Von der Weser an den Neckar

25. April 2014 | Von | Kategorie: Mehrtagestouren

569 km. Entlang der Weser und der Fulda, dann über den Vogelsberg bis zum Main und über den Odenwald. Das letzte Stück geht entlang des Neckars bis Heidelberg.


1. Etappe Hameln – Würgassen

5.45 Uhr ging der Wecker. Die Fahrradhandschuhe, die ich auf der letzen Tour irgend wo liegengelassen hatte, mussten noch von der Packstation abgeholt werden.  Danach Brötchen kaufen … frühstücken und dann ging es wirklich um 8.45 Uhr los.

Auf bekannten Wegen radelten wir auf dem Weserradweg nach Süden. Hier hat sich eine Menge getan. Der Weg wurde verbreitert und etliche Stellen wurden verbessert. Den Verantwortlichen scheint es ernst zu sein mit der angestrebten Zertifizierung. Es ist wohl wirklich so: In Zukunft gehören ADFC Sterne bei Radwanderwegen dazu, wenn man auf Dauer oberen mitschwimmen will.

Am Campingplatz Himmelpforten südlich von Bodenwerden, erlagen wir den niedrigen Bierpreisen und machten eine erste Rast. Es waren nur wenige andere Radfahrer unterwegs, die Saison für den Weserradweg hat noch nicht begonnen. Polle ließen wir diesmal rechts liegen und es ging weiter bis nach Holzminden. Hier machten wir – wie schon öfters – beim Türken „Magic Sofra“ halt. Sehr gutes Essen direkt auf dem Markplatz.

Auf dem weiteren Weg fing es kurz an zu regnen. Richtig nass wurden wir aber nicht. Vorbei an Kloster Corvey, wo gerade die Saisoneröffnungsfahrt der Flotte Weser halt machte, erreichten wir Höxter.  Weiter südlich in der Fährklause in Wehrden gab es nochmal etwas gegen den Durst. Kurz vor Würgassen setzen wir mit der Fähre über. Unsere Räder waren für die Fähre etwas zu lang und ließen sich auf dem schmalen Boot nur schwer drehen. Für einen Euro pro Person kamen wir aber doch rüber. Wenige hundert Meter weiter erreichten wir dann unser Hotel Forsthof. Freundliche Begrüßung, ordentliche Zimmer und gutes Abendessen. Es gab Spargel …

Morgen um 8.00 Uhr gibt es Frühstück. Leider ist der Wetterbericht für die nächsten Tage nicht gut. Gewitter, Regen…wir werden sehen.

2. Etappe Würgassen – Cuxhagen

Die ganze Nacht über hat es stark geregnet und gewittert. Beim Aufstehen war es trocken, aber es herrscht eine hohe Luftfeuchtigtkeit, es ist nebelig. Nach dem Früstück ging es um 9 Uhr los. Aus dem Wesertal konnten wir den Weserskywalk sehen. Für eine Fahrradtour doch zu hoch. In Bad Karlshafen, dass wir noch von der Diemeiltour kannten, wurden die Bargeldvorräte aufgefüllt. Kurz nach Bad Karlshafen pünktlich um 10 Uhr, fing es an zu regnen. Also die Regensachen an… Es war immer noch schwül, so dass es unangenehm war. Nachdem wir einmal die Regensachen ausgezogen hatten, fing es kurz drauf wieder an.

In Hannoversch Münden kehrten wir ein. Nichts besonders, aber wir wurden satt. Ein obligatorischer Besuch am Weserstein folgte.

Wo Werra sich und Fulda küssen
Sie ihre Namen büssen müssen,
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss

Die Inschrift spiegelt den Geist der damalige Zeit wieder.

Ab Hannoversch Münden folgten wir der Fulda. Im Hotel Rote Katze Grauer Kater direkt an der Fulda gab es noch ein Bier. In Hessen sind die Getränkepreise viel moderater als bei uns: Weizenbier für 2,90 €. Wenig später erreichten wir die „Nordhessische Metropole“ Kassel. Im ehemaligen Buga-Gelände war ein Wegweiser verdreht worden, so dass wir eine kleine Ehrenrunde um die Seen drehten.

