Es war einer dieser Tage, an denen einfach alles zusammenpasst: Sonnenschein, angenehme Temperaturen, eine schöne Radtour und ein Mittagessen in meinem Lieblingsrestaurant. Für mich war dieser Sonntag perfekt.
Das Ziel stand schon vor der Strecke fest: die Heisenküche. Für mich gibt es in Hameln keine bessere Küche. Und bei diesem Wetter wollten wir schon den Weg dorthin genießen – mit unseren Superchargern durch das Wesertal und am Süntel entlang.
Über den Weserradweg und am Süntel entlang
Von Hameln fuhren wir zunächst auf dem Weserradweg bis Fischbeck. Anschließend ging es am Gut Stau vorbei und weiter über Zersen zur Pappmühle. Felder, alte Bäume und bewaldete Hänge begleiteten uns, dazwischen zeigten sich die ersten Herbstfarben.
Die Sonne schien, aber es war nicht zu warm. Genau das richtige Wetter, um unterwegs zu sein und sich Zeit für die Landschaft zu nehmen.


Über Bensen mit der markanten Friedenseiche führte unsere Strecke weiter über Haddessen und Pötzen nach Holtensen. Der Wechsel zwischen offenen Landschaften, kleinen Dörfern und schattigen Abschnitten machte die Fahrt abwechslungsreich.

Von Holtensen ging es zur Heisenküche in den angenehm kühlen Wald. Bald lag das alte Forsthaus vor uns. Unser Tisch war für 12:30 Uhr reserviert – und nach der schönen Anfahrt freuten wir uns aufs Mittagessen.

Ein Forsthaus mit langer Geschichte
Dunkles Fachwerk, helle Gefache, ein rotes Ziegeldach und ringsherum alte Bäume: Schon das Haus macht die Heisenküche zu einem besonderen Ort.
Laut der Hamelner Stadtwaldchronik wurde das Forsthaus 1792 erbaut und 1794 vom Forstknecht Anton Hundertmark bezogen. Ursprünglich diente es den Forstleuten als Wohn- und Arbeitsstätte. Weil Hamelner Bürger und Wanderer die Forsthäuser gern aufsuchten, erhielten die Forstknechte die Erlaubnis, Gäste zu bewirten und damit ihr Gehalt aufzubessern. 1905 beschloss die Stadt, die Forsthäuser als Waldgaststätten zu verpachten. Die Einkehr hat hier also eine lange Tradition. Quelle: Stadtwaldchronik der Stadt Hameln, Abschnitt 5.3.1

Der Gedanke gefällt mir: Schon lange vor uns kamen Menschen aus Hameln hierher, um draußen unterwegs zu sein und anschließend einzukehren. Heute stellen wir unsere Räder ab und setzen diese Tradition auf unsere Weise fort.
Mittagessen auf der Terrasse
Bei diesem Wetter war die Terrasse genau der richtige Platz. Unter den Bäumen saßen wir angenehm kühl, vor uns der gedeckte Tisch, um uns herum das alte Forsthaus und der Wald. Hier hätte ich an diesem Sonntag nirgendwo lieber sitzen wollen.

Zum Auftakt gab es Pfifferlingcremesüppchen mit Croutons und Bresaola-Crostini. In der gläsernen Tasse serviert, daneben das belegte Crostini – ein schöner Beginn unseres Mittagessens.

Als Hauptgang folgte rosa Lammrücken in der Olivenkruste auf Thymianjus, mit Bohnengemüse und Kartoffelgratin. Der rosa Anschnitt, die Sauce und die feinen Schichten des goldbraunen Gratins sind auf dem Foto gut zu erkennen. Für mich war das Essen perfekt.

Dazu gab es einen Chardonnay Gumpoldskirchen der Familie Reinisch aus der österreichischen Thermenregion. Für mich passte er wunderbar zum Essen.

Zum Abschluss kamen österreichische Topfenknödel in Butterbröseln auf Zwetschkenröster mit Walnusskrokantauf den Tisch. Vom ersten Gang bis zum Dessert war dieses Mittagessen genau so, wie ich es mir gewünscht hatte.

Glücklich zurück nach Hameln
Nach dem Essen nahmen wir den direkten Rückweg über Rohrsen nach Hameln. Insgesamt kamen 35,6 Kilometer und 250 Höhenmeter zusammen – mit einer längeren Anfahrt durch die Landschaft und einem kurzen Heimweg nach der Einkehr.
Was diesen Tag für mich perfekt machte, war das Zusammenspiel: gemeinsam Rad fahren, die Landschaft genießen, Sonne ohne Hitze und anschließend dieses Essen auf der Terrasse der Heisenküche. Alles passte.
Ein perfekter Tag muss nicht weit weg stattfinden. Unserer lag direkt vor der Haustür – mit der für mich besten Küche Hamelns als Höhepunkt.

Die Tour auf Komoot
Unsere gesamte Runde mit 35,6 Kilometern und 250 Höhenmetern findet ihr auf Komoot – vom Weserradweg über den Süntelrand zur Heisenküche und über Rohrsen zurück nach Hameln. Zum Anschauen und Nachfahren:
