Tour Brandenburg

5. August 2017 | Von | Kategorie: Aktuelles

Anfahrt

Früh um kurz vor 6 Uhr ging es Richtung Bahnhof. Um 6:28 Uhr sollte unser Zug losfahren. Wenige andere Reisende hatten sich um diese Zeit dorthin verirrt. Auch bis Hildesheim wurde es nicht richtig voll.

In Hildesheim gab es beim Bahnhofsbäcker Kaffee und Brötchen. Um 7:55 Uhr ging es dann weiter bis Braunschweig. Im enno, dem Zug zwischen Hildesheim und Braunschweig waren unsere Räder wieder gut untergebracht. In Braunschweig stiegen wir dann in den Elbe-Saale-Express nach Magdeburg. Der Hauptbahnhof in Magdeburg war eine einzige Baustelle. Von einem Behelfsbahnsteig fuhr dann unsrer RegionalExpress nach Brandenburg an der Havel.

Direkt durch die Innenstadt radelten wir zu unserer Pension direkt am alten Rathaus in der Altstadt. Wir wurden freundlich begrüßt: geräumige Zimmer und ein schöner Innenhof. Bier zum selberzapfen.

Dann ging es los zu einem Stadtbummel. Die Innenstadt liegt auf einer Insel, die von der Havel und Kanälen umgeben ist. Es gibt eine Fußgängerzone mit Straßenbahn und schönen Gründerzeithäusern. Bei einem Bootsverleih liehen wir uns ein Kajak und machten eine Stadtrundfahrt der anderen Art. Sogar eine Schleusung war dabei. Am Schluss mussten wir das Boot verlassen und über eine Straße tragen um dann wiedereinzusetzen, um zu unserem Ausgangspunkt zurückzukehren.

Abendessen gab es im Schweineschnäuzen. Hinter dem Haus lag ein schattiger Garten. Dort gab es deftige Gerichte. Schließlich konnten wir noch einige Minuten an der Havel in der Sonne genießen und den Schiffen zusehen.

 

 

Wetter: 22 Grad heiter

 

Erste Etappe Brandenburg an der Havel – Hohenauen

Die erste Etappe hatte nur 68 Kilometer. Gegen 9:15 Uhr kamen wir los. Zuerst Richtung Innenstadt und dann ein Stück an der Havel entlang, wo wir gestern gepaddelt sind. Dann durch die Vororte von Brandenburg an der Havel.

Am Ende der Stadt erreichten wir den Breitlingsee. Hier kehrten wir kurz ein. Ein älterer Herr erzählte von seinen Raderlebnissen. Weiter ging es entlang des Sees bis Kirchmöser einem Schwerpunkt der Eisenbahnindustrie. Von Plaue radelten wir dann Richtung Norden parallel der Havel bis Pritzerbe. Direkt an der Havel machten wir eine kurze Pause. Mit einer Fähre setzten wir auf die andere Havelseite über. Bis Jerchel ging es über Fahrradstraßen. In Milow kehrten wir noch einmal kurz ein.

Weiter ging es Richtung Norden, dann durch Ratennow und weiter nach Semlin am Hohenauener See. Nach wenigen Kilometern hatten wir dann unser Ziel Hohenauen erreicht. Wir übernachteten in der Pension am Dorfanger. Abendessen gab es in der Fischerhütte direkt am See. Es gab Fisch.

Wetter: Bedeckt 21 Grad heiter bis wolkig, ab und zu leichte Schauer

 

 

 

Zweite Etappe Hohenauen – Wittenberge

Gegen 9 Uhr kamen wir nach dem Frühstück los. Gleich am Anfang hatten wir uns ein wenig verfahren, aber die Richtung stimmte. Dafür kamen wir noch einmal direkt am Hohenaunener See entlang. Aber ab dem Ort Wassersuppe stimmte die Richtung wieder, wir waren auf dem richtigen Weg.