Auf dem nächsten Stück wechselten wir immer wieder die Fuldaseite. Kurz vor Guxhagen, unserem Ziel, ging es nochmal  steil bergauf. Das Hotel erreichten wir gegen 17.15 Uhr. Wir hatten 97 km auf dem Tacho.

Das Hotel Montana Kassel Süd ist ein Autobahnhotel, das Zimmer ist aber zur Fuldaseite raus, so dass es ruhig ist. Das Abendessen beim angeschlossen Italiener war beeindruckend. Hohe Nachfrage moderater Preis und große Portionen. Gino in Hameln ist aber besser.

3. Etappe Guxhagen – Bad Hersfeld

Trotz der Nähe zur Autobahn war die Nacht sehr ruhig. Das Zimmer lag zur anderen Seite. Wie immer ging es um 9 Uhr los. Kurz noch bei einem Edekamarkt die Wasservoräte auffüllen und dann ging es wieder auf den Hessischen Fernradweg R1, der uns heute wieder weiter begleiten wird. Wie gestern war es dunstig, aber trocken.

Erstes Etappenziel war Melsungen mit einem schönen Fachwerk-Rathaus und einer sehenswerten Alstadt. Südlich von Melsungen sollte uns die Fahrradseilbahn über die Fulda bringen. Aber ein Schild wies uns darauf hin, das diese außer Betrieb ist. Sehr schade … Also bergauf über eine Straße parallel der Fulda. An der Seilbahn sahen wir, dass diese gewarte wurde. Immer wieder ging es mehr oder weniger steil bergauf, was uns ein wenig den geplanten Kilometerschnitt kaputt machte.

Vorbei am Kloster Haydau radelten wir weiter. Immer wieder wechselten wir die Fuldaseite. Bei knapp 50 Kilometer erreichten wir das Landgrafenstädtchen Rotenburg an der Fulda, den Urlaubsort meiner Kindheit. Zwei mal war ich mit meinen Eltern hier. Heute sind die Eindrücke anders, als Kind hat man die Welt anders wahrgenommen. In der Altstadt unweit der alten Fuldabrücke kehrten wir in der Schlossklause ein.

Auf der Weiterfahrt fing es leicht zu regnen an. Der Radweg wurde die nächsten Kilometer über gut ausgeschilderte Umleitungen geführt. Nachdem der Regen kräftiger wurde, legten wir dann doch die Regenhosen an.

Bis Bad Hersfeld folgten noch einige Aufs und Abs. Schließlich erreichten wir Bad Hersfeld. Auf dem ersten Blick wirkt Bad Hersfeld größer als Hameln, obwohl es nur die Hälfte der Einwohner hat. Ein kurzer Rundgang durch die Innenstadt rundete den Tag ab. Higlight war aber das Abendessen in unserem Hotel zum Stern.

Morgen folgt eine Etappe auf dem Bahnradweg Hessen bis zum Vogelsberg

4. Etappe Bad Hersfeld – Bermuthsheim

Nach dem Frühstück holten wir die Fahrräder aus dem „Lichthof“. Hier hat es gestern fast einen Disput gegeben. Ich hatte den Begriff „Lichthof“ falsch interpretiert. Ich dachte draußen in einem offenen Hof, der nichts für die Räder gewesen wäre. Aber es stellte sich schnell heraus, dass es sich um einen Raum mit Fenstern zu einem Innenhof handelte. Hier waren die Räder gut untergebracht.

Ein kurzer Abstecher zur Stiftsruine und dann ging es los, hinunter zur Fulda wieder auf unseren Radfernweg R1, der uns noch bis Schlitz begleiten wird. Südlich von Bad Hersfeld sahen wir die Hallen von Amazon fast direkt am Radweg. Ob sie uns die falsch gelieferten Gamaschen umtauschen würden? Wir fuhren dann doch weiter, wir wollten die Logistik von Amazon nicht lahmlegen.

Wie auf den letzen Etappen schöne Radwege, das Schild „Radwegschäden“ gibt es hier nicht. Kurz vor Schlitz erreichten wir den Bahnradweg Hessen, jetzt mit R7 ausgeschildert. Nach dem Schild sind wir auf einer Höhe von 219 m über N.N.. Bis fast 600 m soll es noch auf das Vogelsbergmassiv hochgehen. Aber wir folgen fast nur alten Bahntrassen, die zu Radwegen ausgebaut wurden. An der Uni habe ich ja gelernt, das Bahnstrecken nur bis 30 %o Steigung haben. Also kann es nicht so schlimm werden. Es sind ja auch noch fast 45 Kilometer. Vorweggenommen: Schlimm wurde es nicht.

Wir folgten bis Bad Salzschlirf einer Bahnstrecke, die 1989 stillgelegt wurden und jetzt als Radweg dient. Ab Bad Salzschlirf radelten wir erst parallel der Bahnstrecke, die hier noch in Betrieb ist, dann parallel der Bundesstraße B254 ab Angersbach bis Lauterbach, der Kreisstadt des Vogelsbergkreises.

Hier kehrten wir in der Gaststätte Zur Wachtel ein. Eine urige Gaststätte in der schönen Altstadt. Es gab Beutelches, eine Art Kartoffelkloß aus einer Masse von geriebenen Kartoffeln, Solberfleisch und Lauchstreifen, im Stoffbeutel gekocht. Dazu gab es Lauterbacher Bier.

Kurz hinter Lauterbach ging es dann nach einigen Steigungen auf die Trasse der ehemaligen Vogelsbergbahn, der wir bis zu unserem Ziel Bermuthshain folgen werden. Unterwegs grüßte uns das Schloss Eisenbach, dass noch bewohnt wird und nicht zu besichtigen ist. Es wurde warm, also das Fließ ausziehen. Leider fing es kurz danach an zur regnen und wir mussten die Regenjacken überziehen. Dann wurde es heftiger, also auch die Regenhosen und die Gamaschen an. Durch schöne Landschaft, aber mit latenter Steigung ging es weiter, es regnete mal mehr mal weniger.

Unser Zielort Bermuthshain liegt hinter einer Schleife der ehemaligen Bahnstrecke. Der Garmin zeigt eine Höhe von 488 m an.  In den Ort geht es steil bergab. Bis zu unserem Hotel Deusches Haus ist es nicht weit. Das Hotel mach noch – es ist gegen 16.30 – einen verschlafenden Eindruck. Dies wird sich aber ändern. Nach dem Duschen geht es hinunter in die Gaststätte, hier sitzen schon einige Einheimische beim Bier. Ich bekam meinen W-LAN Zugang und konnte schön beim Bier diesen Beitrag schreiben. Nachher habe ich auf Äppelwoi umgestellt. Zum Essen gibt es Spargelcremesuppe und danach Steak mit Spargel. Alles war sehr gut. Ein lebendiges Gasthaus … aber positiv.

Nachher noch ein Vogelsberger Kümmel und noch eine Nachspeise…

Morgen geht es nochmal ca. 100 m bergauf und dann bis Hanau unserem nächste Etappenziel nur bergab.

5. Etappe Bermuthsheim – Hanau

Nach dem Frühstück ging es los. Kurz noch die Räder holen. Im Fahrradschuppen gab es Kettenöl, was nach dem vielen Regen nicht schaden konnte. Aus dem Ort ging es steil bergauf bis zur Bahntrasse, die sich dem Ort in einer weiten Schleife näherte. Bis Hartmannshain dem höchsten Punkt der Strecke ging’s es kontinuierlich bergauf. 575 m zeigte der Garmin an. Nun fuhren wir in flotter Fahrt bergab.  In großen Schleifen ging es in Richtung Main. In den Orten war vielfach die Bahntrasse unterbrochen und unser Weg führte kurz durch ruhige Ortsstrassen aber teilweise auch steil bergauf.

In Glauburg verließen wir die Bahntrasse und wir radelten über ruhige Wege bis Lindheim unsrem Mittagsetappenziel. Im Landsknecht kehrten wir ein. Mittwoch war Steak-Tag. Verschiedene Steaks für 10,90 €. Insgesamt ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Nach Mittag kam die Sonne heraus, es wurde über 20 Grad warm.

Auf der Weiterfahrt gab es noch einige starke Steigungen, die wir überwinden mussten. Dann aber endlich war das Maintal nahe. In Wilhelmsbad führte der Weg direkt durch den Schlossgarten. Bis Schloss Philipsburg in Hanau ging es über Straßen. Dann kurz am Main entlang und über die Mainbrücke nach Steinheim. Leider verpassten wir den Mainradweg, so dass wir über verkehrsreiche Straßen fahren mussten. Schließich haben wir dann aber doch unsrer Hotel das Best Western Villa Stockum erreicht. Der erste Tag der Tour ohne Regen. Nachher ging es noch in die Altstadt von Steinheim, die durch ihre Stadtmauern, verwinkelte Gassen und Fachwerkhäuser besticht.

Abendessen sollte es im Hotel geben. Morgen geht es in den Odenwald. Einige Steigungen sind vorprogrammiert. Mal sehen wie es wird… Das Restaurant im Hotel war sehr leer. Wir hatten die Befürchtung die einzigen Gäste zu sein. Eigentlich normal für ein Tagunghotel vor dem 1. Mai. Wir entschieden uns in die Altstadt von Steinheim zu gehen, keine 5 Minuten vom Hotel entfernt. Im „Lug ins Land“ wurden wir fündig. Regionale Küche mit Äppelwoi und Handkäs. Urig und rustikal. Nach ein Paar Bembeln ging es zurück ins Hotel.

6. Etappe Hanau – Höchst (Odenwald)

Das Hotel liegt in der Einflugschneise des Flughafens Frankfurt am Main. Immer wieder waren Flugzeuge zu hören, der Lärm hielt sich aber in Grenzen. Aufgrund der Innenhoflage war es aber sonst ruhig.

Zum Frühstück ging es kurz vor 8 Uhr, der Eindruck vom Vortag hat sich bestätigt, es waren nur wenige Tische gedeckt, Wurst und Käse wurden separat, also nicht vom Buffet gereicht. Danach noch die restlichen Sachen packen und dann zu den Rädern in die Tiefgarage.

Schnell ließen wir Steinheim hinter uns, der Verkehr wird ruhiger. Bald führte unser Weg durch dichten Wald immer gut, jetzt mit R4, ausgeschildert. Leider war die Wegequalität nicht so gut wie die letzten Tage. Kurz nach 10 Uhr fing es an zu regnen. Erst nur wenig, dass die Regenjacke allein ausreichte, dann aber heftiger. Mitten im Wald fing es dann auch noch an zu Donnern, das hat auch gerade noch gefehlt. Das Gewitter kam aber nicht näher, es blieb bei dem einen Donner.

Wir radelten durch Rodgau mit seinen Hochhaussiedlungen. Rodgau ist mit über 42.000 Einwohnern die größte Stadt des Landkreises Offenbach und direkt mit der S-Bahn an Frankfurt angebunden.

In Hergeshausen im Bürgerhaus gab es ein italienisches Restaurant. Es war preiswert und gut. Beim Weiterfahren regnete es immer noch. Wenig später so stark, dass wir uns unter einem Carport untergestellt hatten, bis der Regen etwas nachlies.

Interessant war, dass in jedem Ort Maifeste gefeiert wurden, viele Familien und Gruppen waren trotz des Wetters mit Fahrrädern oder zu Fuß unterwegs.

Kurz hinter Groß-Umstadt kam die Sonne raus. Für die Regensachen war es nun zu warm. Es ging nun auch bergauf, erst wenig, dann immer mehr. Auch die Wege waren wieder sehr schlecht. Hinter Lengfeld führte der Weg steil hinauf nach Hering, am Schluss so steil, das selbst der erste Gang nicht mehr ging und ein kurzes Stück schieben angesagt war. In Hering noch ein kurzes Stück – jetzt wieder flach – durch den Ort, dann radelten wir flott bergab in Richtung Höchst im Odenwald. Kurz vor Höchst, noch zwei Kilometer zum Ziel, zeigte der Radwegweiser in Richtung Annelsbach wo unser heutiges Quartier ist. In unserem Hotel „Dornröschen“ war gerade Kaffeezeit, mit riesigen Torten. Das Zimmer hat Balkon und direkten Blick ins Tal. Es gibt keinen Durchgangsverkehr es ist sehr ruhig.

Wie in Bermuthshain kann ich den Blog wieder am Tisch im Restaurant schreiben, so das mehr Zeit zum Schreiben bliebt und es ausführlicher ist.

7. Etappe Höchst (Odenwald) – Hirschhorn

Gestern wurde der Abend ein wenig länger. Frau Merkel, die Seele des Hauses kredenzte uns noch einige Apfelbrände. Der „Hessen brennt“, im Eichenfass gelagert, hatte es uns besonders angetan. Nach zwei Bembeln Apfelwein und diversen Bränden ging es dann ins Bett. Die Nacht war so ruhig wie nie in einem Hotel zu vor. Kein, aber auch wirklich kein Geräusch von Straßen, keine Geräusche von Zimmernachbarn.

Um 8 Uhr gab es Frühstück, die Verabschiedung war herzlich. Eine Flasche Hessenbrand kam noch ins Gepäck. Eine heftige Odenwald Etappe sollte vor uns liegen. Zuerst ging es bergab bis Höchst, dann ins Mümlingtal, dem wir bis Erbach folgten. Über Bad König radelten wir ziemlich flach bis Michelstadt, wo wir unseren Radweg R4 kurz verließen, um uns die Alstadt mit dem bekannten Rathaus anzusehen. Bis Erbach folgten wir der Mümling. Über den sehenswerten Schlossplatz ging es nach rechts vorbei am Bahnhof aus der Stadt heraus. Stetig bergauf in Serpentinen bis  Elsbach. Am Ende der Steigung fanden wir die Gaststätte Käs Back, die zum Glück geöffnet hatte. Es gab viele Speisen mit Kochkäs, ich hatte ein Schnitzel mit Kochkäse. Dazu gab es Odenwälder Bier und danach einen Odenwälder Tropfen, eine Art Kräuterlikör.

Nach dem Essen ging es weiter. Leider hatten wir unsere Reisehöhe noch nicht erreicht. Es ging weiter bergauf. Auch der Weg wurde schlechter, frisch mit feinem Granulat versehen, war es sehr schwierig bergauf zu kommen. Als wir es schließlich dann doch geschafft hatte, ging es wieder bergab ins Mümlingtal, das wir in einer großen Schleife umrundet hatten. Bis zum nächsten Ort Beerfelden ging es immer wieder bergauf und bergab, teilweise sehr steil, aber immer ohne schieben.

Hinter Beerfelden, dass wir nur am Rande durchradelten, ging es in den Wald. Die Wege waren nicht asphaltiert und durch die Holzabfuhr und den Regen der letzten Tage nicht gut befahrbar. Wieder ging es bergauf, fast 470 m zeigte der Höhenmesser. Endlich war der Scheitel erreicht, es ging hinunter ins Neckartal. Immer noch meist auf unbefestigten Waldwegen, aber nicht mehr schlammig. Kurz vor unserm Hotel, dem Schlosshotel Hirschhorn ging es noch einmal kurz bergauf. Wir sind im Marstall, einem Nebengebäude untergebracht. Vom Hotel bietet sich ein grandioser Ausblick auf den Neckar. Das Abendessen im Schlossrestaurant war hervorragend. Morgen sind es nur noch gut 20 Kilometer, dann haben wir unser Ziel Heidelberg erreicht.

8. Etappe Hischhorn – Heidelberg

Heute sind es nur etwas über 23 Kilometer am Neckar entlang. Also konnten wir uns ein wenig mehr Zeit lassen. Kurz nach 10 Uhr kamen wir dann los. Noch ein kurzer Rundgang durch Hirschhorn und dann auf den Neckarradweg.

Der ist leider mit vielen anderen Flusradwegen nicht vergleichbar. Es gab einige Steigungen. Ab Neckargemünd mussten wir einer stark befahrenen Straße mit einem sehr schmalen Radstreifen folgen. Der Verkehr brauste teilweise mit 100 km/h an uns dicht vorbei. Bis Heidelberg blieb das Neckartal eng. Über die Alststadtbrücke erreichten wir die Heidelberger Altstadt. Unsrer Hotel am Kornmarkt liegt direkt in der Alstadt unweit von der Talstadtion der Bergbahn. Die Fahrräder sind im abgeschlossenen Innenhof untergestellt.

Kurz aufs Zimmer, frischmachen und dann etwas Essen. Danach ging es mit den Bergbahnen auf den Heidelberger Hausberg den Königsstuhl. Bis zur Zwischenstation Molkenkur fährt eine neue, moderne vollautomatische Bahn. Ab der Zwischenstation geht es weiter mit der historischen Bahn von 1907 auf den über 500 m hohen Königsstuhl. Die Bahn, eine Standseilbahn hat eine Steigung von über 40 %. Es war sehr voll, genau wie die Stadt selbst. Besucher aus allen Ländern und viele Japaner. Heidelberg gilt als der Inbegriff für Deutschland. Ein kurzer Rundgang auf dem Berg und dann wieder abwärts bis zum Schloss. Das Heidelberger Schloss ist eine Runine, wohl die berühmteste von Deutschland. Das Schloss wurde schon in den pfälzischen Erfolgekriegen zerstört. Eine Besichtigung ist dennoch Pflicht.

Danach ein Bummel durch die Altstadt, die im letzten Krieg nicht zerstört wurde. Auch hier wälzten sich die Massen durch die Haupstraße, die zur Fußgängerzone ausgebaut ist.

Nachher geht es ins Wirtshaus „Zum Seppl“ einem Heidelberger Kultgasthaus. Das Gasthaus ist eine historische Studentenkneipe. Es war wirklich gut, Bier, Essen, Bedienung und Stimmung…

Morgen ist die Tour zu Ende. Noch 3 Kilometer zum Bahnhof um 11.46 Uhr soll der IC nach Hannover fahren … Trotz des Wetters eine abwechslungsreiche und schöne Tour.

Rückfahrt

Zur Sicherheit, wie auch die Tage vorher überprüfte ich am Sonntag Morgen noch einmal die Bahnverbindung. Und wir es kommen musste, der Bahnapp meldete: Es liegen Hinweise für Ihre Verbindung vor. „Wagen 6 heute für Fahrgäste verschlossen“. Klasse, genau unser Wagen mit dem Fahrradplätzen. Es sind wohl die Türen defekt. Die jahrelange Vorbereitung auf den Börsengang hat seinen Preis.

Also die Hotline der Bahn anrufen. Die geschulte unwillige Mitarbeiterin erklärte mir, dass Sie mir nicht helfen könne. „Wer will auch für den gleichen Tag, einen Fahrradstellplatz im IC reservieren.“ Sie hatte weder eine Lösung, noch schien sie unser Problem zu Interessieren.

Also schnell packen und zum Bahnhof, vielleicht ließ sich Problem hier lösen. Der Mitarbeiter war kompetent und nahm sich des Problems an, rief in Karlsruhe an und siehe da, der IC um 9.46 Uhr hatte noch freie Plätze. So waren wir sogar 90 Minuten früher zurück, als geplant, jedoch ohne richtiges Frühstück und mit viel Stress.

 

 

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4 Kommentare auf "Von der Weser an den Neckar"

  1. dagmar arndt sagt:

    na dann drück ich mal die daumen, daß das wetter radfreundlich bleibt, viel spaß ich freu mich auf eure berichte, lg dagmar

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