Von Hameln in die Südheide

25. Mai 2015 | Von | Kategorie: Mehrtagestouren

Erster Tag: Hameln – Mehle

Wir starten unsere Tour am Nachmittag. Nur 31 km liegen heute vor uns. Ziel der ersten Etappe ist Mehle, das zu Elze gehört.

Diesmal wollten wir den steilen Aufstieg zum Felsenkeller in Coppenbrügge vermeiden. Also radelten wir erst einmal in Richtung Groß Hilingsfeld. Von dort ging es weiter nach Hohnsen und dann entlang der B442, später durch Felder nach Coppenbrügge. Die Steigung hatten wir wirklich umfahren.

In Coppenbrügge kehrten wir auf ein Bier ins Restaurant Bulut ein. Ein mediterranes Restaurant mit Biergarten, direkt an unserer Strecke.

Weiter ging es entlang der B1 über Marienau und Hemmendorf bis Mehle. Seitdem es die Umgehungstraße gibt, ist der Ort sehr ruhig. Früher donnerten durch die engen Straßen LKWs und der restliche Durchgangsverkehr der Bundesstraße 1 zwischen Hameln und Hildesheim.

Unser Hotel Schökel ist direkt in der Ortsmitte. Als wir um 17 Uhr dort waren, war die Tür noch verschlossen. Nach Klopfen wurde uns aufgemacht. Das Hotel ist im kolonialen, afrikanischen Stil gehalten. Von einer Wand auf der Terrasse schauten uns ausgestopfte afrikanische Tierköpfe an. Hier tranken wir vor dem Abendessen noch ein Bier.

Das Abendessen selbst war ausgezeichnet, aber auch hochpreisig. Im Raum nebenan unterhielt Gunter Gabriel eine Firmenveranstaltung.

Nach dem Abendessen machten wir noch einen kurzen Rundgang durch den Ort.

Wetter: Heiter 17 Grad

Strecke: Radwege, asphaltierte Wirtschaftsweg, Bundesstraße ohne Radweg

Zweiter Tag: Mehle – Braunschweig

Das Frühstück passte nicht zum Abendessen. Es wurde am Tisch serviert. Lange Wartezeit, da vergessen wurde die Zeit weiterzugeben. Die Zutaten waren qualitativ nicht hoch. Wir wurden aber satt. Die Bedienung erzählte uns noch, dass wir Glück hatten, dass keine Hochzeit im Saal gefeiert wurde und es dann sehr laut wäre. Also hatten wir Glück, denn die Nacht war ruhig.

Wir waren schon vor 9 Uhr auf den Rädern. Durch die Elzer Schweiz ging es bergauf und bergab in Richtung Leinetal. Hier folgten wir dann ein Stück dem Leine-Heide-Radweg. Das Leinetal verließen wir später in Richtung Algermissen. Über Wirtschaftswege nur selten nicht asphaltiert, aber auch auf Straßen mit und ohne Radweg ging es weiter nach Osten. Die Landschaft ist hügelig, so dass auch ein paar Steigungen überwunden werden mussten.

In Ilsede machten wir im Groß Bültener Hof Pause. Wir saßen im Biergarten und aßen Spargelplatten.

Weiter ging es dann durch Ilsede. Von der einstigen Ilseder Hütte, einem großen Stahlwerk, war noch die alte Gebläsehalle stehengeblieben, sie wird heute für Veranstaltungen genutzt.

Über strassenbegleitende Radwege radelten wir weiter, ein kurzes Stück auch auf schmalen Wurzelwegen durch einen Wald. Oft gab es längere Ortsdurchfahrten ohne Radwege.

Die letzen 10 km folgten wir zuerst der B1, dann – schon auf Braunschweiger Stadtgebiet – auf Wegen durch Parks und Kleingärten. Zuletzt radelten wir auf einer längeren Fahrradstraße.

Unser Hotel, das Steigenberger Parkhotel, liegt im Bürgerpark direkt an einem See und der Oker, dem Fluss durch Braunschweig. Bis zur Altstadt von Braunschweig ist es nicht weit, so dass wir nachher noch einen längeren Stadtbummel machten. Die Altstadt ist sehr verbaut, bis auf einige „Traditionsinseln“ mit historischen Gebäuden, gibt es viel Neues. Sogar das historische Schloss ist ein Neubau und beherbergt eine Shoppingmall. Der Platz um die Burg Dankwaderode mit dem Braunschweiger Löwen war leider durch einen mittelalterlichen Markt vollgestellt. Ohne Eintritt kam man nicht hinein. Wir besichtigten daher nur den Dom. Sehenswert ist noch der Altstadtmarkt mit dem Gewandhaus und dem Altstadtrathaus.

Zu Abend gegessen hatten wir im Brauhaus Schadt mit deftigem Essen und Bier.

Wetter: wolkig 17 Grad

Strecke: Radwege, Wirtschaftswege, Waldwege

 

Dritter Tag: Braunschweig – Wahrenholz

Nicht anders als erwartet, war das Frühstück im Hotel perfekt. Gegen 9:30 Uhr fuhren wir los.