Nach einigen Kilometern wurde es hügeliger. In Stölln sahen wir schon von weitem den Gollenberg. Hier machte Otto Lilienthal seine Flugversuche. Nicht weit befindet sich ein Flugzeug der Interflug, das 1989 in einer spektakulären Aktion hier gelandet ist. Seitdem steht als Museumsobjekt hier und ist zu besichtigen. Natürlich nicht an Montagen, an dem wie hier waren.

Über Rhinow radelten wir weiter Richtung Westen. Auf der anderen Havelseite hatten wir das Bundesland Brandenburg verlassen und waren in Sachsen-Anhalt. Hier gab es eine Pause: Frikadellen, Brot und Kabanossi. Weiter ging es auf dem Haveldeich. Vor Havelberg erreichten wir den Altmarkrundkurs. Hier sind wir im Mai bei Regen und kalten Temperaturen unterwegs gewesen.

In Havelberg machten wir eine Runde durch die Innenstadt und eine kurze Bierpause. Weiter ging es zwischen Havel und Elbe bis Rühstedt. Rühstedt ist ein Storchendorf mit vielen Störchenpaaren. Hier machten wir nochmal eine kurze Pause.

Weiter ging es über den Elbdeich bis kurz vor Wittenberge. Hier übernachteten wir wieder im Hotel Alte Ölmühle.

Wetter: 23 Grad heiter bis wolkig

 

 

 

Dritte Etappe Wittenberge – Wolfshagen

Das Frühstück im Hotel hatten wir vom letzten Mal in sehr guter Erinnerung. Dieses Mal war es aber wesentlich schlechter: Saft mit Wasser verdünnt, nicht trinkbar. Lachsschinken aus der Tüte. Trotzdem war die Auswahl immer noch sehr reichlich.

Wir kamen kurz vor 9 Uhr los, mussten aber noch unsere Vorräte ausfüllen. Kaufland mit zu viel Auswahl, das Leergut musste ich hinter dem Markt abgeben, mit dem Auto kein Problem, aber zu Fuß dauerte es sehr lange. Nach 20 Minuten war ich wieder raus. Die ganze eingesparte Zeit durch das frühe Aufstehen war weg.

Die ersten 30 Kilometer folgten wir dem Elberadweg, mal auf, mal neben dem Deich. Eigentlich sehr eintönig, wir fragen uns wie man das die ganze Zeit durchhalten kann, immerhin ist der Elbradweg der beliebteste Radweg Deutschlands.

In Lenze verließen wir dann den Elberadweg, jetzt radelten wir Richtung Osten. Am Rudower See machten wir eine kurze Bierpause direkt am See. Bis zu unserem Ziel sollten wir keine anderen Radwanderer mehr sehen.

Der weitere Weg war unbefestigt und hatte ein paar Steigungen. Fast immer ging es durch Wald. Bei Boberow ging es wieder auf asphaltierten Wegen weiter. In Laaslich gab es nur Kopfsteinpflaster, dies konnten wir teilweise auf Fußgängerwegen umfahren.

Bis Perleberg, der Kreisstadt des Landkreises Prignitz zog es sich noch lange.

In Perleberg machten wir dann noch eine kurze Pause. Die Innenstadt ist sehr sehenswert mit Rathaus und Roland. Wir folgten im weiteren Verlauf dem Fluss Stepenitz durch Wald und Flur bis zu unserem Ziel Wolfshagen. Wir sind Hotel zum Schloss Wolfshagen untergebracht. Abendessen gab es im Garten vor dem Hotel. Ein großes Zimmer, guter Service, hier stimmt das Preis-Leistungsverhältnis.

Wetter: 24 Grad heiter

 

 

 

Vierte Etappe Wolfshagen – Rheinsberg

Nach einem guten Frühstück ging es kurz vor 9 Uhr los. Bis Pritzwalk folgten wir Landstraßen mit wenig Verkehr. Es gab jedoch schon einige Steigungen. In Pritzwalk füllten wir unsre Vorräte wieder auf. Es ging dann weiter Richtung Wittstock (Dosse). Wie auch an den letzten Tagen folgten wir guten Betonspuren meist im Wald, teilweise auch durch Felder.

