Rheinradweg

6. Dezember 2016 | Von | Kategorie: Aktuelles

Anreise

Zum ersten Mal ging es mit dem Nachtzug an unser Ziel. Mit der CityNightLine von Hannover nach Basel. Die Anfahrt mit der S-Bahn bis Hannover war sehr entspannt, um 20:20 Uhr waren nur noch wenige Fahrgäste unterwegs.

In Hannover hatten wir gut eine Stunde Aufenthalt. Wir nutzen die Zeit und tranken auf dem Bahnhofsvorplatz noch ein Bier. Auf dem Bahnsteig trafen wir noch einen anderen Radfahrer, der auch Chur als Ziel hatte. Er wollte jedoch richtig in die Berge hinein.

Der Bahnsteig war voll, wie auch später der Zug. Es wundert hier, dass die Bahn zum Ende des Jahres alle Nachtzüge einstellen will. Der Fahrradwagen war voll und eng. Auf einem unserer Plätze stand schon ein anderes Rad. Wie immer also Stress. Irgend wie haben wir unsere Räder dann doch verstaut. Danach mussten wir 5 Waggons nach vorne zu unserem Schlafwagenabteil. Dort war es heiß und eng. Später siegte dann aber doch die Klimaanlage. Irgendwie versucht man zu schlafen, aber so richtig ging es dann doch nicht. Oder doch? Jedenfalls ging um 5:30 Uhr der Wecker. Kurz frischmachen. Danach baute der Schaffner die Sitzbank um und es gab Kaffee und ein kleines Frühstück. Fast pünktlich kam der Zug in Basel an.

Da in Basel eine neue Lok vor den Zug kam, war etwas Zeit vorhanden, so dass wir am Zug vorbei die 5 Waggons zu den Rädern gingen. Es war etwas mehr Platz, so dass wir unserer Räder gut wieder heraus bekamen. Der Anschlusszug fuhr erst 45 Minuten später, so dass ausreichend Zeit zum Umsteigen war. Der InterCity hatte ausreichend Platz für die Räder, der Einstieg war stufenlos.

Vorbei an Zürich und dem Zürichsee gelangten wir in die Alpen. Oben auf den Bergen war noch überall Schnee, wirklich beeindruckend. Um 9:22 Uhr kamen wir dann pünktlich in Chur an. Zuerst zum Hotel, wie erwartet war das Zimmer noch nicht fertig. Aber ab 11 Uhr sollte es gehen. Der Innenhof, in dem unserer Räder untergebracht werden sollte, entpuppte sich als öffentlicher Fahrradabstellplatz.

Bis um 11 Uhr machten wir noch einen Stadtbummel und frückstückten noch einmal. Um 11:15 Uhr waren wir dann wieder im Hotel. Das Zimmer war sehr geräumig. Auspacken, duschen und dann los. Wir wollten mit der Bahn durch die Rheinschlucht fahren.

Für 32 Franken pro Person bekamen wir die Fahrkarten. Es ging bis Ilanz. Die Rheinschlucht war wirklich beeindruckend. Auf dem Rückweg unterbrachen wir in Trin die Fahrt, um die Hängebrücke über den Rhein zu besichtigen. Wie in Illanz gab es auch hier nochmal eine Erfrischung.

Wieder in Chur bummelten wir durch die Altstadt Richtung Kathedrale. Abendessen gab es im Restaurant Gansplatz, es gab Cordon Bleu. Schon beim Essen zog ein Gewitter auf, die Markise hielt aber den Regen ab. Früh ging es wieder ins Hotel.

 

Zweiter Tag Ausflug nach Arosa

Am zweiten Tag in Chur ging es mit der rhätischen Bahn nach Arosa. Der Zug um 10:08 Uhr führte einen offenen Aussichtswagen. Mit wenigen Minuten Verspätung ging es los. Zuerst führen wir durch die Straßen von Chur, sehr untypisch für eine Eisenbahn. Nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen hatten, folgte die Bahn dem engen Schanfiggertal. Immer höher ging es hinauf, der Fluss lag tief eingeschnitten unter uns. Immer wieder folgten kurze Tunnel und Viadukte. Das größte und spektakulärste war das 284 m lange und 62 m hohe Langwieser Viadukt. Im offenen Aussichtswagen war die Überfahrt ein besonderes Erlebnis.