Die ersten Kilometer führten uns zuerst durch den Bügerpark entlang der Oker, dann durch die Braunschweiger Altstadt. Hinter dem Theater radelten wir über die Jasperallee durch ein schönes Gründerzeitviertel. Nach 5 km waren wir schon wieder im Grünen und kamen durch Braunschweiger Vororte bis zum Flughafen Braunschweig. Hier sind viele Bundesbehörden, wie das Luftfahrtbundesamt angesiedelt.

Bald ließen wir Braunschweig hinter uns. Bis zum Ziel radelten wir durch den Landkreis Gifhorn. Überwiegend gut ausgebaute Radwege. Bis Isenbüttel ging es durch abwechslungsreiche Landschaften. Spargelfelder lagen am Weg. Hinter Isenbüttel stießen wir auf den Tankumsee, ein großer Badesee mit Sandstrand.

Gegen Mittag erreichten wir die Kreisstadt Gifhorn. Im Schlossrestaurant aßen wir zu Mittag. Wir saßen sehr schön am Schlossgraben in der Sonne.

Nachmittags ging es vorbei am Schlosssee und dem Mühlenmuseum weiter nach Norden. Bis Kästorf radelten wir durch Wald, dann wieder über asphaltierte Wirtschaftswege. Bald entlang von Sandwegen, die an der Seite einen schmalen Radstreifen hatten, der sich gut befahren lies.

Zuletzt erreichten wir Wahrenholz unsere Ziel, wie fuhren jedoch weiter bis zum Heiligen Hain, ein großes Heidegebiet in der Südheide. Danach ging es den gleichen Weg zurück. In Wahrenholz hatten wir im Landhotel Meyer gebucht. Nach dem ersten Bier auf der Terrasse, gingen wir zur nahen Wassermühle an der Ise. Die Mühle konnte besichtigt werden und war in Betrieb.

Abendessen gab es auch auf der Terrasse. Das Essen war sehr gut. Nach dem Essen gab es Heidegeist und Ratzeputz.

Wetter: 21 Grad heiter

Strecke: Wirtschaftswege, Waldwege, Radwege neben Straßen

Vierter Tag: Wahrenholz – Uelzen

Nach gutem Frühstück ging es um 8.30 Uhr los. Beim Frühstück war es noch sonnig, danach wurde es zunehmend wolkiger. Wir folgten dem kleinen Fluss Ise. Durch Wald und Felder ging es dann weiter. In Höhe der Rentelmannschen Mühle in Emmen fing es dann richtig an zu regnen. In Hankensbüttel passierten wir das Otterzentrum, dem wir aus Zeitgründen keinen Besuch abstatten konnten.

Hinter Hankensbüttel wurde die Landschaft zunehmend hügeliger, einige Steigungen waren zu überwinden. Es ging über schmale, wenig befahrene Straßen in Richtung Bokel. Vorher kamen wir an der Bokeler Heide, einem Naturschutzgebiet mit Besenheide und Wacholder, vorbei.

Ab Bokel folgte dann der schlechteste Wegabschnitt: Ein sandiger Waldweg, zum Glück auf einer Seite mit einem Pfad für Radfahrer versehen. Viele Wurzeln und unzählige Kiefernzapfen behinderten jedoch unser Fortkommen. Kurz vor Bad Bodenteich war noch einmal ein Sandweg. Der gesamte Ort Bad Bodenteich stand im Zeichen eines Schützenfestes: Fahnen, Wimpel, Birkenzweige und natürlich wankend umherlaufende Schützen. Am Schützenplatz war noch wenig los, was wohl daran lag, dass einige am Tag zuvor zu viel getrunken hatten.

Im Restaurant Zum alten Ritter aßen wir dann zu Mittag, es gab Spargelbuffet.

Kurz nach der Weiterfahrt wurde der Regen heftiger: starker Sprühregen mit einem unangenehmen Wind. Bald wechselten wir an den Elbe-Seiten-Kanal, dem wir bis zur Schleuse Uelzen folgten. Glücklicherweise hatte der Regen wieder aufgehört, auf dem hohen Damm des Kanals wäre dies kein Vergnügen gewesen. Hinter der Schleuse verließen wir den Kanal wieder. Über Wirtschaftswege und später straßenbegleitende Radwege erreichten wir dann Uelzen mit seinem Hundertwasserbahnhof.

Die Rückfahrt mit der Bahn war wie immer stressig. Wir hatten im IC Fahrradplätze bis Hannover reserviert. Unsere Plätze waren jedoch von anderen Radlern quer zugestellt, so dass wir unsere Räder anders unterbringen mussten.

Durch des laustarke Eingreifen des Zugchefs, wurde bei der Fahrausweiskontrolle dann Ordnung in die Angelegenheit gebracht. Einige beschwerten sich noch über den Ton, aber eins hatte er geschafft: Alle Räder waren „vorschriftsmäßig“ untergebracht. So konnte er seiner befürchteten Kontrolle des Eisenbahnbundesamtes entgegensehen.

Wetter: 15 Grad, Wolkig, leichter Regen

Strecke: Wirtschaftswege, Waldwege, ruhige Straßen, Kanaluferweg

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Ein Kommentar auf "Von Hameln in die Südheide"

  1. dagmar arndt sagt:

    das klingt nach einer schönen tour, ich kann z.zt. nicht viel fahren, meine tochter macht eine weiterbildung und ich muß mich um die enkel kümmern, die schaffen höchstens 12 km, aber wir trainieren schon, tschüß und lg dagmar

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