In Heiligengrab gab es im Kloster ein Bier. Von hier folgten wir der Bundesstraße bis Wittstock. Nach einer Fahrt dich die Altstadt ging es weiter in die Seenlandschaft, die wir schon von unserer Mecklenburg-Tour kannten. Auch die Steigungen waren entsprechend. Es war ein stetiges Auf und Ab.

Nur die Radwege waren viel besser: Fahrradstraßen mitten durch den Wald. Nur vereinzelte Wurzelaufbrüche bremsten die Fahrt. Bis Rheinsberg – unsrem heutigen Ziel – ging es dann über eine alte Bahntrasse.

Unsere Unterkunft hatten wir im Gasthof Endler gebucht. Abends gab es deftige Kost. Nachher sind wir noch an die Uferpromenade des Grienericksees und zum Schloss gegangen.

Wetter: 26 Grad sonnig

 

 

 

Fünfte Etappe Rheinsberg – Templin

Wie erwartet, gab es ein reichhaltiges Frühstück. Kurz noch Verpflegung und Wasser für den Tag einkaufen und dann ging es los. Wieder ein Ständiges Auf und Ab, vorbei an vielen Seen.

In der Nähe des Großen Stechlin Sees trafen wir auf den Radfernweg Berlin – Kopenhagen. Seit dem Verlassen des Elberadweges hatten wir nur sehr wenige andere Radfahrer gesehen. Aber auf einmal waren wieder welche da. In Neuglobsow zweigten wir kurz zum Grossen Stechlinsee ab. Der Stechlinsee ist der größte Klarwassersee Norddeutschlands. Bekannt ist der See auch durch den Roman von Theodor Fontane Der Stechlin.

In Fürstenberg machten wir Mittagspause. Zuerst gab es ein Bier gegen den Durst und dann den Proviant im Schatten der Kirche. Weiter ging es an verschiedenen Seen, die alle untereinander verbunden sind: Stolpsee, Moderfizsee, Grosser Lychensee und Zensee.

Oberhalb des Zensees kehrten wir im Hotel Sängerlust noch einmal auf ein Bier ein. Weiter dann vorbei am Plattkowsee. Hinter der Ortschaft Gandenitz hatten wir dann die Kreisstadt Templin erreicht. Templin liegt direkt am Templinsee, der nur wenige Meter von Stadtzentrum entfernt ist. Der Ort selbst machte auf uns am Abend einen etwas verschlafenen Eindruck.

Im Hotel „Zum Eichwerder“ hatten wir gebucht.

Abendessen gab es in der sehr urigen Gaststätte „Grünling“. Hier gab es deftige Kost. Dann machten wir noch einen kurzen Stadtbummel vorbei an der historischen Stadtmauer, die noch komplett erhalten ist. Auch die Stadttore sind noch vorhanden.

Wetter: 27 Grad heiter, schwül

 

 

 

Sechste Etappe Templin – Niederfinow

Zuerst ging es entlang des Lübbensees. Kurz nach Templin lag rechts das größte Hotel Brandenburgs, mit Sandstrand. Der Plattenbau war bunt angestrichen, so dass er nicht trostlos wirkte. Bei Joachimsthal stieß unsere Route auf den Grimnitzsee. Hier kehrten wir kurz vor Althüttendorf ein. Wir waren nun in der Schorfheide. Um den Ort Chorin wurde es wieder hügeliger.

Noch ein längeres Stück durch den Wald und wir erreichten den Oder-Havel-Kanal. Kurz darauf die Ortschaft Niederfinow. Am Ortsausgang lag unser Hotel „Am Schiffshebewerk“.

Nachher ging es zu Fuß zum naheliegenden Schiffshebewerk Niederfinow. Das Schiffshebewerk war bei seiner Fertigstellung 1934 das größte der Welt. Der Höhenunterschied beträgt 36 Meter. Das Hebewerk kann besichtigt werden. Von der Plattform reicht der Blick weit in den Oderbruch. Wir hatten Glück und konnten die Schleusung mehrerer Schiffe verfolgen.

Abendessen gab es im Hotel auf der Terrasse mit weitem Blick.

Wetter: 25 Grad heiter bis wolkig

 

 

 

 

Siebte Etappe Niederfinow – Strausberg

Bis zur Oder wurden die Wege immer schlechter. Wir folgten im Wesentlichen der alten Oder. Dann trafen wir auf die Oder, unser Weg führte jetzt auf dem Oderdeich entlang, auf der anderen Seite liegt Polen.

Bad Freienwalde ließen wir rechts liegen, füllten bei einem Aldi-Markt nur kurz unsere Vorräte wieder auf. Vorbei an dem Ort Altranft radelten wir bis Wriezen, hier wollten wir einkehren, es war jedoch nichts dort zu finden.

Erst Kilometer weiter, in Reichnow, wurden wir fündig. Leider hatten wir wohl zu lange Pause gemacht, es näherte sich ein Gewitter. In Strausberg Nord wollten wir die letzten Kilometer bis zu unserem Hotel die S-Bahn nehmen, aber der Fahrkartenkauf dauerte zu lange, so dass uns die Bahn vor der Nase wegfuhr.

Also wieder aufs Rad. Das Hotel lag am anderen Ende von Strausberg, so dass es noch einige Kilometer waren.

Kurz vor dem Hotel ging dann der Gewitterschauer los. Wir sind nass geworden, aber nicht durchnass. Als es ein wenig besser geworden war, fuhren wir mit der Straßenbahn in die Altstadt von Strausberg. Hier gab es die „Landesspezialität“ Schweinesteak mit Würzfleisch. Auch nach dem Essen hatte der Regen immer noch nicht aufgehört.

Wetter: heiter 27 Grad, später Gewitter

 

 

 

Achte Etappe Strausberg – Beeskow

Das Zimmer im Hotel war zwar klein aber dafür ging es nach hinten raus und war sehr ruhig. Das Frühstück ließ nichts zu wünschen übrig.

Als wir losfuhren sah es schon nach Regen aus, nach wenigen Kilometern fing es dann an.

Am Trebuser See hörte der Regen auf, trotz geschlossener Gesellschaft bekamen wir ein Bier auf der Terrasse mit Blick auf den See. In Fürstenwalde erreichten wir dann die Spree, der wir nun folgten. Das Stadtbild von Fürstenwalde war eine Mischung aus historischer Bausubstanz und Plattenbauten, wobei letztere deutlich in der Überzahl waren.

An der Kerstorfer Schleuse gab es Frankfurter Weizenbier. Das Frankfurter Brauhaus braut auch für Lidl das Perlenbacher Weizen. Das tat dem Genuss aber keinen Abstrich. Weiter ging es durch Wald entlang der Spree bis Beeskow.

Unsrer heutiges Quartier war das Hotel „Märkisches Gutshaus“. Das Zimmer war leider direkt unter dem Dach, es war heiß, an guten Schlaf war nicht zu denken.

Das Restaurant im Hotel hatte geschlossen. Daher ging es nachher mit den Rädern noch einmal zurück in den Ort. Es gab griechisches Essen, direkt an der Stadtmauer im Biergarten des Restaurants. Die Getränke Preise waren sehr hoch, insbesondre im Vergleich zu den letzten Tagen.

Wetter: 25 Grad erst Regen, dann heiter

 

 

 

Neunte Etappe Beeskow – Leipe (Spreewald)

Diese Etappe führt in den Spreewald. Von Beeskow radelten wir Richtung Süden. Der Weg führt auf einem Radweg im Wald parallel der vielbefahrenen Straße. Ab dem Ort Trebatsch wird es ruhiger, es gibt wieder Fahrradstraßen durch Wald und Feld. In Brietsch fahren wir über eine Holzklappbrücke über die Spree.

Am Neuendorfer See machten wir eine kurze Pause auf der Terrasse des Restaurants „Zum Seeblick“. Der Name war gut gewählt, denn den See könnte man nur oberhalb der Wohnwagen des Campingplatzes erahnen.

An Neuendorf vorbei ging es über wenig befahrene Straßen nach Süden. Kurz vor Schelpzig hatten wir dann den Unteren Spreewald erreicht. Wir querten einige Nebenarme der Spree – Fließe genannt – bis wir nach Schlepzig gelangten. Zum ersten Mal kamen wir mit dem „touristischen“ Spreewald in Berührung. Ein Biergarten lag direkt an einem Spreearm mit Brauhaus und Hotel. Bierpreise jenseits von Gut und Böse. Jedoch war das Bier sehr lecker.

Neben dem Biergarten gab es einen Bootsverleih und Kahnfahrten durch den Spreewald.

Wir setzten unsere Fahrt fort, weiter an der Spree. Hier wurde die Spree zu Teichen aufgestaut. Zuerst der Inselsee, dann der Sommerteich und weitere Fischteiche. Die Wege waren nicht ganz so gut wie an den anderen Tagen, aber trotzdem noch gut zu fahren.

Die Stadt Lübben berührten wir nur am Rande. Kurz vor Lübbenau radelten wir auf Bohlenwegen durch den „Sumpf“. Es folgte eine Holzbrücke, über die wir unsere Räder Tragen mussten.

Lübbenau ist sehr touristisch geprägt, es herrschte reger Trubel. Vorbei am großen Hafen – hier fahren die Kähne ab – ging es dann auf den Leiper Weg. Dieser führte mitten durch den Spreewald, über Brücken und an kleinen Wasserwegen vorbei.

Im nächsten Ort Leipe waren wir an unserem Etappenziel angekommen. In der Pension „Spreewaldhof“ sind wir für zwei Nächte. Die Pension hat eine traumhafte Lage am Hauptarm der Spree. Abendessen gab es draußen, direkt an der Gabelung der Spree und dem Leiper Graben. Leipe liegt auf einer Sandbank in der Spree und ist komplett vom Wasser umgeben. Mittlerweile ist der Ort auch auf der Straße zu erreichen.

Wetter: 25 Grad heiter

 

 

 

Pausentag Spreewald

Ein Tag Pause, um den Spreewald zu entdecken. Geplant war eine Kahnfahrt ab Leipe, die ich vorher telefonisch gebucht hatte. Die ganze Nacht hatte es geregnet. Auch am nächsten Morgen regnete es noch. Als wir am Hafen ankamen war kein Mensch da, auch zur versprochenen Abfahrtszeit kam niemand.

Eine Kahnfahrt war aber der Grund für den Zwischenstopp im Spreewald. Also zurück zur Pension und dann auf die Räder nach Lübbenau. Zum Glück ist die Strecke nicht allzu weit, in gut 20 Minuten waren wir da. Am großen Hafen war wenig los, aber es gab die Möglichkeit eine Rundfahrt zum Spreewalddorf Lehde zu unternehmen. Durch das schlechte Wetter waren wenige Kähne unterwegs, so dass alles dann doch ein wenig beschaulich wirkte. In Lehde war eine Pause geplant. Ein Teil Lehdes ist nur mit dem Boot erreichbar, so auch die Pausengaststätte. Selbst die Post und die Müllabfuhr kommt hier per Boot. Ich hatte Glück, dass gerade das Postboot kam und der Briefkasten geleert wurde. Daher konnte ich ein Foto der Briefträgerin machen.

Zurück ging es mit dem Kahn über einen kürzeren Weg. Insgesamt war die Tour – auch durch die Erklärungen des Bootsführers – recht kurzweilig.

