Wiedereinstieg nach der Pause
Nach einigen Wochen Radpause war es Zeit für die erste längere Runde im Weserbergland. Nach einer Leistenbruch-Operation wollte ich es zum Einstieg bewusst ruhig angehen lassen. Eine überschaubare Strecke, moderate Anstiege und eine schöne Einkehr am Ende – genau richtig für den Wiedereinstieg.
Diese Radtour Hameln Hastenbeck Börry bietet zudem eine hervorragende Gelegenheit, die Natur und die schöne Landschaft des Weserberglandes zu genießen.
Gleichzeitig war es auch die erste Ausfahrt nach der Inspektion meines Riese & Müller Supercharger.
Dabei hat das Rad zwei kleine technische Updates bekommen.
Neu montiert sind jetzt Schwalbe Marathon Plus MTB Reifen. Von ihnen verspreche ich mir vor allem etwas mehr Grip auf Feldwegen und unbefestigten Abschnitten. Gerade im Weserbergland gehören solche Passagen immer wieder zu meinen Touren, und hier könnte der etwas gröbere Reifen seine Vorteile ausspielen.
Außerdem wurde der ursprüngliche elektrische Bedientaster der Rohloff-Schaltung ersetzt. Mein Rad war noch mit der ersten Version des elektrischen E-14 Bedientasters ausgestattet. Die Funktion war zwar einwandfrei, ergonomisch hat mich dieser Schalter aber nie vollständig überzeugt.
Jetzt ist der neue Rohloff E-14 Trigger Shifter montiert. Dieser wurde als ergonomische Weiterentwicklung des ursprünglichen Bedientasters entwickelt. Die Bedienung erfolgt über zwei klar getrennte Schalttasten, die sich deutlich präziser und angenehmer bedienen lassen. Gleichzeitig reagiert die Schaltung spürbar schneller auf die Schaltbefehle, was besonders beim Anfahren oder an kurzen Anstiegen positiv auffällt.
Für die erste Runde nach der Pause war das also eine gute Gelegenheit, die Änderungen direkt im Alltag zu testen.


Von Hameln nach Hastenbeck
Startpunkt der Runde war die Innenstadt von Hameln. Zunächst führte die Strecke aus der Stadt hinaus entlang der Hamel. Dieser Abschnitt verläuft weitgehend flach und eignet sich gut, um langsam in die Tour hineinzufinden.
Anschließend ging es vorbei am Weserberglandstadion weiter in Richtung Hastenbeck. Bis hierhin bleibt die Strecke noch recht entspannt und ohne größere Steigungen.
Historische Fachwerkhäuser in Hastenbeck
Im Ortskern von Hastenbeck fallen einige besonders schöne Fachwerkhäuser auf. An mehreren Gebäuden erinnern Inschriften an ein Ereignis, das den Ort bis heute prägt: die Schlacht bei Hastenbeck im Jahr 1757.
Einige Häuser wurden nach den Kämpfen neu aufgebaut. Über den Torbalken sind noch heute Inschriften zu lesen, die daran erinnern, dass das Dorf während der Schlacht stark zerstört wurde. Sie berichten vom Wiederaufbau der Gebäude im Jahr 1758 und nennen teilweise auch die damaligen Bauherren.


Solche Details machen einen kurzen Stopp im Ort besonders lohnenswert. Die Inschriften sind ein stilles Zeugnis der Geschichte und verbinden den heutigen Ort direkt mit den Ereignissen des Siebenjährigen Krieges.
Abstecher zum Schlachtfeld
Im Ort Hastenbeck machten wir zunächst einen kurzen Abstecher über einen unbefestigten Feldweg. Dieser führt hinauf in Richtung des ehemaligen Schlachtfeldes der Schlacht bei Hastenbeck.
Heute wirkt die Landschaft ruhig und unscheinbar, doch genau hier trafen im Jahr 1757 während des Siebenjährigen Krieges französische Truppen auf das sogenannte Observationsheer aus Hannover, Hessen und Braunschweig.



Von den Feldern oberhalb des Ortes öffnet sich ein weiter Blick über die Landschaft rund um Hastenbeck und das Wesertal
🏛️ Schlacht bei Hastenbeck – Kampfgeschehen im Weserbergland
Die Schlacht bei Hastenbeck fand am 26. Juli 1757 während des Siebenjährigen Krieges statt. Auf den Feldern rund um Hastenbeck trafen französische Truppen auf das sogenannte Observationsheer aus Hannover, Hessen und Braunschweig.
Heute wirkt die Landschaft ruhig und unscheinbar, doch im Sommer 1757 war sie Schauplatz eines der bekanntesten Gefechte in Norddeutschland. Das Dorf Hastenbeck lag dabei unmittelbar im Kampfgebiet.
- Die Kämpfe fanden auf den Höhen und Feldern rund um Hastenbeck statt.
- Mehrere Gebäude im Ort wurden während der Schlacht zerstört oder brannten nieder.
- Noch heute erinnern Inschriften an Fachwerkhäusern sowie ein Denkmal an die Ereignisse.
Besonders eindrucksvoll ist, dass sich die Geschichte hier bis heute direkt im Ortsbild ablesen lässt. Einige Häuser wurden bereits 1758 wieder aufgebaut und tragen noch heute entsprechende Inschriften über den Torbalken.
Richtung Voremberg und Völkerhausen
Zurück im Ort führte die Strecke zunächst auf einem Radweg neben der Straße weiter nach Süden. Kurz darauf zweigt die Route in Richtung Voremberg ab.
Hier beginnt der eigentliche Anstieg der Tour. Über kleine Straßen geht es bergauf in Richtung Völkerhausen. Die Steigung ist spürbar, bleibt aber gut fahrbar und wird immer wieder mit schönen Blicken über die Landschaft des Weserberglands belohnt.



Oben angekommen folgt eine längere Abfahrt zurück Richtung Wesertal.
Durch Börry entlang der Ilse
Die Strecke führt anschließend nach Börry. Der kleine Ort liegt ruhig zwischen den Hügeln des Weserberglands und dem Wesertal.
Besonders idyllisch ist der Abschnitt entlang der Ilse, einem kleinen Bach, der sich durch den Ort schlängelt. Fachwerkhäuser und alte Höfe verleihen dem Dorf eine besonders ruhige Atmosphäre.


Gerade solche Passagen machen für mich den besonderen Reiz vieler Touren im Weserbergland aus.
Zurück ins Wesertal
Hinter Börry führt die Route wieder hinunter ins Wesertal. Über Latferde geht es anschließend weiter Richtung Grohnde.
Hier erreicht man schließlich die Weser und damit auch das Ziel der Tour.
Mittagspause im Grohnder Fährhaus


Direkt an der Weser liegt das Grohnder Fährhaus, das sich hervorragend für eine Einkehr eignet.





Nach den ersten Kilometern der Saison war die Mittagspause mehr als willkommen. Für mich gab es eine knusprige Schweinshaxe mit zwei Knödeln und Sauerkraut – dazu ein frisch gezapftes Weißbier.
Genau die richtige Stärkung für den zweiten Teil der Tour.
Rückweg entlang der Weser
Der Rückweg führte anschließend entspannt auf dem Weserradweg zurück Richtung Hameln.



Die Strecke verläuft hier weitgehend flach entlang der Weser und eignet sich perfekt zum entspannten Ausrollen.
Kurz vor der Innenstadt fällt noch einmal der Blick auf die ehemalige Kampffmeyer-Mühle im Hafenbereich. Das markante Gebäude am Weserufer hat die Silhouette des Hamelner Hafens über Jahrzehnte geprägt – nun steht sein Abriss bevor.
Fazit der Tour
Die Runde über Hastenbeck und Börry ist eine schöne kurze Tour im Hamelner Umland. Moderate Anstiege, weite Ausblicke über das Weserbergland und eine entspannte Einkehr an der Weser machen sie zu einer idealen Feierabend- oder Wochenendrunde.
Gerade für den Saisonstart hätte ich mir kaum eine bessere Strecke wünschen können.
Tourübersicht der Radtour Von Hameln über Hastenbeck und Börry
Region: Weserbergland
Tourtyp: Rundtour
Rad: E-Bike
Start / Ziel: Hameln
Charakter: Abwechslungsreiche Runde mit moderaten Anstiegen und entspanntem Rückweg entlang der Weser.
Streckenverlauf:
Hameln – Afferde – Hastenbeck – Voremberg – Börry – Grohnde – Weserradweg – Hameln
Highlights der Tour:
- Fachwerkhäuser in Hastenbeck
- Blick über das historische Schlachtfeld von Hastenbeck
- kleine Anstiege rund um Voremberg und Börry
- Einkehr im Grohnder Fährhaus
- entspannter Rückweg über den Weserradweg
Karte & Profil
👉 Hier die Tour bei Komoot ansehen:
