kaum erwarten, endlich loszufahren. Unsere Sommerradreise 2026 stand kurz vor dem Start noch auf der Kippe: Nur eine Woche vorher hatten wir Risse an den Felgen der Hinterräder entdeckt. Für unsere Riese & Müller Supercharger mit Gepäck war klar, dass wir dieses Risiko nicht eingehen konnten.
Dank der schnellen und professionellen Arbeit der Werkstatt wurden beide Hinterräder rechtzeitig neu aufgebaut. Damit konnte unsere Reise wie geplant beginnen. Mit frisch aufgebauten Laufrädern und großer Vorfreude starteten wir am Samstagmorgen direkt an der Weser in Hameln.

Die ersten Kilometer führten uns zunächst durch vertraute Landschaft. Doch wie immer bei einer längeren Radreise änderte sich das Gefühl schnell: Aus der bekannten Umgebung wurde wieder ein neues Abenteuer. Hinter Hameln ließen wir den Alltag mehr und mehr hinter uns und fuhren Richtung Westen.
Das Wetter spielte zum Auftakt gut mit. Bei wechselnder Bewölkung und sonnigen Abschnitten blieben die Bedingungen angenehm. Es war sommerlich warm, aber noch weit entfernt von der Hitze, die uns am Ende der Reise begleiten sollte.

Die Route führte uns über ruhige Wege durch Niedersachsen, vorbei an Feldern, kleinen Orten und abwechslungsreichen Landschaften. Die erste Etappe war mit gut 100 Kilometern bereits eine ordentliche Strecke, aber als Auftakt genau richtig: lang genug, um wieder in den Reiserhythmus zu kommen, aber ohne große Belastungen.
Unterwegs gehörten natürlich auch die ersten Pausen dazu. Gerade diese Momente machen für uns den Reiz einer Radreise aus: nicht nur Kilometer sammeln, sondern anhalten, schauen und die Umgebung bewusst wahrnehmen.

Am Nachmittag erreichten wir schließlich Stemshorn am Dümmer See. Die erste Etappe war geschafft. Die Sorge wegen der beschädigten Felgen war vergessen, die Räder liefen problemlos und vor uns lagen noch viele spannende Tage in den Niederlanden.
Der Start war gelungen.

Rückblick auf den ersten Tag
Der Auftakt zeigte bereits, was diese Reise ausmachen sollte: abwechslungsreiche Landschaften, entspannte Radwege und die Mischung aus sportlicher Herausforderung und Genuss. Noch ahnten wir nicht, dass uns neben vielen schönen Eindrücken später auch einige sehr heiße Tage erwarten würden.
Etappe 2: Vom Dümmer See zur Thülsfelder Talsperre
Stemshorn – Thülsfelder Talsperre
Sonntag, 19. Juli 2026
82 km | 6:19 Stunden Tourdauer inklusive Pausen | 170 Höhenmeter

Der zweite Tag unserer Sommerradreise begann deutlich wechselhafter als der Auftakt. Nach dem ersten Abend am Dümmer See wartete am Morgen Regen auf uns. Dazu kam ein kräftiger Wind, der allerdings aus der richtigen Richtung kam: Er begleitete uns auf weiten Strecken in Fahrtrichtung und machte die ersten Kilometer trotz des nassen Starts gut fahrbar.
Die frische Morgenluft und die ruhige Landschaft rund um den Dümmer See hatten trotzdem ihren besonderen Reiz. Gerade solche Momente gehören für uns zu einer Radreise dazu: Man startet nicht immer bei blauem Himmel, aber oft entstehen gerade dann besondere Eindrücke.

Unsere Route führte uns weiter nach Westen und über ruhige Wege durch das Oldenburger Münsterland. Die Strecke verlief überwiegend entspannt durch flaches Gelände. Mit nur wenigen Höhenmetern war es eine typische norddeutsche Etappe: weite Landschaften, kleine Orte und viel Natur.
Unterwegs führte uns die Tour unter anderem über die schöne Pilgerroute. Die ruhigen Wege abseits der großen Straßen machten die Fahrt besonders angenehm.

Der wichtigste Zwischenstopp des Tages wartete in Bakum. Bei Sefis legten wir eine ausgiebige Mittagspause ein. Nach dem regnerischen Vormittag war die Pause genau richtig, um wieder Kraft für den zweiten Teil der Etappe zu sammeln.

Und tatsächlich änderte sich das Wetter: Nach der Mittagspause zeigte sich immer häufiger die Sonne. Der Regen war vergessen und die letzten Kilometer wurden deutlich freundlicher. Die Landschaft wirkte bei besserem Licht gleich wieder ganz anders.
Die Fahrt führte uns weiter Richtung Cloppenburg und schließlich zur Thülsfelder Talsperre. Die Region überraschte mit abwechslungsreichen Landschaften und vielen ruhigen Radwegen.

Am Nachmittag erreichten wir unser Tagesziel, das Hotel Heidegrund an der Thülsfelder Talsperre. Nach dem wechselhaften Start war es ein schöner Abschluss einer Etappe, die wieder einmal gezeigt hat: Beim Radreisen gehört das Wetter einfach dazu.
Rückblick auf den zweiten Tag
Die zweite Etappe war ein typischer Reisetag: morgens Regen und Wind, später Sonne und angenehme Bedingungen. Gerade solche Tage bleiben in Erinnerung, weil man die Veränderung während der Fahrt erlebt. Die Strecke selbst war entspannt und landschaftlich abwechslungsreich, ein guter Übergang auf dem Weg Richtung Niederlande.
Etappe 3: Von Friesoythe nach Delfzijl
Montag, 20. Juli 2026
107 km · 8:10 Std. Gesamtdauer · 130 hm

Nach zwei abwechslungsreichen Etappen durch Niedersachsen führte uns die dritte Etappe weiter Richtung Nordwesten. Unser Ziel war Delfzijl in den Niederlanden. Vor uns lag eine längere Strecke mit wenig Höhenmetern, dafür aber einigen Besonderheiten unterwegs.
Der Tag begann am Hotel Heidegrund in der Nähe der Thülsfelder Talsperre. Die Route führte zunächst durch das Oldenburger Münsterland und die typischen Landschaften dieser Region. Weite Felder, kleine Orte und die für Norddeutschland so charakteristischen Fehnlandschaften begleiteten uns auf dem Weg Richtung Ems.

Ein besonderer Höhepunkt dieser Etappe war die Überquerung der Friesenbrücke bei Weener. Die neue Brücke über die Ems ist nach langer Bauzeit wieder ein wichtiger Bestandteil der Verbindung zwischen Ostfriesland und den Niederlanden. Für Radfahrer gelten dabei besondere Öffnungszeiten, sodass die Planung dieser Etappe auch davon abhängig war.
Dass wir diese Strecke an einem Montag gefahren sind, erwies sich als Vorteil. Nach dem Frühstück konnten wir die Strecke entspannt angehen und erreichten die Brücke passend zu den möglichen Überfahrten.

Nach der Überquerung der Ems machten wir eine Pause in Weener und stärkten uns, bevor es weiter Richtung Niederlande ging.

Hinter der Grenze änderte sich der Charakter der Strecke. Die Landschaft wurde noch offener und wir erreichten den Bereich am Dollart. Die Fahrt auf und neben dem Deich war landschaftlich beeindruckend, aber auch körperlich fordernd. Der kräftige Gegenwind wurde zu unserem ständigen Begleiter und machte besonders die letzten Kilometer deutlich anstrengender als erwartet.

Trotz des flachen Profils war diese Etappe daher kein Selbstläufer. 107 Kilometer mit Gegenwind auf offenen Deichabschnitten fordern auch ohne Steigungen Kraft und Ausdauer.
Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich Delfzijl. Nach den ersten beiden Tagen in Deutschland waren wir nun endgültig in den Niederlanden angekommen und freuten uns auf die kommenden Etappen durch Groningen und Drenthe.

Wetter
Der Tag startete freundlich und trocken. Die Temperaturen waren angenehm für die lange Strecke. Im Verlauf des Tages wurde es wärmer, aber die größte Herausforderung war nicht die Hitze, sondern der kräftige Gegenwind auf den offenen Abschnitten am Dollart.
Fazit des Tages
Eine landschaftlich sehr schöne Etappe mit einem besonderen technischen Highlight: der neuen Friesenbrücke. Die Strecke zeigte aber auch, dass flache Radwege nicht automatisch leicht sind. Der Gegenwind am Dollart machte aus den 107 Kilometern eine echte Ausdaueretappe.
Etappe 4: Delfzijl – Dwingeloo
Dienstag, 21. Juli 2026
98,9 km · 7:53 Std. Gesamtdauer · 100 hm

Nach der langen Etappe gestern mit der Friesenbrücke und dem kräftigen Gegenwind am Dollart wartete heute eine ganz andere Herausforderung auf uns: eine Etappe zum Genießen.
Von Delfzijl ging es zunächst Richtung Groningen. Die lebendige Studentenstadt mit ihrer historischen Altstadt war unser erster Zwischenstopp des Tages.

Groningen ist immer wieder beeindruckend. Alte Backsteinfassaden, kleine Gassen und eine große Zahl an Fahrrädern prägen das Stadtbild. Wir nutzten die Gelegenheit für eine Pause und genossen bei einem Café einen Texels.

Anschließend führte uns die Route weiter durch die wasserreiche Landschaft südlich von Groningen. Kleine Wege, Kanäle und typisch niederländische Landschaftsbilder begleiteten uns bis nach Peize.
Dort legten wir eine längere Mittagspause ein. Nachdem das Frühstück im Hotel eher enttäuschend gewesen war, entschädigte uns der Uitsmijter im Restaurant Bij Boon umso mehr. Genau die richtige Stärkung für den zweiten Teil der Etappe.

Hinter Peize begann für uns der schönste Abschnitt des Tages. Die Route führte hinein in die Landschaft Drenthes. Kilometerlange, hervorragend ausgebaute Radwege verliefen durch Wälder, Heideflächen und ruhige Naturgebiete.
Der Nationalpark Drents-Friese Wold zeigte sich von seiner schönsten Seite. Nahezu autofreie Wege, viel Grün und offene Heidelandschaften machten diesen Abschnitt zu einem der schönsten der gesamten Reise.

Das Wetter passte perfekt dazu. Mit Temperaturen zwischen etwa 11 und 23 °C, viel Sonne und nur wenig Wind herrschten ideale Bedingungen zum Radfahren. Nach den teilweise anstrengenden Tagen zuvor war dies eine echte Genussetappe.

Kurz vor dem Ziel gab es dann noch eine kleine Überraschung. Die Navigation auf dem Bosch Nyon führte uns mit offenbar veraltetem Kartenmaterial nicht ganz auf die geplante Strecke.

Der Umweg war aber schnell erkannt und wir fanden problemlos wieder zurück auf die richtige Route. Solche kleinen Überraschungen gehören inzwischen fast schon zu einer längeren Radreise dazu.
Am Nachmittag erreichten wir schließlich Dwingeloo und unser Hotel Borken. Nach der Ankunft blieb Zeit zum Erholen und um die ruhige Umgebung zu genießen.

Wetter
Ein nahezu perfekter Radtag. Nach dem Wind vom Vortag war es heute deutlich angenehmer: sonnig, trocken und mit Temperaturen von etwa 11 bis 23 °C ideal für eine lange Etappe.
Fazit des Tages
Diese Etappe gehörte für uns zu den schönsten der gesamten Reise. Groningen als lebendige Stadt, die Pause in Peize und anschließend die fantastischen Radwege durch die Wälder und Heidelandschaften Drenthes machten diesen Tag zu einem echten Höhepunkt.
Nach der Herausforderung am Dollart zeigte sich heute wieder, warum die Niederlande eines unserer liebsten Ziele für Radreisen sind: hervorragende Wege, abwechslungsreiche Landschaften und entspanntes Radfahren.
Etappe 5: Dwingeloo – Elburg
Mittwoch, 22. Juli 2026
101 km · 7:38 Std. Gesamtdauer · 130 Höhenmeter

Nach der beeindruckenden Natur-Etappe durch den Nationalpark Drents-Friese Wold hieß es heute Abschied nehmen von Drenthe. Die Region hatte uns mit ihren weiten Heidelandschaften, den Wäldern und den hervorragend ausgebauten Radwegen begeistert.
Auch heute zeigte sich wieder, warum die Niederlande für Radreisen so besonders sind: Die Route führte uns auf ruhigen Wegen durch abwechslungsreiche Landschaften, fast immer abseits des Autoverkehrs.

Unser Weg führte zunächst weiter Richtung Westen. Die Landschaft blieb geprägt von Wasser, Wiesen und kleinen Orten. Nach den ersten Kilometern erreichten wir Hasselt.
Die kleine Hansestadt an der Overijsselse Vecht lud zu einer entspannten Mittagspause ein. Mit ihren historischen Gebäuden, den Grachten und dem typisch niederländischen Stadtbild war Hasselt ein schöner Zwischenstopp auf unserer Etappe.

Anschließend ging es weiter nach Zwolle. Die alte Hansestadt gehört zu den sehenswertesten Städten der Region. Die historische Altstadt mit ihren engen Gassen, den Backsteinfassaden und zahlreichen gut erhaltenen Gebäuden zeigt noch heute die Bedeutung, die Zwolle früher als Handelsstadt hatte.

Hinter Zwolle wartete ein besonderer Abschnitt der Tour: die Überquerung der IJssel.
Die IJssel ist einer der markantesten Flüsse der Niederlande. Sie zweigt bei Arnhem vom Rhein ab und fließt anschließend nach Norden, bevor sie bei Kampen in das IJsselmeer mündet. Für Radfahrer ist sie ein besonderer Erlebnisraum, denn entlang des Flusses wechseln sich Deiche, Auenlandschaften und weite Blicke über das Wasser ab.

Spannend ist die Geschichte dieses Flusses, denn sie verbindet die Niederlande mit unserer eigenen Region.
Die heutige IJssel ist eng mit der Oude IJssel verbunden. Die Oude IJssel, auf deutscher Seite auch Issel genannt, entspringt bei Raesfeld im Münsterland und fließt über Isselburg und Doetinchem bis nach Doesburg. Dort mündet sie in die heutige IJssel.
Der alte Flusslauf der Oude IJssel existierte bereits, bevor die Verbindung zum Rhein entstand. Durch natürliche Veränderungen im Flusssystem und vermutlich auch durch Hochwasserereignisse fand Rheinwasser einen neuen Weg in diesen alten Lauf. So entstand die Verbindung, die wir heute als Gelderse IJssel kennen.
Man könnte also sagen: Die IJssel ist ein Fluss mit zwei Geschichten. Ein alter Flusslauf aus dem Münsterland wurde durch den Rhein zu einem bedeutenden niederländischen Strom.

Auch der Name des Flusses ist interessant. Das niederländische IJ ist eine besondere Buchstabenkombination und wird wie ein eigener Buchstabe behandelt. Am Wortanfang wird es immer groß geschrieben: IJssel. Die Aussprache erinnert ungefähr an ein deutsches „ei“. Deshalb ist die Schreibweise mit „IJ“ typisch niederländisch und gehört genauso zur Landschaft wie die Deiche und Wasserwege.

Nach der Flussüberquerung führte die Strecke weiter durch die offene Landschaft Richtung Veluwe. Die letzten Kilometer brachten uns schließlich zu unserem Tagesziel: Elburg.
Schon bei der Ankunft war klar: Diese Stadt ist etwas Besonderes.
Elburg ist eine ehemalige Festungs- und Hansestadt, deren mittelalterlicher Charakter bis heute außergewöhnlich gut erhalten geblieben ist. Die geraden Straßen innerhalb der alten Stadtanlage, die Stadtmauer, die kleinen Gassen und der historische Hafen vermitteln einen Eindruck davon, wie bedeutend dieser Ort früher war.

Nach 101 Kilometern war Elburg ein perfekter Abschluss dieser abwechslungsreichen Etappe. Nach den Naturerlebnissen in Drenthe und den Wasserlandschaften rund um Zwolle wartete hier noch einmal ein ganz anderes Highlight: eine historische Stadt wie aus einem Bilderbuch.

Wetter
Der Tag zeigte sich typisch niederländisch sommerlich: angenehm kühl mit Temperaturen von etwa 15 bis 20 °C. Der Himmel blieb überwiegend bewölkt, dazu gab es einzelne Regenschauer.
Vor allem der kräftige Nordwestwind machte die Fahrt zeitweise anspruchsvoll. Dafür waren die Bedingungen für lange Strecken deutlich angenehmer als bei großer Hitze.
Fazit des Tages
Eine der abwechslungsreichsten Etappen unserer Tour.
Von den Naturwegen Drenthes über die Hansestädte Hasselt und Zwolle bis zur geschichtsträchtigen IJssel und dem mittelalterlichen Elburg bot diese Strecke unglaublich viele Eindrücke auf nur einem Tag.
Besonders schön war wieder einmal zu erleben, wie eng Landschaft, Wasser und Geschichte in den Niederlanden miteinander verbunden sind. Elburg war dabei ein würdiger Abschluss einer Etappe, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Etappe 6: Elburg – Den Oever
Donnerstag, 23. Juli 2026
109 km · 8:00 Std. Gesamtdauer · 160 Höhenmeter

Nach dem historischen Elburg führte uns die heutige Etappe wieder hinein in die typische niederländische Wasserlandschaft. Zunächst ging es durch die weite Polderlandschaft Richtung Lelystad.
Die Landschaft wirkte fast grenzenlos: gerade Wege, viel Himmel und überall die Erinnerung daran, dass hier früher einmal Wasser war. Die Niederlande zeigen auf dieser Strecke eindrucksvoll, wie eng Landschaft und Wasserbau miteinander verbunden sind.

Unser eigentliches Tageshighlight wartete aber noch: der Houtribdijk, auch Markerwaarddijk genannt.
Dieser rund 30 Kilometer lange Damm verbindet Lelystad in Flevoland mit Enkhuizen in Noord-Holland. Er trennt das Markermeer vom IJsselmeer und ist eines der beeindruckendsten Wasserbauwerke der Niederlande.

Schon die ersten Kilometer auf dem Damm waren ein besonderes Erlebnis. Links und rechts nur Wasser, dazu der weite Blick über die beiden großen Seen. Die Vorstellung, dass hier mitten durch das ehemalige Zuiderzee-Gebiet eine künstliche Verbindung geschaffen wurde, macht diese Strecke so außergewöhnlich.
Doch an diesem Tag zeigte sich der Damm auch von seiner anspruchsvollen Seite.
Der kräftige Nordwestwind kam fast genau von vorne und machte aus der vermeintlich flachen Strecke eine echte Herausforderung. Wir reduzierten bewusst die Unterstützung und fuhren teilweise im Sportmodus, um den Akku zu schonen. Trotzdem zeigte sich deutlich, wie stark der Gegenwind den Energieverbrauch beeinflusst: Trotz der flachen Strecke sank der Akkustand deutlich schneller als erwartet.

Auffällig war auch der Radverkehr auf dem Damm: Fast ausschließlich kamen uns Radfahrer entgegen. Die meisten waren offenbar in der anderen Richtung unterwegs und hatten damit den kräftigen Rückenwind auf ihrer Seite. Für uns bedeutete jeder Kilometer gegen den Wind dagegen echte Arbeit.
Nach der langen Fahrt über den Damm erreichten wir schließlich Enkhuizen.

Die historische Hafenstadt war die perfekte Belohnung. Direkt am Wasser legten wir unsere Mittagspause ein und genossen das maritime Flair mit den alten Hafenanlagen, den historischen Gebäuden und den vielen Schiffen.
Enkhuizen gehört zu den schönsten alten Hafenstädten am IJsselmeer und war früher ein bedeutender Handelsplatz der niederländischen Ostindien-Kompanie.

Von dort führte die Strecke weiter über Medemblik und entlang der Küste des IJsselmeers nach Den Oever am nördlichen Ende des Abschlussdeiches.
Nach dem eindrucksvollen Damm und den vielen Kilometern am Wasser war Den Oever zunächst ein eher ruhiger Ort. Der kleine Hafen wirkte am Nachmittag fast verschlafen. Umso größer war die Überraschung am Abend: In einer hervorragenden Tapas-Bar direkt am Hafen ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.

Wetter
Ein kühler niederländischer Sommertag mit etwa 16 bis 21 °C. Der Himmel blieb überwiegend bewölkt, zwischendurch gab es sonnige Abschnitte. Regen spielte kaum eine Rolle.
Der entscheidende Faktor war jedoch der kräftige Nordwestwind, der uns praktisch den gesamten Tag begleitete und besonders auf dem Houtribdijk spürbar wurde.
Fazit des Tages
Diese Etappe hatte zwei völlig unterschiedliche Gesichter: Einerseits die beeindruckende niederländische Wasserbaukunst mit dem Houtribdijk, andererseits die körperliche Herausforderung durch den starken Gegenwind.
Der Damm war ohne Frage eines der großen Erlebnisse der Reise. Kilometerweit geradeaus zwischen zwei großen Wasserflächen zu fahren, ist ein Erlebnis, das man so nur in den Niederlanden findet.
Gleichzeitig zeigte der Tag auch die Grenzen eines E-Bikes: Selbst mit einem Riese & Müller Supercharger mit DualBattery kann ein langer Abschnitt mit starkem Gegenwind den Energieverbrauch deutlich erhöhen.
Am Ende blieb vor allem die Erinnerung an eine außergewöhnliche Strecke, eine schöne Pause in Enkhuizen und einen besonderen Abend in Den Oever.
Etappe 7: Den Oever – De Koog auf Texel
Freitag, 24. Juli 2026
48 km · 4:44 Std. Gesamtdauer · 80 Höhenmeter
Nach der langen und windigen Etappe über den Houtribdijk lag heute bewusst ein deutlich kürzerer Tag vor uns. Unser großes Ziel war Texel – eine Insel, die wir schon lange einmal mit dem Fahrrad kennenlernen wollten.

Von Den Oever führte die Route zunächst durch die weite Küsten- und Polderlandschaft Richtung Den Helder. Nach dem anstrengenden Vortag war es angenehm, ohne Zeitdruck unterwegs zu sein. Die Landschaft war offen, der Himmel weit und die Nähe zum Meer ständig spürbar.

Mit dem Fahrrad auf die Fähre
Der eigentliche Höhepunkt des Tages war die Überfahrt nach Texel. Am Fährterminal in Den Helder folgten wir dem separaten Zugang für Fahrräder. Dort lernten wir auch ein neues niederländisches Wort: Auf den Schildern wurden Fahrräder offiziell als „Rijwielen“ bezeichnet.
Im normalen Sprachgebrauch sagt man in den Niederlanden meistens fiets oder im Plural fietsen. „Rijwiel“ klingt formeller und etwas altmodischer, wird aber noch immer auf amtlichen Schildern, in Verkehrsregeln oder an Verkehrsanlagen verwendet. Wörtlich lässt es sich ungefähr mit „Fahr- oder Reiserad“ übersetzen.

Die Abfertigung war unkompliziert. Gemeinsam mit den anderen Radfahrern rollten wir auf die Fähre Texelstroom. Schon die kurze Überfahrt vermittelte echtes Inselfeeling: Wind, Möwen, Wasser und am Horizont das neue Tagesziel.

Die TESO-Fähren verbinden Den Helder mit ’t Horntje im Süden von Texel. Die eigentliche Überfahrt dauert nur ungefähr zwanzig Minuten, trotzdem markierte sie für uns einen deutlichen Übergang: Nach vielen Kilometern durch das niederländische Festland begann nun der Inselteil unserer Reise.

Durch die Dünen nach De Koog
Nach der Ankunft führte unsere Route zunächst über den südlichen Teil der Insel. Bald erreichten wir die Dünenlandschaft an der Westküste. Auf ruhigen Radwegen fuhren wir durch Heideflächen, Wälder und immer wieder zwischen hohen Dünen hindurch.
Die Insel zeigte sich bereits auf den ersten Kilometern sehr abwechslungsreich. Statt endloser offener Fläche wechselten sich geschützte Waldabschnitte, Dünen und weite Blicke Richtung Nordsee ab.

Unser Ziel war De Koog, der bekannteste Badeort der Insel. Noch vor dem Einchecken im Hotel kehrten wir in der Oranjerie ’t Vogelhuis ein und stärkten uns mit einem Uitsmijter. Nach der kurzen, aber abwechslungsreichen Etappe war das genau die richtige Mittagspause.

Anschließend bezogen wir unser Zimmer im Hotel Greenside. Da die heutige Strecke deutlich kürzer war als an den Tagen zuvor, blieb am Nachmittag noch ausreichend Zeit für einen ersten Besuch am breiten Nordseestrand.

Ein Nachmittag am Meer
Vom Hotel aus war es nicht weit bis zum Strand. Nach den langen Etappen der vergangenen Tage genossen wir es, einfach am Wasser entlangzugehen und den Tag in einer Strandbar ausklingen zu lassen.
Spätestens jetzt war das gewünschte Inselgefühl vollständig da: Sand, Dünen, Nordseeluft und die Aussicht, am folgenden Tag noch viel mehr von Texel zu entdecken.


Wetter
Am Vormittag war es sonnig und trocken. Mit Temperaturen um 19 bis 20 °C herrschten ideale Bedingungen für die Fahrt nach Den Helder und die ersten Kilometer auf Texel. Auch am Nachmittag blieb das Wetter angenehm – perfekt für den Strand und einen entspannten Ausklang.
Fazit des Tages
Nach der anstrengenden Damm-Etappe war dieser kurze Reisetag genau richtig. Die Fährüberfahrt war nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern ein echter Höhepunkt und der sichtbare Beginn eines neuen Reiseabschnitts.
Mit der Ankunft auf Texel erfüllte sich eines der wichtigsten Ziele unserer Sommertour. Schon der erste Eindruck mit Dünenwegen, Nordseestrand und entspannter Inselatmosphäre machte Lust auf die Rundfahrt am nächsten Tag.
Etappe 8: Texel – IJmuiden
Sonntag, 26. Juli 2026
104 km · 8:52 Std. Gesamtdauer · 410 Höhenmeter

Nach zwei Nächten auf Texel hieß es Abschied nehmen von der Insel. Vor uns lag eine der längsten Etappen der Reise: von De Koog über die Fähre nach Den Helder und anschließend immer entlang der nordholländischen Küste bis nach IJmuiden.
Schon die Wettervorhersage ließ erkennen, dass dieser Tag anspruchsvoll werden würde. In der Wetter-App galt eine orange Windwarnung. Der kräftige Wind sollte uns über viele Stunden begleiten – häufig nicht direkt von vorn, sondern als unangenehmer Seitenwind.
Noch einmal mit der Fähre
Von De Koog fuhren wir zunächst über die Insel zurück zum Fährhafen in ’t Horntje. Nach der unkomplizierten Überfahrt wenige Tage zuvor kannten wir den Ablauf inzwischen: mit den Fahrrädern zum separaten Zugang, gemeinsam mit den anderen rijwielen an Bord und anschließend die kurze Fahrt über das Marsdiep nach Den Helder.

Mit der Ankunft auf dem Festland begann der eigentliche Kraftakt des Tages. Vor uns lagen noch viele Kilometer durch eine der schönsten Küstenlandschaften der Niederlande – allerdings unter Bedingungen, die kaum entspanntes Dahingleiten zuließen.

Durch die Dünen Nordhollands
Von Den Helder führte die Route fast durchgehend nach Süden. Die Radwege verliefen durch Dünen, entlang blühender Felder und durch kleine Küstenorte. Landschaftlich war dies ohne Zweifel eine der reizvollsten Strecken unserer Tour.

Doch der kräftige Seitenwind verlangte ständig Aufmerksamkeit. Besonders auf offenen Abschnitten drückten die Böen unvermittelt gegen die Fahrräder. Mit unseren schweren Superchargern und dem Reisegepäck standen wir zwar stabil auf der Straße, trotzdem mussten wir konzentriert fahren und das Tempo immer wieder anpassen.
Entgegen der zunächst bedrohlichen Wetterprognose blieb es während unserer Fahrt weitgehend trocken. Die Regenbekleidung brauchten wir nicht. Der Wind allein reichte allerdings vollkommen aus, um die Etappe zu einer großen Herausforderung zu machen.

Mittagspause in Petten
In Petten legten wir eine dringend benötigte Pause ein. Bei einem Uitsmijter und einem Texels Skuumkoppe sammelten wir neue Kraft für den langen zweiten Teil der Strecke.

Die Pause tat gut, doch danach warteten noch viele Kilometer. Über Bergen und die Dünenlandschaft bei Egmond ging es weiter Richtung Süden. Normalerweise wäre dies eine Strecke zum Genießen gewesen. An diesem Tag bestimmten jedoch der Wind, die Konzentration und der Blick auf die verbleibende Distanz den Rhythmus.

Akku-Management bei starkem Wind
Wie schon auf dem Houtribdijk zeigte sich auch heute, wie stark Wind den Energieverbrauch eines E-Bikes beeinflussen kann. Obwohl das Höhenprofil mit insgesamt 410 Höhenmetern relativ moderat war, benötigten die Fahrräder deutlich mehr Energie als unter normalen Bedingungen.
Wir mussten deshalb erneut mit den Unterstützungsstufen arbeiten. Auf geschützteren Abschnitten reduzierten wir die Motorunterstützung, während wir bei starken Böen oder besonders anstrengenden Passagen mehr Unterstützung einsetzten. Dieses bewusste Akku-Management war wichtig, damit die Reserven bis IJmuiden reichten.
Unsere übliche Faustregel – etwa 10 Prozent Akku für rund 20 Kilometer – ließ sich bei diesem Wind nur eingeschränkt anwenden. Der Verbrauch hing stark davon ab, wie offen die Strecke war und aus welchem Winkel die Böen kamen.

Erschöpft in IJmuiden
Die letzten Kilometer zogen sich. Nach fast neun Stunden Tourdauer erreichten wir gegen 17 Uhr schließlich das Leonardo Hotel in IJmuiden. Die Ankunft war vor allem eines: eine Erleichterung.

Die Etappe war landschaftlich schön, aber wir hatten nur begrenzt Gelegenheit, die Umgebung wirklich zu genießen. Der starke Seitenwind hatte über Stunden Kraft und Konzentration gefordert. Am Ende waren wir deutlich erschöpfter, als es die nahezu flache Strecke vermuten ließ.
Wetter
Die Temperaturen lagen mit etwa 19 bis 21 °C eigentlich in einem idealen Bereich für eine lange Radtour. Während unserer Fahrt blieb es überwiegend trocken; Regenbekleidung war nicht erforderlich.
Das beherrschende Wetterthema war jedoch der heftige Wind. Die orange Windwarnung erwies sich als berechtigt: starke Böen und anhaltender Seitenwind machten die gesamte Küstenetappe deutlich anstrengender.
Fazit des Tages
Diese Etappe gehörte zu den härtesten Tagen der Reise. Nicht wegen der Höhenmeter und auch nicht allein wegen der 104 Kilometer, sondern wegen des stundenlangen Kampfes mit dem Wind.
Die Dünenlandschaft Nordhollands, die kleinen Küstenorte und die langen Radwege waren beeindruckend. Dennoch blieb von diesem Tag vor allem die körperliche und mentale Anstrengung in Erinnerung.
Manchmal gehören gerade solche Etappen zu einer großen Radreise dazu. Sie sind während der Fahrt nicht unbedingt die schönsten – aber später oft diejenigen, von denen man besonders viel erzählt.
Etappe 9: IJmuiden – Rotterdam
Montag, 27. Juli 2026
88,1 km · 6:30 Std. Gesamtdauer · 210 Höhenmeter

Nach der kräftezehrenden Etappe entlang der nordholländischen Küste entschieden wir uns heute bewusst für die direktere Route durch das Landesinnere. Der Wind war noch spürbar, aber deutlich weniger heftig als am Vortag. Damit ließ sich die Etappe wesentlich entspannter fahren.
Von IJmuiden führte die Strecke zunächst durch Dünen- und Polderlandschaften Richtung Süden. Nach den langen offenen Küstenabschnitten des Vortags wirkte die heutige Route geschützter und abwechslungsreicher.

Mittagspause in Leiden
Ein erster Höhepunkt des Tages war Leiden. Die historische Stadt mit ihren Grachten, Brücken und alten Häusern bot sich ideal für eine längere Pause an.
Wir fanden einen Platz direkt an einer Gracht und konnten bei der Mittagspause das typische niederländische Stadtbild genießen: Fahrräder, Boote, Wasser und historische Fassaden.

Leiden wirkte deutlich ruhiger als Amsterdam oder Rotterdam und hatte dennoch viel städtisches Leben. Nach der anstrengenden Küstenetappe vom Vortag war dieser Zwischenstopp genau richtig.

Über Delft nach Rotterdam
Von Leiden führte die Route weiter Richtung Delft. Auch hier bestimmten Grachten, alte Gebäude und schmale Straßen das Stadtbild. Für einen längeren Aufenthalt blieb diesmal keine Zeit, aber die Durchfahrt vermittelte einen guten Eindruck von der historischen Stadt.

Je näher wir Rotterdam kamen, desto stärker veränderte sich die Umgebung. Die kleinteiligen historischen Städte wichen moderner Architektur, großen Wasserwegen und urbaner Infrastruktur.
Den eindrucksvollsten Moment der Anfahrt bot die Erasmusbrücke. Über sie erreichten wir den südlichen Teil der Innenstadt und schließlich unser Hotel.

Die Erasmusbrücke überspannt die Nieuwe Maas und gehört zu den bekanntesten Bauwerken Rotterdams. Wegen ihres hohen, asymmetrischen Pylons wird sie auch „De Zwaan“, der Schwan, genannt. Für uns war die Überfahrt vor allem ein eindrucksvoller Abschluss der Etappe: Nach fast 90 Kilometern lag das Hotel New York bereits in Sichtweite.
Ankunft im Hotel New York
Unser Ziel war das traditionsreiche Hotel New York auf dem Wilhelminapier. Das Gebäude war früher der Hauptsitz der Holland-Amerika-Lijn und erinnert noch heute an die Zeit, als von hier große Passagierschiffe Richtung Amerika aufbrachen.

Die Unterbringung unserer schweren E-Bikes war allerdings weniger elegant als das Hotel selbst. Akkus und Gepäck mussten zunächst abgenommen werden. Anschließend trugen wir die immer noch schweren Fahrräder über eine Treppe in einen Veranstaltungsraum.
Immerhin standen sie dort sicher, und nach der anstrengenden Organisation konnten wir endlich unser Zimmer beziehen.

Am Abend erkundeten wir noch die alten Hafenbecken rund um das Hotel. Historische Kräne, Schiffe und die moderne Skyline bildeten einen spannenden Kontrast.

Wetter
Mit Temperaturen von etwa 19 bis 21 °C herrschten erneut gute Bedingungen zum Radfahren. Der Wind war zwar noch vorhanden, aber deutlich schwächer als am Vortag. Regen spielte keine Rolle; die Regenbekleidung blieb den ganzen Tag in der Tasche.
Fazit des Tages
Nach der besonders anstrengenden Küstenetappe war dieser Tag deutlich angenehmer. Leiden mit der Mittagspause an der Gracht, die Durchfahrt durch Delft und die Ankunft über die Erasmusbrücke machten die Strecke sehr abwechslungsreich.
Der Kontrast zwischen den historischen Städten unterwegs und der modernen Skyline Rotterdams war beeindruckend. Mit dem Hotel New York hatten wir zudem ein außergewöhnliches Ziel erreicht – auch wenn die Unterbringung der Fahrräder etwas Improvisation erforderte.
Etappe 10: Rotterdam – Uithoorn
Mittwoch, 29. Juli 2026
89,7 km · 7:39 Std. Gesamtdauer · 120 Höhenmeter

Nach dem Pausentag in Rotterdam saßen wir wieder auf den Rädern. Schon am Morgen war absehbar, dass uns diesmal nicht der Wind, sondern die Hitze beschäftigen würde. Die Temperaturen sollten bis auf etwa 32 °C steigen.
Von Rotterdam führte uns die Route zunächst durch die weite Wasser- und Polderlandschaft südöstlich der Stadt. Unser erstes großes Ziel war eines der bekanntesten Wahrzeichen der Niederlande: die Windmühlen von Kinderdijk.
Die Windmühlen von Kinderdijk
Schon die Anfahrt durch die flache Landschaft stimmte auf das besondere Ensemble ein. Entlang der Wasserläufe stehen hier zahlreiche historische Windmühlen dicht beieinander. Sie dienten dazu, das tief gelegene Land zu entwässern und damit dauerhaft bewohnbar und landwirtschaftlich nutzbar zu machen.

Kinderdijk zeigt sich besonders eindrucksvoll, wie stark die Geschichte der Niederlande vom Umgang mit dem Wasser geprägt ist. Die Mühlen waren keine romantische Dekoration, sondern ein zentraler Bestandteil eines ausgeklügelten Entwässerungssystems. Bis heute bilden sie zusammen mit Deichen, Kanälen und Pumpwerken eine typische niederländische Kulturlandschaft.
Für uns war Kinderdijk der unbestrittene Höhepunkt dieser Etappe. Trotz der vielen Besucher wirkte die lange Reihe der Mühlen zwischen Wasser, Schilf und grünen Wiesen beeindruckend.

Durch die Polder nach Gouda
Hinter Kinderdijk führte die Route weiter durch die offene Polderlandschaft. Die Wege waren ruhig und nahezu vollkommen flach. Bei inzwischen deutlich über 25 °C wurde die fehlende Beschattung allerdings zunehmend spürbar.
Die Landschaft bestand aus schmalen Wassergräben, Wiesen und verstreuten Höfen. Eigentlich ideale Bedingungen zum Radfahren. An diesem Tag wurde aber jeder längere Abschnitt in der Sonne anstrengender.

Zur Mittagszeit erreichten wir Gouda. Die historische Altstadt mit ihren Grachten, alten Fassaden und dem markanten Rathaus bot einen schönen Kontrast zur offenen Landschaft des Vormittags.

Wir legten hier unsere Mittagspause ein und genossen etwas Zeit in der Stadt. Gouda ist zwar weltweit vor allem durch den gleichnamigen Käse bekannt, besitzt aber auch unabhängig davon eine sehenswerte, kompakte Altstadt.

Durch die Seenlandschaft nach Uithoorn
Nördlich von Gouda führte die Strecke durch eine besonders reizvolle Wasserlandschaft. Rund um die Reeuwijkse und Nieuwkoopse Plassen verliefen die Wege zwischen Seen, Kanälen und schmalen Landstreifen.
Die Strecke war landschaftlich wunderschön. Bei inzwischen rund 32 °C wurde die Fahrt aber zunehmend zur Belastungsprobe. Schatten war selten, und selbst der Fahrtwind brachte kaum noch Abkühlung.

Zwischendurch sorgte die Navigation noch für eine unfreiwillige Zusatzrunde. Statt uns direkt durch das Gebiet zu führen, leitete das Nyon uns über eine kleine Schleife. Bei angenehmem Wetter wäre das kaum erwähnenswert gewesen. In der Hitze fühlte sich jedoch jeder zusätzliche Kilometer deutlich länger an.

Nach knapp 90 Kilometern erreichten wir schließlich Uithoorn und das Amsterdam Hotel Uithoorn. Die Aussicht auf zwei Übernachtungen und einen fahrradfreien Tag in Amsterdam kam genau richtig.

Wetter
Der Tag war sonnig, trocken und mit ungefähr 32 °C ausgesprochen heiß. Besonders auf den offenen Polderwegen und in der Seenlandschaft fehlte häufig der Schatten. Nach mehreren windigen Etappen war diesmal die Hitze der entscheidende Belastungsfaktor.
Fazit des Tages
Mit Kinderdijk, Gouda und der Seenlandschaft nördlich der Stadt bot diese Etappe gleich mehrere landschaftliche und kulturelle Höhepunkte. Besonders die Windmühlen von Kinderdijk gehörten zu den eindrucksvollsten Motiven unserer gesamten Reise.
Gleichzeitig begann an diesem Tag die Hitzephase, die uns auch auf dem späteren Rückweg begleiten sollte. Trotz der fast vollkommen flachen Strecke waren die letzten Kilometer deshalb deutlich anstrengender, als das Höhenprofil vermuten lässt.
Die Ankunft in Uithoorn bedeutete nicht nur das Ende einer abwechslungsreichen Etappe, sondern auch den Beginn unseres zweitägigen Aufenthalts mit einem eigenen Tag für Amsterdam.
Die Kombination aus Wasserwegen, grünen Poldern und den charakteristischen Windmühlen vermittelt einen sehr ursprünglichen Eindruck der niederländischen Landschaft. Trotz der vielen Besucher bleibt der Ort beeindruckend und gehört für uns zu den Höhepunkten dieser Reise.
Etappe 11: Uithoorn – Amersfoort
Freitag, 31. Juli 2026
85,7 km · 7:05 Std. Gesamtdauer · 130 Höhenmeter
[Bild: Aufbruch in Uithoorn oder Radweg entlang der Amstel]
Nach zwei Nächten in Uithoorn und unserem Tag in Amsterdam ging es heute wieder weiter. Die Route führte zunächst idyllisch entlang der Amstel Richtung Norden. Kleine Orte, Wasserläufe und gepflegte Häuser bestimmten das Bild – ein ruhiger Beginn, bevor wir erneut den Großraum Amsterdam erreichten.

Mit dem Fahrrad durch Amsterdam
Amsterdam gilt als Fahrradstadt schlechthin. Die Infrastruktur ist hervorragend, doch für Radfahrer, die den dichten niederländischen Fahrradverkehr nicht gewohnt sind, ist die Stadt nicht automatisch ein entspanntes Paradies.
Auf den stark frequentierten Radwegen herrscht ein hohes Tempo. Fahrräder kommen von allen Seiten, Motorroller, Lastenräder und E-Bikes teilen sich teilweise dieselben Wege, und an Kreuzungen muss man sehr aufmerksam sein. Die einheimischen Radfahrer kennen die Abläufe, fahren zügig und erwarten meist, dass sich alle anderen ebenso selbstverständlich einordnen.
Für uns war die Durchfahrt deshalb interessant, aber auch deutlich anspruchsvoller als das Radfahren auf den ruhigen Wegen außerhalb der Stadt. Gute Radwege allein bedeuten eben noch nicht, dass man dort automatisch gemütlich unterwegs ist.

Nachdem wir das Zentrum hinter uns gelassen hatten, wurde es rasch wieder ruhiger. Über die östlichen Stadtteile und entlang des IJmeer führte die Route weiter Richtung Muiden.

Mittagspause in der Festungsstadt Naarden
Unser wichtigster Zwischenstopp war Naarden. Die historische Festungsstadt gehört zu den am besten erhaltenen sternförmigen Befestigungsanlagen Europas. Von oben lässt sich ihre besondere Form mit den Bastionen, Wassergräben und doppelten Wallanlagen besonders gut erkennen.
Innerhalb der Festung wirkt Naarden fast wie eine kleine Stadt für sich: alte Häuser, gepflasterte Straßen und ruhige Plätze liegen geschützt hinter den mächtigen Wällen.

Hier legten wir unsere Mittagspause ein. Nach der lebhaften Durchfahrt durch Amsterdam war die ruhige Atmosphäre innerhalb der Festungsstadt ein angenehmer Kontrast.

Durch die Landschaft des Gooi
Hinter Naarden wechselte die Landschaft erneut. Die Route führte durch das Gooi, eine vergleichsweise waldreiche und leicht hügelige Region zwischen Amsterdam, Hilversum und dem Eemmeer.
Offene Wiesen, kleine Waldstücke und ruhige Radwege lösten sich ab. Nach den flachen Polderlandschaften der vergangenen Tage wirkte diese Gegend grüner und abwechslungsreicher, ohne jedoch wirklich anstrengend zu werden.

Über Huizen und Baarn näherten wir uns schließlich Amersfoort. Die letzten Kilometer verliefen erneut auf hervorragend ausgebauten Radwegen.
Amersfoort vom Wasser aus
Nach der Ankunft blieb noch Zeit, die Stadt aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Bei einer Grachtenfahrt fuhren wir durch die mittelalterliche Altstadt und unter zahlreichen niedrigen Brücken hindurch.

Amersfoort besitzt einen nahezu vollständig erhaltenen historischen Stadtkern mit Resten der alten Stadtbefestigung, engen Gassen und vielen Häusern aus Backstein. Besonders vom Wasser aus entstand ein schöner Eindruck von der Stadt.

Wetter
Am Morgen war es überwiegend bewölkt, später wurde es zunehmend sonnig. Bei Temperaturen zwischen etwa 16 und 24 °C blieb es trocken und angenehm. Nach dem sehr heißen Tag auf dem Weg nach Uithoorn waren dies nahezu ideale Bedingungen für eine längere Etappe.
Fazit des Tages
Diese Etappe bot einen eindrucksvollen Wechsel zwischen Stadt und Landschaft. Die Fahrt entlang der Amstel begann ruhig, während die Durchquerung Amsterdams volle Aufmerksamkeit verlangte. Danach folgten mit Muiden, der Festungsstadt Naarden und der grünen Landschaft des Gooi sehr unterschiedliche Abschnitte.
Naarden war mit seinen mächtigen Wallanlagen der kulturelle Höhepunkt des Tages. Die Grachtenfahrt in Amersfoort bildete schließlich einen gelungenen Abschluss einer abwechslungsreichen Etappe.
Etappe 12: Amersfoort – Zeddam
Samstag, 1. August 2026
85,1 km · 6:34 Std. Gesamtdauer · 260 Höhenmeter

Nach unserem Aufenthalt in Amersfoort ging es heute weiter Richtung Osten. Die Strecke führte uns durch eine Landschaft, die sich deutlich von den bisherigen Etappen unterschied. Nach vielen Kilometern entlang von Küsten, Deichen und Poldern wartete mit der Veluwe erstmals wieder eine etwas welligere Landschaft auf uns.

Durch die Landschaft der Veluwe
Die Veluwe gehört zu den schönsten Naturräumen der Niederlande. Weite Wälder, offene Heideflächen und ruhige Radwege bestimmten heute das Bild. Besonders nach den windreichen Tagen an der Nordseeküste war diese geschützte Landschaft eine angenehme Abwechslung.
Die Route führte durch eine abwechslungsreiche Umgebung mit kleinen Anstiegen, Waldpassagen und immer wieder offenen Blicken über die Heideflächen. Die Strecke war zwar nicht schwierig, aber die ersten Höhenmeter seit längerer Zeit machten sich bemerkbar.

Die Landschaft der Veluwe zeigte noch einmal eine ganz andere Seite der Niederlande. Während die ersten Reiseabschnitte stark vom Wasser geprägt waren, standen heute Natur und Ruhe im Mittelpunkt.
Mittagspause vor Arnheim
Zur Mittagszeit erreichten wir die Umgebung von Arnheim und legten dort eine Pause ein.

Danach führte die Route weiter durch Arnheim und über den Rhein. Die Rheinquerung war ein besonderer Moment dieser Etappe. Nach vielen Tagen entlang von Nordsee, IJsselmeer und den niederländischen Wasserwegen überquerten wir nun einen der bedeutendsten Flüsse Europas.

Het Montferland – ein Hotel auf einer mittelalterlichen Motte
Das eigentliche Highlight des Tages wartete jedoch am Ziel: das Hotel Het Montferland bei Zeddam.

Die besondere Lage dieses Hotels ist außergewöhnlich. Es steht auf einer sogenannten Motte, einem künstlich aufgeschütteten mittelalterlichen Burghügel.
Eine Motte war eine frühe Form einer Burganlage, die vor allem im 11. und 12. Jahrhundert verbreitet war. Auf einem künstlich erhöhten Erdhügel wurde zunächst meist ein hölzerner Wehrturm errichtet. Die erhöhte Lage bot Schutz und ermöglichte gleichzeitig einen weiten Überblick über das umliegende Gebiet.
Die Motte von Montferland gehört zu den höchsten erhaltenen mittelalterlichen Burghügeln der Niederlande. Genau diese Lage macht den besonderen Reiz des Hotels aus. Nach vielen Tagen durch die überwiegend flache Landschaft der Niederlande war der Blick von hier oben ein überraschender Wechsel.






Von der Terrasse eröffnet sich ein weiter Blick über die Wälder und Hügel des Montferlands. Der Eindruck war fast wie ein Wechsel in eine Mittelgebirgslandschaft. Für uns war dieser Ort eines der überraschenden Highlights der gesamten Reise.

Wetter
Das Wetter zeigte sich heute von seiner besten Seite. Bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen herrschten ideale Bedingungen zum Radfahren. Nach den windigen Tagen an der Küste war die ruhigere Wetterlage eine deutliche Erleichterung.
Die Temperaturen blieben angenehm und machten sowohl die Fahrt durch die Veluwe als auch die letzten Kilometer bis zum Hotel sehr angenehm.
Fazit des Tages
Diese Etappe brachte einen deutlichen Landschaftswechsel. Nach vielen Tagen mit Wasser, Deichen und Küstenlandschaften zeigte die Veluwe eine völlig andere Seite der Niederlande.
Die Kombination aus Natur, der Rheinquerung bei Arnheim und dem außergewöhnlichen Ziel auf der mittelalterlichen Motte machte diese Etappe zu einer der schönsten unserer Reise.
Das Hotel Het Montferland war dabei nicht nur eine Unterkunft, sondern ein Erlebnis für sich. Die historische Lage, die Aussicht und die besondere Atmosphäre machten diesen Tagesabschluss zu einem Höhepunkt der gesamten Sommertour.
Etappe 13: Zeddam – Billerbeck
Sonntag, 2. August 2026
95,7 km · 7:15 Std. Gesamtdauer · 220 Höhenmeter

Nach dem besonderen Aufenthalt auf der mittelalterlichen Motte von Montferland führte uns die heutige Etappe zurück nach Deutschland. Unser Ziel war Billerbeck in den Baumbergen, eine der schönsten Landschaften des westlichen Münsterlandes.
Die Route führte zunächst durch die deutsch niederländische Grenzregion und anschließend weiter durch das Münsterland. Nach vielen flachen Tagen entlang von Küsten, Deichen und Poldern wurde heute deutlich, dass wir wieder in eine etwas hügeligere Landschaft kamen.

Nach dem Grenzübertritt änderte sich der Charakter der Landschaft spürbar. Die weiten Ebenen der Niederlande wichen einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft mit Feldern, Hofanlagen und kleinen Ortschaften. Gleichzeitig wurde die Strecke langsam anspruchsvoller, denn mit den Baumbergen wartete am Ende der Etappe wieder ein Höhenzug auf uns.
Durch das Münsterland Richtung Billerbeck
Die Strecke verlief überwiegend ruhig über kleine Straßen und gut ausgebaute Radwege. Typisch münsterländische Landschaften mit Feldern, Hofanlagen und kleinen Orten begleiteten uns auf dem Weg nach Osten.
Im Vergleich zu den Niederlanden fiel allerdings auf, dass die gastronomische Versorgung deutlich dünner war. Während man dort fast überall auf Cafés, Terrassen oder kleine Einkehrmöglichkeiten trifft, mussten wir heute etwas genauer planen, um eine passende Pause zu finden.

Mittagspause bei Klausmannskost in Weseke
Zur Mittagszeit erreichten wir Weseke und legten bei Klausmannskost eine Pause ein. Eine klassische Currywurst sorgte für die notwendige Stärkung für die zweite Hälfte der Etappe.
Nach den vielen kulinarischen Eindrücken der vergangenen Tage war diese bodenständige Pause eine willkommene Abwechslung.

Weiter Richtung Baumberge
Nach der Mittagspause führte die Route weiter durch das ruhige Münsterland. Die Strecke stieg nun langsam, aber stetig an. Die Höhenmeter kamen nicht in einzelnen steilen Anstiegen, sondern verteilten sich auf viele längere Abschnitte.
Nach den überwiegend flachen Landschaften der Niederlande war dieser Wechsel deutlich spürbar. Die Baumberge sind zwar kein Mittelgebirge, bieten aber mit ihren Höhenzügen, Wäldern und weiten Ausblicken einen ganz eigenen Charakter.
Unterwegs fanden wir noch Gelegenheit für eine Pause im Biergarten. Bei einem kühlen Bier konnten wir die letzten Kilometer nach Billerbeck entspannt angehen.

Billerbeck und der Ludgerusdom
Am Nachmittag erreichten wir schließlich Billerbeck. Die Stadt liegt mitten in den Baumbergen und wird vom beeindruckenden Ludgerusdom geprägt.
Schon von weitem sind die beiden Türme des neugotischen Doms sichtbar. Sie machen den Dom zu einem der markantesten Bauwerke des westlichen Münsterlandes und geben Billerbeck ein unverwechselbares Stadtbild.

Unsere Unterkunft für die Nacht war die Domschenke direkt gegenüber dem Dom. Die Lage mitten im historischen Ortskern war ein perfekter Abschluss dieser Etappe.

Wetter
Nach den sehr warmen Tagen der vergangenen Woche herrschten heute wieder angenehmere Bedingungen. Es blieb trocken und sonnig, bei Temperaturen bis etwa 27 °C.
Die stetigen Anstiege Richtung Baumberge machten die Etappe etwas anspruchsvoller, aber das Wetter bot sehr gute Bedingungen für eine lange Radtour.
Fazit des Tages
Die Etappe von Zeddam nach Billerbeck war ein deutlicher Landschaftswechsel. Nach vielen Tagen mit Wasser, Deichen und flachen Küstenlandschaften zeigte das Münsterland eine völlig andere Seite unserer Reise.
Die stetig ansteigende Strecke, die ruhigen Wege durch das Münsterland und das Ziel in den Baumbergen machten diese Etappe abwechslungsreich und besonders.
Mit dem Hotel Het Montferland am Morgen und dem Ludgerusdom in Billerbeck am Abend hatte der Tag zwei besondere Höhepunkte. Die Pause bei Klausmannskost und der entspannte Abschluss in der Domschenke rundeten diese Etappe gelungen ab.
Etappe 14: Billerbeck – Marienfeld
Montag, 3. August 2026
97,4 km · 7:27 Std. Gesamtdauer · 210 Höhenmeter

Nach der Übernachtung in Billerbeck führte uns die heutige Etappe weiter durch das sommerliche Münsterland. Die Landschaft zeigte sich erneut von ihrer typischen Seite: weite Felder, alte Alleen, kleine Ortschaften und zahlreiche historische Hofanlagen begleiteten uns auf dem Weg nach Osten.
Nach den vielen Tagen mit Wasserlandschaften, Deichen und Poldern zeigte das Münsterland eine ganz andere Seite unserer Reise. Die ruhigen Wege, die gepflegte Kulturlandschaft und die vielen historischen Gebäude machten die Fahrt zu einer abwechslungsreichen Etappe.

Durch die Münsterländer Parklandschaft
Die Route verlief überwiegend auf ruhigen Straßen und gut ausgebauten Radwegen durch die typische Münsterländer Parklandschaft. Immer wieder wechselten sich offene Felder mit Baumreihen, kleinen Waldstücken und beeindruckenden Hofanlagen ab.
Besonders schön waren die vielen Alleen und die zahlreichen Herrenhäuser und Wasserburgen entlang der Strecke. Sie prägen das Münsterland und machen deutlich, warum diese Region zu den beliebtesten Radreiseregionen Deutschlands gehört.


Durch Münster entlang der Promenade
Ein besonderer Abschnitt der Etappe führte uns durch Münster. Da wir die Stadt bereits gut kennen, stand diesmal kein Besuch der Altstadt mit Prinzipalmarkt, Rathaus und Lambertikirche auf dem Programm.
Stattdessen durchquerten wir Münster auf der bekannten Promenade entlang der ehemaligen Wallanlagen. Die autofreie Promenade führt als grüner Ring um die historische Innenstadt und gehört zu den bekanntesten Radverbindungen der Stadt.
Unter alten Bäumen verläuft die Strecke angenehm abseits des Autoverkehrs und vermittelt einen besonderen Eindruck von Münster als Fahrradstadt.
Münster gilt deutschlandweit als Fahrradstadt und erreicht bei entsprechenden Bewertungen regelmäßig Spitzenplätze. Tatsächlich begegnet man hier einer außergewöhnlich großen Zahl von Radfahrern.
Dieser Eindruck entsteht aber nicht allein durch die Infrastruktur, sondern auch durch die besondere Rolle Münsters als Universitätsstadt mit einer sehr großen Zahl täglicher Fahrradnutzer. Für ortsunkundige Radfahrer kann der dichte Fahrradverkehr deshalb durchaus gewöhnungsbedürftig sein.
Viele Fahrräder, unterschiedliche Geschwindigkeiten und die selbstverständliche Nutzung des Fahrrads als wichtiges Verkehrsmittel gehören zum Stadtbild. Wer die Abläufe kennt, bewegt sich problemlos mit, für Besucher ist jedoch etwas Aufmerksamkeit erforderlich.
Mittagspause in Telgte
Zur Mittagszeit erreichten wir Telgte und legten beim Alten Gasthaus Seiling eine Pause ein.
Telgte gehört zu den historischen Städten des Münsterlandes und beeindruckt mit seiner gut erhaltenen Altstadt, zahlreichen Fachwerkhäusern und seiner langen Tradition als Wallfahrtsort. Die Pause war eine willkommene Gelegenheit, die Fahrt bei den inzwischen deutlich gestiegenen Temperaturen zu unterbrechen.

Entlang der Ems nach Marienfeld
Nach Telgte folgten wir weiter dem Emsradweg Richtung Marienfeld. Die Strecke verlief weiterhin ruhig durch die typische münsterländische Landschaft.
Die letzten Kilometer wurden allerdings zunehmend anstrengend. Bei Temperaturen von über 30 Grad forderten die fast 100 Kilometer ihren Tribut. Die vielen sonnigen Abschnitte ohne ausreichend Schatten machten die Etappe deutlich anspruchsvoller, als es das Höhenprofil vermuten ließ.

Ankunft an der Klosterpforte
Gegen 15:30 Uhr erreichten wir unser Tagesziel, das Hotel Klosterpforte in Marienfeld.
Die weitläufige Anlage verbindet historischen Klostercharakter mit modernem Hotelkomfort. Besonders positiv fiel uns der Service auf: Vom Empfang über die Betreuung während des Aufenthalts bis zum Abendessen und Frühstück war alles sehr aufmerksam und professionell.
Allerdings zeigte sich an diesem heißen Sommertag auch eine Besonderheit der Anlage. Das separat gelegene Sporthotel bietet modernere Zimmer mit zusätzlichem Komfort wie einer Klimaanlage. Unser Zimmer im anderen Bereich des Hotels war dagegen bei Temperaturen von über 30 Grad deutlich wärmer, was nach einer langen Radtour natürlich spürbar war.
Hinzu kam, dass das Sporthotel an diesem Wochenende komplett für eine bekannte Fußballmannschaft reserviert war. Dadurch entstand zunächst der Eindruck, dass dieser Bereich eine besondere Priorität hatte.
Tatsächlich bemerkbar war davon im Service jedoch nichts. Wir wurden genauso aufmerksam betreut und konnten den Aufenthalt in der Klosterpforte sehr genießen. Gerade die Mischung aus historischer Atmosphäre, hervorragender Gastronomie und einem außergewöhnlich guten Service machte das Hotel trotz dieser kleinen Einschränkung zu einem besonderen Etappenziel.

Wetter
Die Hitze bestimmte auch diese Etappe. Bei Temperaturen von über 30 °C wurde die Fahrt zunehmend anstrengend, besonders auf den längeren offenen Abschnitten ohne Schatten.
Trotz der hohen Temperaturen blieb das Wetter trocken und sonnig. Mit ausreichend Pausen und viel Flüssigkeit ließ sich die lange Etappe aber gut bewältigen.
Fazit des Tages
Die Etappe von Billerbeck nach Marienfeld zeigte erneut die besondere Qualität des Münsterlandes als Radregion. Die abwechslungsreiche Landschaft mit Alleen, Herrenhäusern und ruhigen Wegen machte die Fahrt trotz der großen Hitze zu einem schönen Erlebnis.
Der Abschnitt durch Münster war dabei ein besonderer Kontrast: Die Promenade zeigte die historische Verbindung der Stadt mit dem Fahrrad, gleichzeitig wurde deutlich, dass die große Zahl der Radfahrer auch stark mit der Rolle Münsters als Universitätsstadt zusammenhängt.
Nach fast 100 Kilometern bei sommerlichen Temperaturen war die Ankunft in der Klosterpforte ein verdienter Abschluss. Trotz der kleinen Unterschiede bei den Zimmerbereichen überzeugten vor allem der hervorragende Service, die Gastronomie und die besondere Atmosphäre der Anlage.
Etappe 15: Marienfeld – Hameln
Dienstag, 4. August 2026
95,8 km · 7:08 Std. Gesamtdauer · 550 Höhenmeter

Nach dem Aufenthalt in der Klosterpforte in Marienfeld ging es heute auf die letzte Etappe unserer Sommertour zurück nach Hameln. Die Route führte zunächst durch die Münsterländer Landschaft Richtung Osten, bevor mit dem Teutoburger Wald der anspruchsvollere Abschnitt des Tages wartete.
Nach vielen flachen Etappen entlang der Küsten, Deiche und Polder waren heute noch einmal deutlich mehr Höhenmeter zu bewältigen. Mit fast 550 Höhenmetern war dies eine der bergigsten Etappen der gesamten Reise.
Durch das östliche Münsterland Richtung Teutoburger Wald
Die ersten Kilometer verliefen noch ruhig durch die bekannte Münsterländer Parklandschaft. Felder, kleine Ortschaften und landwirtschaftlich geprägte Wege begleiteten uns auf dem Weg Richtung Teutoburger Wald.

Mit zunehmender Entfernung wurde die Landschaft hügeliger. Der Übergang vom Münsterland in das Lipper Bergland brachte nicht nur landschaftlich eine Veränderung, sondern auch deutlich mehr Steigungen.
Die Teutoüberquerung nach Lemgo
Die Überquerung des Teutoburger Waldes war diesmal allerdings nicht der Höhepunkt der Reise. Im Gegenteil: Diese Variante erwies sich als die bisher schwächste Teutoüberquerung unserer Touren.
Viele Abschnitte führten über Schotterwege und teilweise unruhige Oberflächen. Gerade mit voll beladenen Reiserädern waren diese Passagen deutlich weniger angenehm als die gut ausgebauten Strecken, die wir von anderen Routen kennen.

Im Vergleich dazu haben uns frühere Varianten deutlich besser gefallen. Besonders die Fahrt über die Egge oder die Strecke von Delbrück Richtung Detmold empfanden wir als wesentlich harmonischer und besser fahrbar.
Für zukünftige Radreisen würden wir diese Verbindung daher wahrscheinlich nicht noch einmal wählen. Landschaftlich ist die Region zwar interessant, die Qualität der Wege konnte aber nicht überzeugen.

Mittagspause in Lemgo
Zur Mittagszeit erreichten wir Lemgo und legten im Melounge am Markt eine Pause ein.
Die historische Altstadt von Lemgo mit ihren Fachwerkhäusern und gut erhaltenen Gebäuden bietet einen schönen Kontrast zu den Waldabschnitten der Strecke. Nach den anspruchsvolleren Kilometern durch den Teutoburger Wald war die Pause auf dem Marktplatz eine willkommene Erholung.

Über Barntrup zurück nach Hameln
Nach Lemgo führte die Route weiter über Barntrup und durch das lippische Bergland Richtung Weserraum.
Auch dieser Abschnitt blieb hügelig, bot aber wieder angenehmere Wege und schöne Ausblicke über die Landschaft. Die letzten Kilometer führten schließlich zurück in Richtung Hameln, unserem Ausgangspunkt und Ziel dieser langen Sommertour.
Nach insgesamt 16 Etappen, zahlreichen Landschaftswechseln und vielen besonderen Eindrücken endete damit unsere Reise wieder zu Hause.

Wetter
Auch der letzte Reisetag stand ganz im Zeichen der Hitze. Bei Temperaturen bis etwa 32 °C wurde die Etappe trotz der frühen Abfahrt noch einmal sehr fordernd.
Die vielen Höhenmeter und die langen Anstiege machten die Wärme zusätzlich spürbar. Wie bereits an den Tagen zuvor waren frühes Starten, ausreichend Trinken und Pausen im Schatten entscheidend, um die Strecke gut zu bewältigen.
Fazit des Tages
Die letzte Etappe war noch einmal ein echter Abschluss einer langen Radreise mit fast 100 Kilometern und vielen Höhenmetern.
Landschaftlich bot die Strecke mit dem Wechsel vom Münsterland über den Teutoburger Wald bis ins Weserbergland viele schöne Eindrücke. Die gewählte Überquerung des Teutoburger Waldes konnte uns jedoch nicht überzeugen. Zu viele Schotterabschnitte und teilweise schlechte Wege trübten den Fahrspaß.
Andere Varianten über die Egge oder von Delbrück Richtung Detmold bleiben für uns die deutlich besseren Alternativen.
Trotz dieser Einschränkung war die Rückkehr nach Hameln ein schöner Abschluss einer außergewöhnlichen Sommertour. Die Reise führte uns durch unterschiedlichste Landschaften: von der Nordseeküste über die niederländischen Wasserlandschaften, historische Städte und Naturgebiete bis zurück ins Weserbergland.
Ein Thema bleibt allerdings hängen: Die große Hitze hat die Reise deutlich geprägt. Zukünftig werden wir längere Sommerradreisen im Juli oder August vermutlich eher vermeiden und bevorzugt im Frühsommer oder ab Ende August starten. Radreisen sollen schließlich vor allem Genuss sein und nicht dauerhaftes Hitzemanagement.
Sommertour 2026: Die besonderen Zwischenstopps – Texel, Rotterdam und Amsterdam
Nach den ersten Tagen unserer Sommertour mit täglichen Etappen und wechselnden Übernachtungsorten begann nun ein neuer Abschnitt der Reise.
Nach vielen Kilometern entlang von Küsten, Deichen und durch die niederländische Landschaft planten wir bewusst mehrere längere Aufenthalte ein. Mit Texel, Rotterdam und Amsterdam standen drei ganz unterschiedliche Ziele auf dem Programm, die wir nicht nur durchfahren, sondern intensiver erleben wollten.
Jeder dieser Stopps hatte dabei seinen eigenen Charakter: Texel als Naturerlebnis mit Dünen, Meer und weitem Horizont, Rotterdam als moderne Hafenstadt mit beeindruckender Architektur und spannendem Nahverkehr sowie Amsterdam als weltbekannte Fahrradstadt mit ihren Grachten, historischen Vierteln und dem besonderen Lebensgefühl.
Für diese drei Stationen blieben wir jeweils zwei Nächte. Dadurch entstand eine angenehme Mischung aus Radreise und Städteurlaub: weiterhin mit dem Fahrrad unterwegs, aber mit genügend Zeit, die Orte auch abseits der eigentlichen Route zu entdecken.
Texel – ein Inselerlebnis zwischen Dünen, Meer und Leuchtturm
Samstag, 25. Juli 2026
39,7 km · 4:29 Std. Gesamtdauer · 100 Höhenmeter

Nach den langen Etappen entlang der niederländischen Küste stand heute etwas ganz anderes auf dem Programm: kein reiner Fahrtag, sondern ein entspannter Inseltag auf Texel.
Die größte niederländische Watteninsel bot eine willkommene Abwechslung zu den vergangenen Tagen. Statt Kilometer zu sammeln, ging es heute darum, die besondere Landschaft der Insel zu entdecken: weite Dünen, offene Strände, Naturgebiete und kleine Orte mit typisch texelscher Atmosphäre.

Durch die Dünen zum Naturschutzgebiet De Slufter
Nach dem Frühstück führte unsere Route zunächst durch die beeindruckende Dünenlandschaft zum Naturschutzgebiet De Slufter.
Hier zeigt sich eine Besonderheit Texels: Die Nordsee kann noch ungehindert durch die Dünen in das Land eindringen. Dadurch entstand eine einzigartige Landschaft aus Salzwiesen, kleinen Wasserläufen und offenen Flächen, die regelmäßig vom Meer beeinflusst wird.
Der Aussichtspunkt auf der Düne bot dabei einen der schönsten Ausblicke der gesamten Reise. Der Blick über die weite Dünenlandschaft bis zur Nordsee machte deutlich, warum Texel zu den beliebtesten Reisezielen der Niederlande gehört.

Der Leuchtturm im Norden der Insel
Von De Slufter ging es weiter Richtung Norden zum bekanntesten Wahrzeichen der Insel: dem roten Leuchtturm von Texel.
Die Lage zwischen Nordsee und Wattenmeer macht diesen Ort besonders eindrucksvoll. Vom Leuchtturm aus öffnet sich der Blick weit über die Insel und die umgebende Küstenlandschaft.

Über Den Burg zurück durch die Insel
Anschließend führte die Strecke über ruhige Wege zurück Richtung Den Burg, dem größten Ort der Insel.
Die Fahrt zeigte noch einmal die Vielfalt Texels: offene Landschaften, landwirtschaftlich genutzte Flächen und immer wieder der Blick auf die besondere Weite der Insel.

Mittagspause in Den Burg
In Den Burg machten wir auf der Terrasse von De Kastanjeboom eine Pause.


Bei einem klassischen Uitsmijter und einer Texels Skuumkoppe konnten wir die besondere Atmosphäre der Insel genießen. Gerade solche regionalen Momente gehören für uns zu einer gelungenen Radreise genauso dazu wie die Strecke selbst.
Ein Nachmittag am Strand
Den Nachmittag ließen wir entspannt am Strand ausklingen.



Nach den vielen Eindrücken des Tages war die Weite der Nordsee genau der richtige Abschluss. Der Blick über das Meer, der Wind und die besondere Landschaft machten diesen Aufenthalt zu einem echten Urlaubsmoment innerhalb unserer Radreise.
Wetter
Das Wetter zeigte sich heute nahezu ideal für einen Inseltag. Am Vormittag war es sonnig, später zogen einige Wolken auf. Bei angenehmen Temperaturen von etwa 19 bis 20 °C und einer frischen Nordseebrise herrschten perfekte Bedingungen zum Radfahren und für den Aufenthalt am Strand.
Fazit des Tages
Texel war kein gewöhnlicher Etappentag, sondern ein besonderer Urlaubstag innerhalb unserer Sommertour.
Die Kombination aus Dünen, De Slufter, Leuchtturm, Den Burg und dem Strand machte diesen Tag zu einem der schönsten Erlebnisse der gesamten Reise. Besonders der Blick von der Düne und die offene Weite der Nordsee bleiben uns in Erinnerung.
Nach den langen Fahrtagen war dieser Inselaufenthalt genau die richtige Abwechslung und zeigte eine andere Seite der Niederlande: weniger Strecke, dafür umso mehr Erlebnis.
Rotterdam – Moderne Hafenstadt an der Maas
Dienstag, 28. Juli 2026
Aufenthalt in Rotterdam · Übernachtung im Hotel New York

Nach den Tagen an der Nordseeküste und unserem Aufenthalt auf Texel führte uns die Reise weiter nach Rotterdam. Nach vielen historischen Städten und kleinen niederländischen Orten wartete nun ein ganz anderes Ziel auf uns: eine moderne Großstadt, geprägt vom Hafen, der Architektur des Wiederaufbaus und der internationalen Atmosphäre.
Unsere Unterkunft war das Hotel New York, ein besonderer Ort mit viel Geschichte. Das Gebäude war früher das Kontorhaus der Holland-Amerika-Linie. Von hier aus starteten früher die Schiffe der Reederei mit Auswanderern und Reisenden über den Atlantik.

Übernachten über der Maas
Wir hatten eine besondere Unterkunft gewählt: eine Loft auf dem Dach des Hotels.
Der Zugang führte allerdings nicht über einen normalen Aufzug, sondern über eine steile Treppe. Das war mit Gepäck und Fahrradsachen durchaus eine kleine Herausforderung, gehörte aber auch zum besonderen Charakter dieses Zimmers.

Die Aussicht entschädigte dafür vollständig. Von der Terrasse und aus dem Zimmer blickten wir über die Maas, den Hafen und die Skyline von Rotterdam. Gerade am Abend entstand hier eine beeindruckende Atmosphäre zwischen historischen Hafenanlagen, moderner Architektur und dem Schiffsverkehr auf dem Fluss.



Ein erster Nachmittag in Rotterdam
Nach der Ankunft ging es zunächst mit der Metro zur Markthalle. Das moderne Gebäude gehört inzwischen zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Kombination aus Markt, Gastronomie und der besonderen Architektur vermittelt einen guten Eindruck vom neuen Rotterdam.
Anschließend fuhren wir mit der Fähre zurück zum Hotel. Schon diese Fahrt auf der Maas zeigte eine andere Seite der Stadt: Rotterdam erlebt man nicht nur zu Fuß, sondern vor allem auch vom Wasser aus.



Am Abend entschieden wir uns für das Restaurant im Hotel. Nach dem langen Tag war es angenehm, direkt an diesem besonderen Ort zu bleiben. Die Atmosphäre war durch die Größe und die vielen Gäste etwas lebhafter, aber insgesamt passend zu einem Hotel dieser Bedeutung.

Ausflug nach Den Haag und enttäuschter Binnenhof
Da wir Rotterdam bereits von früheren Reisen kannten, wollten wir den Aufenthalt nutzen, um noch einmal nach Den Haag zu fahren.
Die Verbindung vom Hotel mit der Metro ist sehr bequem, sodass die Innenstadt direkt erreichbar ist. Unser Hauptziel war der Binnenhof, den wir gerne noch einmal gesehen hätten.
Vor Ort zeigte sich jedoch, dass das historische Regierungsviertel wegen umfangreicher Bauarbeiten weiterhin nicht zugänglich ist. Auch in den nächsten Jahren wird sich daran voraussichtlich wenig ändern. Dadurch war der Besuch leider deutlich eingeschränkt.
Immerhin konnten wir noch einen Blick auf den Amtssitz des Königs werfen und einen Eindruck von Den Haag gewinnen. Für einen längeren Aufenthalt bietet die Stadt sicherlich mehr, an diesem Tag blieb es jedoch bei einem kurzen Besuch.


Maritime Geschichte am Leuvehaven
Nach unserem Ausflug nach Den Haag ging es zurück nach Rotterdam. Da wir die Stadt bereits von früheren Reisen kannten, wollten wir diesmal weniger die bekannten Sehenswürdigkeiten abarbeiten, sondern eher besondere Orte erleben.
Eine schöne Entdeckung war der Leuvehaven mitten in Rotterdam. Zwischen moderner Hochhauskulisse und historischen Hafenanlagen liegt hier ein Stück maritime Vergangenheit der Stadt. Der alte Museumshafen zeigt eindrucksvoll, wie eng Rotterdam über Jahrhunderte mit Schiffbau, Hafenwirtschaft und Binnenschifffahrt verbunden war.



Unsere Mittagspause machten wir direkt auf einem historischen Schiff im Hafenbecken. Zwischen alten Schiffen, Wasser und der modernen Skyline Rotterdams entstand ein besonderer Kontrast: Auf der einen Seite die riesigen Neubauten der modernen Hafenstadt, auf der anderen Seite die erhaltenen Zeugnisse der früheren Schifffahrt.



Gerade diese Mischung macht Rotterdam besonders. Die Stadt lebt nicht von einer romantischen historischen Altstadt wie Amsterdam, sondern von ihrem Wandel: vom traditionellen Hafen zur modernen europäischen Metropole.
Rotterdam aus einer anderen Perspektive
Rotterdam ist nicht nur Hafen und moderne Architektur. Die Stadt besitzt auch eine interessante Verkehrsgeschichte. Zwischen den modernen Straßen und Hochhäusern sind immer wieder historische Fahrzeuge zu sehen, die an die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs erinnern.

Die historische Straßenbahn ist dabei ein schöner Kontrast zur heutigen Stadt. Während Rotterdam heute für moderne Mobilität, U-Bahn, Wasserbusse und schnelle Verbindungen steht, zeigt die alte Straßenbahn ein Stück Alltag vergangener Jahrzehnte.
Doch Rotterdam zeigt auch, wie konsequent moderne Verkehrssysteme weiterentwickelt wurden. Die Metro bildet heute das Rückgrat der schnellen Verbindungen in der Region. Anders als viele klassische U-Bahnsysteme endet sie nicht an der Stadtgrenze, sondern verbindet Rotterdam weit über das eigentliche Stadtgebiet hinaus mit dem Umland.

Besonders beeindruckend ist die Ausdehnung des Netzes: Die Metro verbindet Rotterdam unter anderem mit Den Haag und reicht im Westen bis nach Hoek van Holland direkt an die Nordseeküste. Damit verbindet sie nicht nur Stadtteile miteinander, sondern ganze Regionen. Für Besucher zeigt sich hier sehr deutlich, wie selbstverständlich in den Niederlanden Stadt, Umland und Küste durch den öffentlichen Verkehr miteinander verbunden sind.
Gerade dieser Gegensatz passt zu Rotterdam: Eine Stadt, die sich ständig verändert, aber ihre Geschichte nicht vollständig verdrängt. Alte Straßenbahnen, historische Hafenanlagen und moderne Verkehrssysteme stehen hier nicht nebeneinander, sondern erzählen gemeinsam die Geschichte einer Stadt im Wandel.
Delfshaven und Schiedam
Nach dem Mittag besuchten wir zunächst Delfshaven.
Der historische Stadtteil wirkt mit seinen alten Häusern, den Grachten und den kleinen Häfen fast wie ein Gegensatz zum modernen Rotterdam. Hier ist noch viel von der ursprünglichen Stadtstruktur erhalten geblieben.



Anschließend führte uns der Weg weiter nach Schiedam, die bekannte Geneverstadt mit ihren historischen Windmühlen und alten Brennereien.






Die Rückfahrt nach Rotterdam wurde schließlich zu einem besonderen Erlebnis: Mit dem Wassertaxi ging es über die Maas zurück zum Hotel.
Die kleinen schnellen Boote verbinden verschiedene Punkte am Fluss und fahren deutlich dynamischer als eine normale Fähre. Die Fahrt mit hoher Geschwindigkeit über die Maas, vorbei an Hafenanlagen, Brücken und der Skyline, war eine der ungewöhnlichsten Möglichkeiten, Rotterdam zu erleben.






Abend auf dem Deliplein
Zum Abschluss des Tages ging es noch einmal in die Nähe des Hotels zum Deliplein.
Ursprünglich hatten wir ein anderes Restaurant reserviert, entschieden uns dann aber für ein Steakrestaurant am Platz. Die lebendige Atmosphäre des Viertels und das Essen bildeten einen schönen Abschluss unseres Rotterdam-Aufenthalts.

Wetter
Das Wetter zeigte sich weiterhin sommerlich und trocken. Bei angenehmen Temperaturen konnten wir Rotterdam und die Umgebung entspannt erkunden. Die Mischung aus Metro, Fähre, Wassertaxi und Spaziergängen machte den Tag trotz Großstadt angenehm abwechslungsreich.
Fazit des Tages
Rotterdam war ein bewusster Kontrast zu den historischen Städten und Landschaften der vergangenen Tage. Während Amsterdam vor allem durch Grachten, Geschichte und dichtes Stadtleben geprägt ist, zeigt Rotterdam eine moderne, internationale Seite der Niederlande.
Das Hotel New York war dabei ein echtes Highlight. Die historische Bedeutung des Gebäudes, die Lage direkt an der Maas und die besondere Dachloft mit Blick über den Hafen machten die Übernachtung zu einem Erlebnis.
Besonders die Kombination aus Markthalle, Fähre, Delfshaven, Schiedam und der Fahrt mit dem Wassertaxi zeigte viele unterschiedliche Facetten dieser außergewöhnlichen Stadt.
Amsterdam – Fahrradstadt mit Grachten, Märkten und Großstadtleben
Donnerstag, 30. Juli 2026
Aufenthalt in Uithoorn · Anreise mit Tram und Metro
Nach unserem Inselaufenthalt auf Texel ging es nun weiter in die Nähe von Amsterdam. Statt mitten in der Großstadt zu übernachten, wählten wir Uithoorn als Ausgangspunkt.
Von unserem Hotel aus war die Haltestelle der Uithoorntram nur wenige Gehminuten entfernt. Die Linie 25 brachte uns bequem bis zum Bahnhof Amsterdam Zuid. Von dort ging es mit der Noord-Zuidlijn der Metro direkt in die Innenstadt zum Rokin, einem der zentralen Plätze Amsterdams.

Diese Kombination aus ruhiger Unterkunft außerhalb der Stadt und schneller Anbindung erwies sich als sehr angenehm. Man konnte Amsterdam erleben, ohne mit Fahrrädern und Gepäck durch den dichten Stadtverkehr fahren zu müssen.

Ein erster Abend in Amsterdam
Am ersten Abend machten wir nur einen kurzen Abstecher in die Innenstadt. Ohne Reservierung fanden wir noch einen Platz bei einem italienischen Restaurant.
Die Lage und die schnelle Möglichkeit, direkt im Zentrum essen zu können, waren praktisch. Kulinarisch war es allerdings eher eine typische Touristenadresse und nicht unbedingt eines der besonderen Erlebnisse der Reise.

Für einen ersten Eindruck von Amsterdam am Abend war es trotzdem schön, wieder durch die belebten Straßen und entlang der Grachten zu schlendern.
Amsterdam entdecken: Markt, Grachten und Parks
Am nächsten Tag stand die eigentliche Erkundung der Stadt auf dem Programm.
Amsterdam zeigt sich nicht nur durch seine berühmten Grachten und historischen Gebäude, sondern vor allem durch das besondere Stadtleben. Ein Straßenmarkt, die vielen Fahrräder und die kleinen Plätze entlang der Grachten vermittelten einen guten Eindruck vom Alltag in der Stadt.


Zur Mittagszeit suchten wir uns einen Platz an einer Gracht. Gerade diese Kombination aus Wasser, historischen Häuserzeilen und lebendigem Stadtgeschehen gehört zu den typischen Amsterdam-Erlebnissen.

Grachtenrundfahrt durch Amsterdam
Anschließend unternahmen wir eine offene Grachtenrundfahrt.
Die Perspektive vom Wasser auf die schmalen Häuser, Brücken und Grachten gehört sicherlich zu den klassischen Amsterdam-Erlebnissen. Gleichzeitig zeigte sich aber auch die touristische Seite der Stadt: Die Fahrt war nicht günstig und wirkte eher wie ein typisches Angebot für Besucher.
Trotzdem war die Sicht auf Amsterdam vom Wasser aus interessant und gehört einfach zu einem ersten Besuch der Stadt dazu.



Durch den Vondelpark und zum Fischessen
Nach der Innenstadt ging es weiter zum Vondelpark, der großen grünen Oase mitten in Amsterdam.
Nach dem Trubel der Innenstadt war der Park eine angenehme Abwechslung. Viele Amsterdamer nutzen ihn zum Spazierengehen, Radfahren oder einfach zum Entspannen.

Zum Abschluss des Tages stand noch ein besonderes Essen auf dem Programm: Fisch bei Lucius. Nach den vielen Eindrücken der Stadt war dies ein schöner Abschluss unseres Amsterdam-Aufenthalts.






Anschließend ging es wieder mit Metro und Tram zurück nach Uithoorn ins Hotel.

Fazit des Tages
Amsterdam war ein wichtiger Baustein unserer Reise, auch wenn wir die Stadt bewusst nicht mit dem Fahrrad durchquerten. Durch die Übernachtung in Uithoorn konnten wir die Stadt entspannt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen und uns ganz auf das Erlebnis konzentrieren.
Die Mischung aus Grachten, Märkten, Parks und dem besonderen Fahrradgefühl machte Amsterdam zu einem lohnenden Zwischenstopp. Gleichzeitig zeigte sich aber auch die touristische Seite der Stadt: Manche Angebote sind teuer und stärker auf Besucher als auf ein authentisches Erlebnis ausgerichtet.
Gerade der Kontrast zwischen der ruhigen Unterkunft in Uithoorn und dem lebendigen Zentrum von Amsterdam machte diesen Aufenthalt besonders angenehm.
Fazit der Sommertour 2026

Eine Reise mit vielen Gesichtern
Nach 16 Etappen und mehr als 1.400 Kilometern ging unsere Sommertour 2026 wieder zu Ende. Es war eine Reise mit sehr unterschiedlichen Landschaften und Eindrücken: von der Weser über das Oldenburger Münsterland und die niederländische Küste, durch die Polderlandschaften, über Texel, Rotterdam und Amsterdam bis zurück durch das Münsterland und Ostwestfalen nach Hameln.
Gerade diese Vielfalt machte den besonderen Reiz dieser Tour aus. Wir erlebten die Niederlande nicht nur als Land der Deiche, Kanäle und Küsten, sondern auch mit Wäldern, Heideflächen, historischen Städten und modernen Metropolen.
Nach den vielen früheren Radreisen war diese Tour erneut ein Beweis dafür, wie abwechslungsreich Europa direkt vor der Haustür sein kann.

Die Niederlande als Radreiseland
Die Niederlande haben uns als Radreiseland wieder überzeugt. Die Vielfalt der Landschaften, die hervorragende Wegweisung und die vielen gut ausgebauten Radwege machen das Reisen mit dem Fahrrad einfach.
Besonders beeindruckend waren die Tage entlang der Nordseeküste, die Fahrt über die großen Dämme und die abwechslungsreichen Landschaften in der Veluwe. Auch die Städte ließen sich hervorragend mit dem Fahrrad und dem öffentlichen Verkehr erkunden.
Allerdings zeigte die Reise auch, dass das Bild vom perfekten Radland differenziert betrachtet werden muss. Nicht jeder Radweg ist automatisch in einem perfekten Zustand. Gerade bei längeren Strecken gab es auch Abschnitte, die weniger überzeugend waren.
Trotzdem bleibt der Gesamteindruck sehr positiv: Die Kombination aus Infrastruktur, Rücksichtnahme im Verkehr und der Selbstverständlichkeit des Fahrrads im Alltag ist weiterhin beeindruckend.

Texel, Rotterdam und Amsterdam – die besonderen Aufenthalte
Ein besonderer Bestandteil dieser Reise waren die zusätzlichen Übernachtungen, die wir bewusst eingeplant hatten. Nach den vielen Etappen boten Texel, Rotterdam und Amsterdam die Möglichkeit, die Orte intensiver kennenzulernen.
Texel war dabei sicherlich einer der Höhepunkte der gesamten Reise. Der Inseltag führte durch die Dünenlandschaft zum beeindruckenden Aussichtspunkt, weiter zum markanten Leuchtturm im Norden der Insel und anschließend über Den Burg zurück. Der Nachmittag am Strand rundete diesen perfekten Urlaubstag ab. Die Kombination aus Natur, Meer und Ruhe machte Texel zu einem besonderen Erlebnis.
Rotterdam zeigte eine ganz andere Seite der Niederlande. Die moderne Architektur, der riesige Hafen und die offene, großzügige Stadtlandschaft bilden einen starken Gegensatz zu den historischen Städten des Landes. Besonders schön war unser Aufenthalt im Hotel New York, dem ehemaligen Kontorhaus der Holland-Amerika-Linie. Unsere Loft auf dem Dach mit Terrasse und Blick über die Maas und den Hafen war ein außergewöhnliches Erlebnis.
Auch die Erkundung der Stadt selbst war abwechslungsreich: von der Markthalle über den historischen Leuvehaven mit Mittagspause auf einem Schiff bis zur Fahrt mit dem Wassertaxi zurück zum Hotel. Diese schnelle Fahrt über die Maas war sicherlich eines der besonderen Erlebnisse der Reise.
Amsterdam erlebten wir bewusst ohne Fahrräder und nutzten den hervorragenden öffentlichen Verkehr. Von unserem Hotel in Uithoorn ging es mit der Uithoorntram direkt zum Bahnhof Amsterdam Zuid und von dort mit der Noord-Zuid-Metro bis zum Rokin mitten in die Innenstadt.
Das Programm reichte vom Straßenmarkt über eine Pause an einer Gracht, eine Grachtenrundfahrt, den Vondelpark bis zum Fischessen bei Lucius. Natürlich gehört auch dazu, dass einige touristische Angebote nicht ganz das hielten, was sie versprachen. Trotzdem war Amsterdam als Abschluss dieser besonderen Städtekombination ein wichtiger Teil der Reise.

Besondere Unterkünfte und Erlebnisse
Bei den Unterkünften gab es mehrere echte Höhepunkte. Besonders in Erinnerung bleibt das Hotel Het Montferland auf der historischen Motte. Die Lage mit dem Blick über die bewaldeten Hügel und die besondere Atmosphäre machten diesen Aufenthalt zu einem der schönsten Momente der gesamten Tour.
Auch das Hotel New York in Rotterdam war durch seine Geschichte und die außergewöhnliche Lage etwas Besonderes. Solche Orte bleiben stärker in Erinnerung als reine Übernachtungsmöglichkeiten.
Gleichzeitig zeigte die Reise auch, dass ein gutes Hotel nicht nur von der Ausstattung abhängt. Service, Atmosphäre und die Geschichte eines Ortes spielen eine große Rolle.

Vor der Abfahrt – ein unerwarteter Zwischenfall
Eine Woche vor dem Start unserer Sommertour gab es noch einen kleinen Schreckmoment. Bei einer Kontrolle unserer Riese & Müller Supercharger 2 wurden Risse an den Hinterradfelgen festgestellt. Nach den vielen Kilometern der vergangenen Jahre war das unmittelbar vor einer langen Reise natürlich keine angenehme Nachricht.
Zum Glück konnte die e-motion e-Bike Welt Hannover-Garbsen kurzfristig helfen. Die Laufräder wurden neu aufgebaut und fachgerecht eingespeicht, sodass wir mit einem guten Gefühl starten konnten.
Die Entscheidung erwies sich als richtig: Während der gesamten Tour liefen die Fahrräder zuverlässig und ohne weitere Probleme. Gerade bei schweren E-Bikes mit Gepäck zeigt sich, wie wichtig eine gute Vorbereitung und eine zuverlässige Technik sind.

Fahrradunterbringung und Laden der Akkus
Ein Thema, das uns auf dieser Reise wieder begleitet hat, war die Unterbringung unserer Fahrräder. Bereits bei der Planung hatten wir bei allen Unterkünften nach sicheren Abstellmöglichkeiten gefragt. Diese Zusagen wurden auch überall gemacht.
In der Praxis zeigte sich allerdings, dass „sicher untergebracht“ sehr unterschiedlich interpretiert wird. Während einige Hotels hervorragende Lösungen mit abgeschlossenen Fahrradbereichen boten, waren andere Möglichkeiten eher einfache Abstellplätze.
Auch das Laden der Akkus war nicht immer optimal gelöst. Teilweise mussten die Akkus ausgebaut und mit auf das Zimmer genommen werden. Bei unseren Riese & Müller Supercharger 2 mit DualBattery-System ist das natürlich mit zusätzlichem Aufwand verbunden.
Für zukünftige Reisen bleibt daher ein abschließbarer Fahrradraum mit Lademöglichkeit direkt am Stellplatz ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Unterkunft.

Kosten der Reise – Genuss hat seinen Preis
Diese Sommertour gehört sicherlich zu den kostenintensiveren Radreisen, die wir bisher unternommen haben. Das lag weniger an einzelnen großen Ausgaben, sondern an der Summe vieler Faktoren.
Die zusätzlichen Aufenthalte auf Texel, in Rotterdam und Amsterdam, die besonderen Hotels und vor allem die tägliche Gastronomie machten sich bemerkbar. Wir genießen es auf unseren Reisen, abends nicht nur schnell etwas zu essen, sondern den Tag bei einem guten Essen und einem Bier ausklingen zu lassen.
Gerade in den Niederlanden, und besonders in touristischen Regionen, sind Restaurantbesuche und Getränke deutlich teurer geworden. Qualität und Genuss haben ihren Preis. Auch wenn diese Reise damit sicherlich nicht zu den günstigsten gehört, waren gerade diese Erlebnisse ein wichtiger Teil der Reise.

Wetter und die Herausforderung Hitze
Das Wetter zeigte während der Reise viele Facetten. Von kühlen und regnerischen Tagen zu Beginn über windige Abschnitte an der Küste bis zu einer ausgeprägten Hitzephase am Ende war alles dabei.
Die letzten Etappen mit Temperaturen bis 32 Grad waren besonders anspruchsvoll. Die Hitze bestimmte zunehmend den Tagesablauf: früh starten, ausreichend trinken, Pausen im Schatten einplanen und die Belastung richtig einschätzen.

Die Erkenntnis aus dieser Reise ist daher eindeutig: Für zukünftige längere Sommertouren werden wir eher den Frühsommer oder den Spätsommer bevorzugen. Radreisen sollen vor allem Freude machen und nicht zu einem ständigen Umgang mit hohen Temperaturen werden.

Fazit
Die Sommertour 2026 war trotz einiger Herausforderungen eine außergewöhnliche Reise. Die Kombination aus Natur, Städten, Kultur und kulinarischen Erlebnissen machte diese Tour zu einer der abwechslungsreichsten Radreisen der vergangenen Jahre.
Besonders bleiben Texel, Rotterdam, Amsterdam und natürlich der Aufenthalt auf dem Montferland in Erinnerung. Gleichzeitig hat die Reise wieder gezeigt, dass gerade die kleinen Erlebnisse unterwegs oft die größten Erinnerungen schaffen: eine Pause an einer Gracht, ein Blick über die Nordsee, eine Fahrt mit dem Wassertaxi oder ein Abend auf einer Hotelterrasse.
Nach vielen tausend Kilometern mit dem Fahrrad bleibt die wichtigste Erkenntnis: Die schönsten Reisen entstehen nicht nur durch das Ziel, sondern durch den Weg dorthin.
Zum Nachfahren: Die Sommertour 2026 auf Komoot
Wer die einzelnen Etappen der Reise im Detail nachvollziehen möchte, findet alle aufgezeichneten Strecken auch auf Komoot. Dort sind die Tagesetappen mit GPS-Track, Höhenprofil, Fotos und weiteren Informationen hinterlegt.
Die komplette Radreise haben wir als Collection zusammengefasst. Neben den einzelnen Tagesetappen ist auch der Inseltag auf Texel enthalten, der als eigene Tour aufgezeichnet wurde.
Die Aufenthalte in Rotterdam und Amsterdam waren bewusst eingeplante Pausentage und sind daher nicht Bestandteil der Komoot-Collection. Sie gehören aber selbstverständlich zur Reisegeschichte und sind im Bericht ausführlich beschrieben.
Unsere Unterkünfte auf der Sommertour 2026
Auf einer längeren Radreise sind die Unterkünfte ein wichtiger Teil des Gesamterlebnisses. Neben Lage und Komfort achten wir besonders auf eine sichere Fahrradunterbringung und eine praktikable Möglichkeit zum Laden der Akkus.
Gerade bei unseren Riese & Müller Supercharger 2 mit DualBattery-System zeigte sich auf dieser Reise, dass die Zusage „Fahrräder können sicher abgestellt werden“ sehr unterschiedlich umgesetzt wird.
| Ort | Unterkunft | Fahrradunterbringung und Laden | Eindruck |
|---|---|---|---|
| Stemshorn | Thiemanns Hotel | Unterbringung nicht gesichert aber überdacht. Laden möglich. | Guter Startpunkt für die Reise und angenehmer Einstieg nach der ersten Etappe. |
| Thülsfelder Talsperre | Hotel Heidegrund | gut | Schön gelegen und guter Zwischenstopp im Oldenburger Münsterland. Abendessen schlecht. |
| Delfzijl | Hotel De Boegschroef | gut | Erste Übernachtung in den Niederlanden und guter Ausgangspunkt für die Weiterfahrt. Sehr schlechtes Frühstück |
| Dwingeloo | Fletcher Hotel De Borken | gut | Schöne Lage in einer abwechslungsreichen Landschaft mit Wald und Heide. |
| Elburg | Boutique Hotel Elburg | gut | Historischer Ort am Wasser mit besonderer Atmosphäre. |
| Den Oever | Huis van de Wadden | Fahrradabstellung in einer Garage. Laden der Akkus nur im Aufenthaltsraum möglich. | Kleines, persönliches B&B mit besonderer Atmosphäre. Für Radreisende ein guter Ausgangspunkt vor der Fahrt nach Texel, besonders durch die Nähe zur Fähre. |
| Texel | Hotel Greenside, De Koog | gut | Idealer Ausgangspunkt für die Inselerkundung mit Dünen, Leuchtturm und Strand. |
| IJmuiden | Leonardo Hotel IJmuiden | gut | Praktischer Ausgangspunkt nach der langen Küstenetappe. Preis für die Leistung zu hoch. |
| Rotterdam | Hotel New York | Fahrradabstellung nur über Treppen zugänglich. | Eines der Highlights der Reise. Historisches Gebäude der Holland-Amerika-Linie, besondere Lage an der Maas und außergewöhnliche Loft mit Terrasse und Hafenblick. |
| Uithoorn | Amsterdam Hotel Uithoorn | Fahrradabstellung hinter dem Hotel. Abstellung nicht ausreichend gesichert. Laden nur auf dem Zimmer. | Sehr guter Ausgangspunkt für Amsterdam durch Tram- und Metroverbindung. |
| Amersfoort | NH Hotel Amersfoort | Fahrradabstellung in der Tiefgarage. Laden der Akkus nur auf dem Zimmer. | Schöne historische Stadt und angenehmer Zwischenstopp. |
| Zeddam | Hotel Het Montferland | gut | Eines der schönsten Erlebnisse der Reise. Historische Motte, besondere Lage und beeindruckender Blick über die Landschaft. |
| Billerbeck | Domschenke | gut | Angenehmer Aufenthalt in den Baumbergen mit Blick auf den Ludgerus-Dom. |
| Marienfeld | Hotel Klosterpforte | Fahrradunterbringung nicht gesichert, zusammen mit den Leihrädern des Hotels. Laden der Akkus möglich. | Hervorragender Service und sehr gute Gastronomie. Das Zimmer war bei großer Hitze ohne Klimaanlage entsprechend warm. |
Fahrradunterbringung und Laden der Akkus
Bei der Auswahl der Unterkünfte hatten wir bereits im Vorfeld immer nach einer geeigneten Abstellmöglichkeit für unsere Fahrräder gefragt. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv und grundsätzlich fanden wir auf der gesamten Reise eine Lösung für unsere Räder.
Die Qualität der Unterbringung war allerdings sehr unterschiedlich. Nicht immer handelte es sich um einen abgeschlossenen Fahrradraum oder eine speziell eingerichtete Garage. Die Möglichkeiten reichten von Fahrradbereichen über abgeschlossene Nebenräume bis hin zu einem Seminarraum.
Bei einigen Unterkünften waren die vorgesehenen Abstellbereiche zudem bereits teilweise durch Lagergegenstände oder hoteleigene Leihräder belegt. Dann mussten wir zunächst etwas Platz schaffen und die Fahrräder entsprechend sortieren.
In einzelnen Fällen entsprach die tatsächliche Situation nicht ganz der vorher angekündigten sicheren Unterbringung. So standen die Fahrräder beispielsweise bei Thiemanns Hotel in Stemshorn, im Hotel Uithoorn bei Amsterdam sowie bei der Hotel Klosterpforte in Marienfeld nicht so geschützt, wie wir es uns für hochwertige E-Bikes gewünscht hätten.
Auch das Laden der Akkus war nicht überall direkt am Abstellplatz möglich. Teilweise mussten die Akkus ausgebaut und auf dem Zimmer geladen werden. Gerade bei unseren Riese & Müller Supercharger 2 mit DualBattery-System bedeutet das einen zusätzlichen Aufwand.
Unser Fazit: Eine Unterbringungsmöglichkeit für Fahrräder war auf der gesamten Reise vorhanden, die Qualität und der Komfort dieser Lösungen unterschieden sich jedoch deutlich. Für eine längere E-Bike-Reise bleibt ein abschließbarer Fahrradraum mit Lademöglichkeit am Stellplatz ein wichtiges Qualitätsmerkmal.
Bildergalerie der Sommertour 2026
Die einzelnen Etappenberichte können natürlich nur einen Teil der Erlebnisse dieser Reise wiedergeben. Einige Eindrücke haben deshalb keinen eigenen Platz im Text gefunden. In dieser Galerie sammeln wir weitere Momente zwischen Weser, Münsterland, Nordsee, Texel, Rotterdam und Amsterdam.











































