Am Hafen probierten wir noch ein paar Spreewaldgurken, ehe es, diesmal über Lehde, zurück nach Leipe ging. In Lehde gab es etliche Holzbrücken mit Treppen, die ohne Gepäck auf den Rädern kein Problem darstellten.

Das Wetter hatte sich ab Mittag zum Glück positiv entwickelt, so dass wir bei unserer Rückkunft noch im Biergarten an der Spree sitzen konnten.

Wetter: Regen 19 Grad, später Bewölkt.

 

 

Zehnte Etappe Leipe – Cottbus

Die Strecke ist kurz 52 km bis Cottbus liegen vor uns. Bis Burg sind wir noch im Spreewald, jedoch dominieren jetzt Felder das Landschaftsbild. Hinter Burg folgen wir dann Deich entlang der Spree. Wolken von Kühlwassertürmen weisen auf ein nahes Braunkohlekraftwerk hin.

Südlich von Pelzig radeln wir an großen Fischteichen vorbei. An deren Ende auch das Braunkohlekraftwerk steht. In der Maustmühle machen wir eine kurze Pause, ehe es dann, wieder entlang der Spree in die Stadt geht.

Jetzt fängt es auch an zu regnen, ein leichter Sprühregen. Unser Hotel, das Altstadthotel am Theater liegt nahe der Innenstadt.

Mit der Straßenbahn fuhren wir in den Ortsteil Sandow, hier beginnt die Parkeisenbahn Cottbus. Wir wollten bis zum Schloss Branitz fahren. Leider fing es unterwegs an zu regnen. Also wieder zurück. Wir nutzten die Zeit um eine Stadtrundfahrt mit der Straßenbahn zu machen. Cottbus im Regen: triste Plattenbauten in den Vororten. Cottbus ist das Zentrum der Sorben in der Lausitz. Daher sind alle Straßennamen und Wegweiser zweisprachig, gesprochen wird die Sprache aber nur von wenigen.

Abends hatten wir einen Tisch im Stadtwächter, einem urigen Restaurant in der alten Stadtmauer, reserviert. Es gab Schnitzel in allen Variationen.

Wetter: stark bewölkt 21 Grad, später Regen

 

 

 

Elfte Etappe Cottbus – Bad Muskau

Morgens war es noch stark bewölkt. Wir radelten ein Stück zurück, dann kurz an der Spree Richtung Süden. Am Ende der Stadt erreichten wir Schloss Branitz. Bei der Ortschaft Klinge erreichten wir den ehemaligen Tagebau Jänschwalde. Hier sind die Renaturierungsarbeiten im vollen Gange. Später soll hier ein Erholungszentrum mit See und Sandstrand entstehen.

In der Ortschaft Forst erreichten wir dann die Neiße, die die Grenze zu Polen bildet. Ein Stück radelten wir dann an der Neiße entlang, ehe wir wieder nach Westen fuhren. In Jocksdorf entdeckten wir eine Gaststätte, die geöffnet hatte. Es gab Landskronbier aus Görlitz und preiswertes Essen. Ein Schnitzel mit Gemüse und Bratkartoffeln kostete 6,70 €.

Von Jocksdorf radelten wir wieder zur Neiße, die wir bei Zarkie Wielkie, das auf der polnischen Neiße Seite lag, erreichten.

Kurz vor Bad Muskau war die Grenze zu Sachsen. Nach einigen Kilometern waren wir dann in Bad Muskau an unserer Pension am Wasserturm.

Wir ließen unser Gepäck dort und unternahmen mit unseren Rädern eine Exkursion durch den Muskauer Park, der auf beiden Selten der Neiße liegt. Zwischendurch gab es noch ein original Fürst Pückler Eis in der Konditorei König.

Abendessen gab es dann in der Pension.

Wetter 22 Grad heiter

 

 

 

Zwölfte Etappe Bad Muskau – Senftenberg

Am Anfang der Etappe ging es noch kurz durch Bad Muskau. Wir kreuzten die Waldeisenbahn, eine Schmalspurbahn zum Holztransport, die heute überwiegend touristisch genutzt wird. Es geht weiter durch die Bergbauregion der Oberlausitz. Seen wie der Halbendorfer See, entstanden aus den ehemaligen Tagbaugruben.

Nördlich des Ortes Schleife hatten wir wieder Brandenburger Gebiet erreicht. Durch hügelige Landschaft ging es auf und ab Richtung Spremberg. Spremberg liegt an der Spree, die nördlich der Stadt zur Talsperre Spremberg aufgestaut ist.

In Spremberg machten wir in einem Biergarten an der Spree eine kurze Pause. Nachdem wir Spremberg Richtung Westen verlassen hatten, waren wir mitten im aktiven Braunkohleabbau. Kohlezüge brachten ihre Fracht in Richtung Kraftwerk Schwarze Pumpe. Findlinge mit Ortsnamen zeugen von den ehemaligen Orten, die in den Braunkohlegruben untergingen. Mitten drin gab es noch einen kurzen aber heftigen Schauer.

Wenig später erreichten wir die Lausitzer Seenlandschaft. Seen, die durch Flutung nach dem Braunkohleabbau entstanden sind. Rechts und links des Weges unnatürliche Vegetation, meist Kiefern und massig Verbotsschilder die vor einem Betreten abseits der Wege warnten. Irgendwie gruselig.

Die Seen sind mit Kanälen verbunden. Badestrände, Anlegestellen und Marinas wurden gebaut, um eine Erholungslandschaft zu schaffen. Den größten See, den Senftenberger See erreichen wir am Schluss der Tagesetappe.

Unser Hotel das Parkhotel Senftenberg liegt fast direkt in der Innenstadt. Im Biergarten hinter dem Hotel aßen wir zu Abend. Frühstück gabt es in einem Café am Markt, dass zum Hotel gehört, fünf Minuten Fußweg vom Hotel entfernt.

Wetter: heiter, ein Regenschauer 22 Grad

 

 

 

Dreizehnte Etappe Senftenberg – Bad Liebenwerda

Die heutige Etappe führte uns zuerst am Senftenberger See entlang. Kurz hinter Niemtsch trafen wir auf den Fluss Schwarze Elster.

In Schwarzheide radelten wir eine ganze Zeit durch Siedlungen. Hier in der Nähe wurde früher Braunkohle zu Benzin veredelt. Die zugehörige Arbeitersiedlung hat den Charakter einer Gartenstadt.

Hinter Lauchhammer ging es wieder entlang der Schwarzen Elster. Südlich von Plessa machten wir an der Elstermühle in einem schönen Biergarten Pause. Vorbei an Elsterwerda, weiter an der Schwarzen Elster entlang gelangten wir zu unserem Tagesziel Bad Liebenwerda.

In unserem Hotel Bieligkhof hatten wir den Eindruck nicht willkommen zu sein. Im Restaurant sei eine geschlossene Gesellschaft, wir sollen im Ort in der Alten Schmiede zu Abend essen. Die war wohl auch die bessere Wahl. In einem schönen Innenhof ließen wir den Tag ausklingen.

Die Nacht war leider laut wegen der Feier, ließ sich aber mit Ohropax ertragen.

Wetter: heiter 26 Grad

 

 

 

Vierzehnte Etappe Bad Liebenwerda – Luckenwalde

Vor dem Frühstück hatten wir schon gepackt, so dass wir früh loskamen. Der Wind wehte diesmal günstiger, weil wir in Richtung Nordwesten radelten. Die erste Zeit ging es weiter an der Schwarzen Elster entlang.

