Manchmal liegen die schönsten Ausflugsziele direkt vor der Haustür. Nur wenige Kilometer von Hameln entfernt erhebt sich mit dem Süntel einer der markantesten Höhenzüge des Weserberglandes. Ziel dieser Tour war der Süntelturm bei Bad Münder, der mit seiner beeindruckenden Aussicht, einer gemütlichen Einkehr und seit Kurzem auch mit einigen neuen Attraktionen lockt.
Die rund 28 Kilometer lange Rundtour verbindet ruhige Waldstraßen, aussichtsreiche Höhenlagen und eine abwechslungsreiche Streckenführung. Mit rund 540 Höhenmetern ist sie zwar kein Spaziergang, lässt sich mit dem E-Bike aber sehr angenehm fahren.
Tourübersicht
Datum: 30. Mai 2026
Distanz: 28,3 km
Höhenmeter: 572 m Anstieg / 559 m Abstieg
Fahrzeit: 1:34 Stunden reine Fahrzeit
Wetter: Sonnig mit angenehmen Frühsommertemperaturen und guter Fernsicht
Route: Hameln – Holtensen – Unsen – Flegessen – Klein Süntel – Bergschmiede – Eulenflucht – Süntelturm – Welliehausen – Holtensen – Hameln
Einkehr: Waldgaststätte Süntelturm („Süntelturm mit Herz“)
Besonderheiten: Neuer Aussichtspunkt mit weitem Blick über das Weserbergland, historischer Süntelturm auf der Hohen Egge, blau illuminierter Turmaufstieg, Fernsicht bis zu den Höhenzügen des Weserberglandes, autofreie Waldstraße zwischen Bergschmiede und Eulenflucht sowie gemütlicher Biergarten am Süntelturm.


Über Bergschmiede und Eulenflucht auf den Süntel
Für die Auffahrt auf den Süntel hatte ich bewusst eine Route gewählt, die die Höhenmeter möglichst gleichmäßig über die gesamte Strecke verteilt. Von Hameln führte die Tour zunächst über Holtensen nach Unsen und weiter durch Flegessen und Klein Süntel. Erst kurz vor Bad Münder begann der eigentliche Anstieg in Richtung Bergschmiede und weiter zur Eulenflucht.
Besonders angenehm ist dabei die asphaltierte Waldstraße, die sich in zahlreichen Kurven durch den Wald hinaufzieht. Für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr ist die Strecke gesperrt, sodass wir den Anstieg nahezu ohne Autoverkehr genießen konnten. Meter für Meter gewannen wir an Höhe, während sich die Landschaft zunehmend in dichten Mischwald verwandelte.
Gerade mit dem E-Bike ist diese Auffahrt eine ideale Möglichkeit, den Süntel entspannt zu erreichen. Die Steigungen bleiben moderat und verteilen sich angenehm über die Strecke. Statt eines einzigen steilen Anstiegs entwickelt sich die Tour Schritt für Schritt, bis schließlich die Höhenlagen des Süntels erreicht sind.
Ein neuer Aussichtspunkt mit Fernblick
Kurz vor dem Süntelturm lohnt sich ein Halt am neugestalteten Aussichtspunkt. Von hier reicht der Blick weit über das Weserbergland und die umliegenden Höhenzüge.
An diesem Tag herrschte ausgezeichnete Fernsicht. Weiße Wolken zogen über den blauen Himmel und sorgten für eine eindrucksvolle Kulisse. Nach dem Anstieg war dies der perfekte Ort für eine erste Pause und einige Erinnerungsfotos.
Der Aussichtspunkt ergänzt den Besuch des Süntelturms hervorragend und bietet bereits vor dem eigentlichen Höhepunkt der Tour einen beeindruckenden Blick über die Landschaft.



📍 Wissenswertes zum Süntelturm
Der Süntelturm steht auf der Hohen Egge, der mit rund 440 Metern höchsten Erhebung des Süntels bei Bad Münder. Der markante Aussichtsturm wurde zwischen 1899 und 1901 aus heimischem Süntelsandstein errichtet und ist rund 25 Meter hoch.
Bereits zuvor stand an dieser Stelle der hölzerne Augusta-Turm, der jedoch baufällig geworden war. Die Grundsteinlegung des heutigen Turms erfolgte am 24. September 1899. Zur Einweihung am Himmelfahrtstag des Jahres 1901 kamen mehr als 1.500 Besucher auf die Hohe Egge.
- Standort: Hohe Egge im Süntel bei Bad Münder
- Höhe des Turms: rund 25 Meter
- Erbaut: 1899 bis 1901
- Material: heimischer Süntelsandstein
- Aufstieg: 107 Stufen bis zur Aussichtsplattform
- Besonderheit: denkmalgeschützter Aussichtsturm mit weitem Blick über das Weserbergland
Von oben reicht der Blick bei guter Sicht über große Teile des Weserberglandes. Zu erkennen sind unter anderem Deister, Bückeberg, Ith, Solling und das Wesergebirge. Bei außergewöhnlich klarer Sicht soll sogar der Brocken im Harz sichtbar sein.
Nach einer kurzen Pause stand natürlich auch der Aufstieg auf den Süntelturm auf dem Programm. Bereits die ersten Stufen machten deutlich, dass hier inzwischen mehr geboten wird als nur eine Treppe zur Aussichtsplattform.
Die historische Wendeltreppe aus Sandstein wird heute durch eine stimmungsvolle blaue Beleuchtung in Szene gesetzt. Die massiven Steinwände, das gedämpfte Licht und die engen Windungen der Treppe verleihen dem Aufstieg eine ganz besondere Atmosphäre.
Stufe für Stufe führt der Weg durch das über 120 Jahre alte Gemäuer nach oben. Immer wieder fällt Tageslicht durch kleine Fenster und gibt den Blick auf die beeindruckende Bauweise des Turms frei.
Oben angekommen werden die Mühen des Aufstiegs sofort belohnt. Von der Plattform reicht der Blick weit über die bewaldeten Höhenzüge des Weserberglandes. Informationstafeln helfen bei der Orientierung und zeigen, welche Ziele am Horizont zu erkennen sind. Auf einer Tafel wird sogar auf den Brocken hingewiesen, der bei außergewöhnlich guter Sicht sichtbar sein soll.





Süntelturm mit Herz
Seit Frühjahr 2026 präsentiert sich der Süntelturm unter neuer Leitung. Unter dem Motto „Süntelturm mit Herz“ wurde das beliebte Ausflugsziel behutsam weiterentwickelt.
Besonders gefallen hat uns die entspannte Atmosphäre rund um die Waldgaststätte. Die gemütlichen Sitzgruppen unter den alten Bäumen laden zum Verweilen ein und passen hervorragend zur ruhigen Lage mitten im Wald.
Der Biergarten war an diesem Mittag gut besucht und vermittelte genau die entspannte Stimmung, die man sich nach einem Anstieg auf den Süntel wünscht.



Currywurst, Bier und eine rasante Abfahrt
Nach dem Turmaufstieg gönnten wir uns zunächst eine ausgedehnte Pause. Für uns gab es ein kühles Bier und eine Currywurst, bevor wir den Rückweg nach Hameln antraten.


Während die Hinfahrt bewusst so gewählt war, dass sich die Steigungen angenehm über die Strecke verteilten, führte uns Komoot auf dem Rückweg deutlich direkter ins Tal. Über eine steile Abfahrt ging es hinunter nach Welliehausen. Die zuvor mühsam erarbeiteten Höhenmeter waren innerhalb weniger Minuten wieder verloren.

Von Welliehausen führte die Route über Holtensen zurück nach Hameln. Die letzten Kilometer verliefen entspannt und boten noch einmal schöne Ausblicke auf die Landschaft am Rand des Süntels.
Fazit
Der Süntelturm ist ein ideales Ziel für eine Halbtagestour ab Hameln. Die Kombination aus ruhigen Waldstraßen, einem gleichmäßigen Anstieg, einem neugestalteten Aussichtspunkt, dem historischen Aussichtsturm und einer gemütlichen Einkehr macht den Reiz dieser Runde aus.
Besonders gelungen ist die Verbindung aus Naturerlebnis, Aussicht und Gastronomie. Mit dem neuen Konzept „Süntelturm mit Herz“ hat das beliebte Ausflugsziel zusätzlich an Attraktivität gewonnen.
Wer eine abwechslungsreiche E-Bike-Tour mit überschaubarer Distanz, aber dennoch einigen Höhenmetern sucht, findet hier eine lohnende Runde direkt vor den Toren Hamelns.
