Diese Wintertour Weserbergland steht ganz im Zeichen der Jahreszeit. Es ist trüb, kalt und mit maximal vier Grad deutlich winterlich. Die Sonne zeigt sich nicht, stattdessen liegt eine gedämpfte, ruhige Stimmung über der Landschaft. Start ist in Hameln, das Ziel für den Hinweg steht dennoch früh fest: die Mittagspause in der Schlosswirtschaft Hehlen.
Die Strecke ist bewusst so gewählt, dass der Hinweg überwiegend abseits des Weserradwegs verläuft. Statt flachem Flusstal geht es über kleinere Straßen, neue Infrastruktur und einen markanten Höhenzug. Der Rückweg ist deutlich ruhiger geplant und folgt klassisch dem Weserradweg zurück nach Hameln.
Nach dem Start führt die Route zunächst ein kurzes Stück entlang der Hamel, dem Fluss, nach dem Hameln benannt ist, aus dem Stadtgebiet hinaus.

Ab Afferde verläuft der Hinweg über die neue Fahrradstraße in Richtung Hastenbeck. Dieser Abschnitt ist noch vergleichsweise neu und sorgt in der Region für Diskussionen.

Für die Tour ergibt sich hier eine direkte und klar geführte Verbindung zwischen den beiden Orten. Unabhängig von der Debatte zeigt sich auf der Fahrt, wie stark sich neue Infrastruktur unmittelbar auf den Streckenverlauf auswirkt. Hinter Hastenbeck nimmt der Verkehr spürbar ab, der ländliche Raum beginnt.
Mit zunehmender Distanz zur Weser öffnet sich die Landschaft. Kleine Straßen und Verbindungswege führen weiter Richtung Hagenohsen. Das Profil wird allmählich hügeliger, ohne unruhig zu wirken. In Hagenohsen beginnt schließlich der Anstieg auf den Bückeberg. Die Auffahrt erfolgt über eine historische Straße, die abschnittsweise noch mit Kopfsteinpflaster versehen ist.

Dieser Abschnitt hebt sich deutlich von den zuvor gefahrenen Wegen ab und verleiht dem Anstieg einen eigenen Charakter.
🏞️ Bückeberg – Landschaft, Geschichte und Erinnerungsort
Der Bückeberg südlich von Hagenohsen ist ein markanter Höhenzug im Weserbergland. Bekannt wurde er insbesondere durch seine Rolle als Ort der nationalsozialistischen Reichserntedankfeste in den Jahren 1933 bis 1937, zu denen hunderttausende Menschen anreisten. Für diese Massenveranstaltungen wurde das Gelände großflächig umgestaltet und durch Wege und Straßen erschlossen, von denen einige bis heute bestehen.
- Die Auffahrt von Hagenohsen folgt abschnittsweise einer historischen Trasse mit Kopfsteinpflaster.
- Einige damalige Wegeführungen sind noch erkennbar, auch wenn die Natur vieles überformt hat.
- Heute ist der Ort als Dokumentations- und Lernort Bückeberg zugänglich und bewusst zurückhaltend gestaltet.
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Quellen: Wikipedia · Dokumentations- und Lernort Bückeberg






Bei den niedrigen Temperaturen und der fehlenden Sonne wirkt die Landschaft zurückhaltend und still. Gerade auf den freien Abschnitten oberhalb der Weser wird deutlich, dass diese Tour klar eine Winterrunde ist.
Nach dem Abstieg führt die Strecke zurück ins Wesertal. Kurz vor Grohnde fällt der Blick auf das Kernkraftwerk Grohnde, das auch nach seiner Stilllegung ein prägender Orientierungspunkt entlang der Weser bleibt.

Das Gelände wird flacher, die Nähe zum Fluss ist wieder spürbar, Hehlen rückt näher.
Kurz vor dem Ort quert die Route die Weser über das sogenannte „Blaue Wunder“. Die vergleichsweise neue Brücke hat die frühere Fährverbindung ersetzt und ermöglicht heute eine direkte, wetterunabhängige Querung des Flusses. Mit der Überfahrt ist der Hinweg abgeschlossen.

Die Einkehr erfolgt in der Schlosswirtschaft Hehlen, die in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden des Schlosses Hehlen untergebracht ist. Während das Schloss selbst etwas zurückgesetzt liegt, prägen die Wirtschaftsgebäude das Ensemble direkt an der Weser.

Die Küche ist anspruchsvoll, saisonal und bewusst kein Kompromiss – für diese Tour klar der kulinarische Höhepunkt.






Nach der Mittagspause verläuft der Rückweg klassisch über den Weserradweg zurück nach Hameln. Der Charakter der Tour ändert sich deutlich. Nach dem abwechslungsreichen Hinweg geht es nun flach und gleichmäßig entlang des Flusses. Der Weserradweg ist vertraut, gut ausgebaut und erlaubt entspanntes Rollen.
Kurz vor dem Ziel führt der Weg am Hamelner Hafen entlang. Die ehemalige Kampffmeiermühle prägt diesen Abschnitt bis heute. Die Diskussionen um den geplanten Abriss und die zukünftige Nutzung des Areals zeigen exemplarisch, wie sich der Stadtraum entlang der Weser im Wandel befindet – ein Thema, das auch auf bekannten Wegen immer wieder neue Perspektiven eröffnet.

Mit der Rückkehr nach Hameln schließt sich die Runde.
Auch wenn die Strecke gut fahrbar war, zeigte sich der Winter an diesem Tag deutlich. Bei Temperaturen um die vier Grad und ohne Sonne war passende Kleidung entscheidend. Mit warmen Handschuhen und Neoprengamaschen blieb die Fahrt dennoch durchgehend angenehm.

Weitere Tourideen findest du in meiner Übersicht Sternförmig ab Hameln – 11 Touren zum Einstieg mit dem E-Bike, wo ich ähnliche Runden rund um Hameln vorstelle.
Fazit
Die Tour verbindet abwechslungsreiche Streckenführung, regionale Geschichte und einen bewusst gesetzten kulinarischen Mittelpunkt. Trotz trüber Witterung und niedriger Temperaturen bleibt der Charakter der Runde stimmig. Eine ausgewogene Wintertour Weserbergland, die auch ohne Sonne ihren Reiz entfaltet.
Wintertour Weserbergland – Tourübersicht
Region: Weserbergland
Tourtyp: Rundtour
Rad: E-Bike
Start / Ziel: Hameln
Charakter: abwechslungsreich, hügelig im Hinweg, flach im Rückweg
Streckenverlauf (Hinweg):
Hameln – Afferde – Hastenbeck – Hagenohsen – Bückeberg – Grohnde – Hehlen
Rückweg:
Hehlen – Weserradweg – Grohnde – Hameln
Highlights der Tour:
- neue Fahrradstraße zwischen Afferde und Hastenbeck
- historische Auffahrt auf den Bückeberg mit Kopfsteinpflaster
- Blick ins Wesertal und auf das Kraftwerk Grohnde
- Einkehr in der Schlosswirtschaft Hehlen
- entspannter Rückweg über den Weserradweg
Karte & Profil
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