Hinter Herzberg verließen wir die Schwarze Elster. In Schönewalde machten wir eine Bierpause in einem indischen Restaurant. Weiter ging es durch die leicht hügelige Landschaft. Wir kamen in den Fläming. Hier trafen wir auf den Fläming Skate, auf 230 Kilometer gibt es hier breite Wege zum Skaten und Radfahren. In Petkus hatten wir die Höhe erreich. Noch einmal mit einem Getränk stärken und dann ging es bis zu unsrem Ziel fast nur noch bergab, auf traumhaft glattem Asphalt.

In Luckenwalde hatten wir unser Quartier im Hotel Märkischer Hof. Abendessen gab es im Vierseithof, nicht weit weg vom Hotel.

Wetter: sonnig 32 Grad

 

 

 

Fünfzehnte Etappe Luckenwalde – Neuendorf

Wieder früh hoch. Das Frühstück war ausgezeichnet. Kurz noch die Wasservorräte in einem Supermarkt auffüllen und dann los. Bis Jüterbog radelten wir weiter über Wege des Flämingskates. In Jüterbog hatten wir uns leicht verfahren, aber waren dann doch wieder richtig.

Auf dem Marktplatz gab es eine kurze Pause.

Von Jüterbog folgten wir noch eine Zeit dem Flämingskate. An einer ehemaligen sowjetischen Kaserne mit Flughafen ging es weiter Richtung Treuenbrietzen. Danach wurden die Steigungen heftiger, wir hatten den Hohen Fläming erreicht.

Bei Boßdorf tangierten wir kurz Sachsen-Anhalt. Teilweise ging es in den Orten über Kopfsteinpflaster. Ab der Ortschaft Garrey folgten wir es einen steinigen Feldweg für ca. 3 Kilometer. Zum Glück ging es bergab.

Kurz nach 18 Uhr erreichten wir dann das Landhotel im Fläming. Abendessen gab es draußen auf der Terrasse.   

Wetter: heiter 29 Grad

 

 

 

Sechzehnte Etappe Neuendorf – Brandenburg an der Havel

Letzter Tag. Am Morgen regnete es, aber gegen 8:30 Uhr hörte es auf. In der Ortschaft Raben stießen wir auf den Radfernweg R1, den wir vor ein paar Jahren schon einmal befahren hatten.

Kurz vor Bad Belzig ging es dann bergab. Nur noch einmal vor Lehnin gab es ein paar Steigungen. Danach kamen wir ins Haveltal. Bis Gollwitz folgten wir dann der Havel.

Das letzte Stück radelten wir an der Bundesstraße 1 entlang. Gegen 17 Uhr waren wir in der Pension zum Birnbaum in Brandenburg. Abendessen gab es wieder im Schweineschnäuzchen, draußen im Garten.

Wetter: morgens Regen, dann Sonne 29 Grad

 

 

 

Rückfahrt

Der erste Blick auf die Bahn-App: Erst wurde der durchgehende IC mit 30 Minuten Verspätung angezeigt, dann fiel er ganz aus. Also um7:30 Uhr nach schnellem Frühstück zum Bahnhof. Die Zugbindung wurde aufgehoben, wir bekamen noch ein Fahrgastrechteformular. Um 8 Uhr ging es dann wie auf dem Hinweg mit Regionalzügen zurück. Um 13:27 Uhr waren wir dann zurück in Hameln. Den neuen IC2 konnten wir dadurch leider nicht testen. Am Bahnhof in Hameln gab es als Entschädigung 25 % des Fahrpreises und die Kosten für die Reservierungen zurück.

 

Fazit

Überwiegend gut ausgebaute Radwege haben wir in Brandenburg vorgefunden. Gute asphaltierte Radwege auch im Wald war die Regel. Sonst war alles dabei: Flüsse, Seen, hügelige und flache Landschaft, Industrie, nicht zu vergessen der einzigartige Spreewald. Von Nordbrandenburg bis Südbrandenburg hat es ein merkbares „Freundlichkeitsgefälle“ gegeben. Im Süden waren die Menschen deutlich herber und weniger aufgeschlossen. Die Tour ist aber in jeder Hinsicht empfehlenswert.

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