Am Ende der Strecke ging es zur Seilbahn auf das Weißhorn, mit 2653 m Höhe. Die Bahn ist in zwei Sektionen unterteilt, so dass wir in ca. 2000 m Höhe nochmal umsteigen mussten. Anfangs bot sich eine traumhafte Sicht auf die umliegenden noch schneebedeckten Berge. Das sollte sich jedoch bald ändern, Wolken, Gewitter und Regen zog auf. Teilweise war nichts mehr durch die großen Fenster des Panoramarestaurants zu sehen. Nachher Bein einsteigen in die Seilbahn kam uns kalter Regen und Graupel entgegen. Auch im Tal war es nicht viel besser, so dass wir den nächsten Zug hinunter nach Chur nahmen. In Chur wie auch schon unterwegs hatte der Regen aufgehört.

Abendessen gab es in der Altstadt von Chur im Restaurant Drei Bunde. Das Cordonbleu war richtig lecker. Dazu gab es einen guten Wein.

Erste Etappe Chur – Höchst

Beim Auschecken sagte uns die Dame von der Rezeption, dass es auch eine abgeschlossene Unterstellmöglichkeit für Fahrräder gibt, diese ab wohl, bei unsrer Anreise voll war. „Na klasse, unsere Räder waren aber noch da und unversehrt.

Bis auf zwei schöne Teilstücke, die uns von Rhein wegführten, war der Weg sehr eintönig. Zuerst entlang der Bahn, dann länger durch Industriegebiete. Später ging es direkt am Alpenrhein entlang, der hier zwischen Dämmen floss. Direkt neben uns lärmte die Autobahn. In Liechtenstein retten wir uns auf die die andere Rheinseite, hier war es ruhiger.

Schön war der Abschnitt ab Igis, der direkt durch die Weinberge führte. Dafür aber einige Steigungen aufzuweisen hatte. In Jenins kehrten wir kurz ein. Hinter Werdenberg, wo wir zu Mittag aßen, folgte ein weitere schöner Abschnitt abseits des Rheins. Die Berge waren Wolkenverhangen, aber bis kurz vor Schluss unsrer Etappe bleib es trocken.

Gebucht hatten wir im Hotel Die Linde in Höchst. Abendessen gab es im Hotel: Bodenseefellchen mit Blattspinat und Zitronenrisotto. Alles wieder zu annehmbaren Preisen.

Wetter 21 Grad bewölkt

Zweite Etappe Höchst – Konstanz

Nach einem guten Frühstück ging es los. Den ganzen Tag sollte es auf der schweizer Seite des Bodensees entlang gehen. Teilweise ging es direkt am Seeufer vorbei. Der überwiegende Teil führte jedoch entlang der Bahnstrecke etwas entfernt vom See. Die Wege waren jedoch durchweg sehr gut.

Kurz hinter Gaißau ließen wir Östereich hinter und und waren wieder in der Schweiz. Am Alten Rhein gab es öfters Stellen mit Hochwasser, die sich aber leicht durchfahren Liesen. Ab Rorschach führte der Weg oft entlang des Bodensees. In Arbon kehrten wir zu Mittag ein. Vom Garten des Hotels gab es einen schönen Blick auf den Bodensee.

Über Romannshorn radelten wir weiter entlang des Südufers. Kurz hinter Kreuzlingen erreichten wir dann unser Ziel Konstanz. Die Städte Kreuzlingen und Konstanz gehen ineinander über. Unser Hotel Constania hatten wir dann schnell erreicht. Später folgte noch ein ausgiebiger Stadtbummel.

Wetter 24 Grad sonnig

Dritte Etappe: Konstanz – Schaffhausen

Dank der Innenstadtlage war die Nacht laut. Nach dem Frühstück ging es wieder über die Grenze in die Schweiz. Lange Zeit radelten wir direkt am Ufer des Untersees, dem östlichen Ausläufer des Bodensees. Teilweise mussten wir infolge des Hochwassers wenige Meter höher ausweichen. In Berlingen war die Straße noch gesperrt, aber wir konnten durchfahren. Die Stege für die Fußgänger wurden gerade weggeräumt. Das Restaurant Schiff mit seinem Biergarten war aber immer noch nur über Stege zu erreichen. Wir saßen im Biergarten umgeben von Wasser.

Mittags erreichten wir Stein am Rhein. Leider war auf dem Marktplatz ein großes Feilichttheater aufgebaut. Also keine spektakulären Fotos. Essen gab es direkt am Rhein, Egerli ein Fisch aus dem Bodensee.

Einige Male wechselten wir die Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland. In Büsingen gab es auf einer schönen Rheinterasse noch ein Bier. Kurz darauf verlor mein Hinterreifen Luft. Auf einer Bank an einer Bushaltestelle pumpten wir nach. Bis Schaffhausen verlor er keine Luft.

Im Hotel fiel uns auf, dass ein Schlüsselbund fehlte. Wir bestellten uns ein Taxi, das uns zu der Bank brachte. Der Schlüssel lag zum Glück noch da. Der Spaß hatte uns mal eben 35 Franken gekostet. Taxifahrerin war aber gut drauf und so war die Fahrt wenigstens kurzweilig.

Wir hatten aber immer noch genug Zeit zum Rheinfall zu fahren. Mit dem Trolleybus ging es nach Neuhausen. Leider war wegen Hochwasser der Mittelfelsen mit der markanten Aussichtskanzel nicht erreichbar. Wir mussten uns also mit der kleinen Rundfahrt begnügen, die aber sehr nahe an den Rheinfall herführte.

Nach einem kurzen Innenstadtbummel fuhren wir mit dem Bus weiter zum Hotel. Abendessen gab es im Garten des Hotels. Es war kühl und sehr ruhig. Das Essen und insbesondere der Wein waren sehr gut. Ein sehr runder Abend.

Wetter 25 Grad sonnig

Vierte Etappe Schaffhausen – Laufenburg

Das Frühstück im Hotel stand in keinem Verhältnis zum Abendessen. Mein Fahrrad hatte noch Luft, aber nochmal aufpumpen könnte nicht schaden.

Schnell ging es bergab bis zum Rhein. Anfangs radelten wir entlang des Rheins kurz vor dem Rheinfall wechselten wir auf die andere Seite. Es ging steil bergauf. Auch die weitere Strecke ging immer auf und ab. Auch die Wege waren oft nur geschottert, so dass wir bis zur Mittagspause erst 25 km geschafft hatten. Es gab Bier und Cordon Bleu. Die restlichen Kilometer zogen sich. Einige Abschnitte führten auch über stark befahrene Straßen. Trotzdem gab es immer wieder schöne Aussichten auf den Rhein.

Am Ende des Tages machte sich wieder der Reifen bemerkbar, die Luft wurde weniger.

In Laufenburg, unserem Ziel übernachten wir auf der deutschen Seite. Da wir spät ankamen und für das Abendessen schon einige Tische besetzt waren, reagierte das Personal sehr genervt. Ein Tisch auf der Terrasse war ein unmögliches Unterfangen. Nach kurzer Wartezeit im Restaurant haben wir dann doch einen Tisch bekommen. Da wir nicht im Voraus reserviert hatte, konnte man das zwar nicht erwarten, jedoch war die Reaktion des Personals, dass einen total genervten Eindruck machte, sehr sonderbar. Der Eindruck setzte sich auch über den Abend dort.

Nachher ging es noch kurz in ein Bistro am Rhein.

Wetter 25 Grad sonnig

Fünfte Etappe Laufenburg – Weil am Rhein

In der Nacht gab es ein starkes Gewitter. Am Morgen war das Wetter besser. Nach dem Frühstück gingen wir zur Fahrradgarage, mein Hinterrad war diesmal richtig platt. Also war Flicken angesagt. Wir kamen im Torbogen des Rathauses unter, da es wieder regnete. Gegen 9:30 Uhr war dann alles fertig, das Loch war gefunden. Im Elan radelten wir Richtung Schweiz. Während der Fahrt wurde mir klar, das wir auf der deutschen Rheinseite fahren wollten. Also Improvisieren. Bis Stein mussten wir südlich des Rheins radeln. Dann gab es eine Brücke und wir waren in Deutschland. Die Radwege wurden schlechter, wie es in Deutschland üblich ist. Letztendlich waren die Wege aber auch in Ordnung.

Kurz hinter Bad Säckingen gab es ein erstes Bier. Rothaus aus dem Schwarzwald, denn nördlich des Rheins beginnt der Schwarzwald. In Rheinfelden machten wir Mittagspause. Wir kehrten bei einem Italiener ein. Das Essen war lecker.

Der weitere Weg war unspektakulär kurz vor Basel radelten wir durch Industriegebiete. In Basel ging es direkt am Rhein entlang, bis zu unserem Ziel Weil am Rhein in Deutschland. Unser Hotel war im 6 Stock eines Einkaufzentrums. Die Fahrräder wurden mit dem Aufzug in den 3. Stock gebracht. Mit einem Einkaufswagen könnten wir unser Gepäck nach oben bringen.

Weil am Rhein hat eine direkte Straßenbahnverbindung nach Basel. So kamen wir schnell nach Basel. Die Innenstadt von Basel war sehr sehenswert. Im Löwenzorn, einer Traditionsgaststätte kehrten wir ein. Im Hofgarten gab es rustikales Essen. Mit dem Tram – wie es in der Schweiz heißt – ging es dann zurück nach Weil am Rhein.

Auf der Dachterrasse gab es noch einige Getränke. Blick bis zum Feldberg, traumhaft.

Wetter erst leichter Regen, dann bewölkt, 23 Grad.

Sechste Etappe Weil am Rhein – Biesheim

Das Hotel Dreiländereck liegt direkt an der Dreiländerbrücke, eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger über den Rhein. Auf der anderen Seite waren wir unmittelbar in Frankreich. Die Etappe wird mit 66 Kilometern nicht sehr lang, dazu ist die Oberrheinebene auch sehr flach.

Auf der rechten Seite sieht man die Höhen des Schwarzwaldes und links die Vogesen. Anfangs geht es entlang des Rhein-Rhone-Kanals. Nach einem Drittel der Strecke radelten wir dann durch elsässische Dörfer, nicht weit vom Rhein entfernt. In Ottmarsheim tranken wir eine Apfelschorle. Mittagessen gab es in Fessenheim, der Ort, in dem das älteste Kernkraftwerkes in Frankreich steht.

Als Mittagessen gab es ein Tagesmenü mit Bier. Mein Schulfranzösisch, zusammen mit einem Sprachführer reichte vollkommen.

Die Festungsstadt Neuf Brisach sollte das nächste Highlight sein. Die Beschreibung im Reiseführer versprach aber mehr als die Wirklichkeit. Bis zum Hotel in Biesheim war es nicht mehr weit. Das Hotel Groff ist ein schönes Landhotel mit sehr freundlichem Personal.

Im Garten hinter dem Hotel gab es erst einmal leckes Bier. Das Abendessen gab es dann ab 19 Uhr: Barbecue mit Salat und dazu einen Pino Noir. Als Abschluss Trester und Cappuccino. Ein sehr gelungener Abend insbesondere vom Preis-Leistungsverhältnis.

Wetter heiter 24 Grad

Siebte Etappe Biesheim – Straßburg

In der Nacht hatte es geregnet. Richtig kühl war es beim Losfahren aber nicht. 68 Kilometer lagen vor uns, meist immer geradeaus am Rhein-Rhone-Kanal entlang. Daher sah alles die nächsten 3,5 Stunden gleich aus. Zum Glück waren die Wege meist asphaltiert, Steigungen gab es keine. Es gab nur leichten Gegenwind.

Das letzte Stück drehte sich der Wind, wurde heftiger und es fing an leicht zu regnen. Kurz vor der Innenstadt hörte es aber wieder auf. Unser Hotel Du Dargon liegt innenstadtnah. Es schloss sich ein Stadtbummel an.

Zum Abendessen gab es Baeckeoffe, eine Spezialität aus dem Elsass. Ein Eintopf aus Rind-‚ Schweine-, Lammfleisch sowie Schweinefüssen zusammen mit Lauch und Kartoffeln in Weißwein gegart. Dazu gab es einen Elsässer Pino Noir.

Wetter wolkig, später Schauer 21 Grad

Achte Etappe Straßburg – Wörth

Heute sind wir sehr früh beim Frühstück gewesen, obwohl es am Vortag ein wenig länger gegangen ist.

Wir kamen früh los, die Etappen werden länger, diesmal sollten es 87 Kilometer sein. In Straßburg gab es gute Radwege, so dass wir gut aus der Stadt herauskamen. Es war wieder absolut flach, so dass wir mit den gewohnten 20 Kilometern pro Stunde Reisegeschwindigkeit vorankamen.

Es ging lange fast nur über Straßen, teilweise mit wenig Verkehr, teilweise auch über Departementstraßen, die aber einen markierten Radfahrstreifen hatten.

An der Fähre in Selzen kehrten wir zum Mittag ein. Es gab Schiffala, eine weitere Elsässer Spezialität, auf Deutsch Schweineschulter. Der weitere Weg war aufgrund von Hochwasser nicht zu befahren, so dass wir einen Umweg fahren mussten, später konnten wir aber wieder dem normalen Weg, diesmal auf oder hinter dem Rheindeich, folgen.

Die letzten 15 Kilometer waren wir wieder in Deutschland und folgten bis zu unserm Hotel „Vater Rhein“ in Wörth dem Rheindeich.

Das Hotel liegt direkt an einer stark befahrenen Autobahn, dafür aber auch direkt am Radweg. Die Räder sind gut untergebracht. Direkt vor der Tür befindet sich eine Station der S-Bahn Karlsruhe. In 30 Minuten waren direkt in der Innenstadt. Leider war die Innenstadt durch den Bau der U-Bahn sehr beeinträchtig. Marktplatz und Pyramide boten keinen schönen Anblick.

Abends gab es Saumagen und Maultaschen, dazu Bier.

Wetter 21 Grad vorwiegend bewölkt.

Neunte Etappe Wörth – Mannheim

Die Nacht ließ sich mit Ohropax-Soft gut überstehen. Die nahe Autobahn war doch sehr laut. Wir kamen früh los, 78 Kilometer lagen vor uns.

Die Wege waren heute durchweg gut, meist am oder auf dem Rheindeich. Oft radelten wir durch Auwälder und an Altrheinarmen vorbei. Das Hochwasser der letzten Tage war zurückgegangen und wir konnten wieder die Wege am Rhein nutzen. Teilweise waren sie aber noch mit Schlamm bedeckt.

In Speyer machten wir kurz halt, um den Dom zu besichtigen. Südlich von Ludwigshafen wechselten wir mit der Fähre die Rheinseite. Vorbei an einem riesigen Kohlekraftwerk. Danach radelten wir noch einmal durch einen Auwald, hier wimmelte es von Mücken. Bald hatten wir jedoch die Innerstadt von Mannheim erreicht.

Danach schloss sich noch ein Stadtbummel zum Wasserturm und in die Fußgängerzone der Stadt im Quadrat an, zum Abendessen gab es wieder Saumagen.

Wetter 23 Grad heiter

10. Etappe Mannheim – Nierstein

Vom Hotel ging es bis zum Neckar durch die Stadt. Noch einmal vorbei am Wasserturm. Wir trafen noch eine Einheimische, die unser Unterfangen, bis zur Nordsee zu kommen, ganz toll fand.

An der Kurpfalzbrücke wechselten wir auf die andere Neckarseite. Vorbei an Industrie radelten wir bis zum Rhein. Auf der anderen Seite lag Ludwigshafen mit der Silhouette der BASF.

Die Wege waren anfangs nicht gut. Mit einer alten Kettenfähre ging es rüber auf die andere Seite eines Altrheinarmes. Ab hier gab es dann keine Industrie mehr. Über Lampertsheim ging es nach Worms.

Worms erreichten wir über die Nibelungenbrücke mit ihrem markanten Torturm. In Worms bestimmten Nachkriegsbauten das Stadtbild. Nach einer Pause und Besichtigung des Doms ging es weiter. Erst einmal wieder durch Industriegebiete direkt am Rhein. Später wurden die Wege wieder besser und ruhiger. Meist ging es am Rheindeich entlang. Am Eicher See kehrten wir nochmal kurz ein.

Später – gefühlt schon fast am Ziel – führte uns eine Umleitung, wegen Bauarbeiten am Rheinhauptdeich, weit weg vom Rhein bis in die Weinberge. Durch die Weinberge südlich von Oppenheim erreichten wir mit 10 Kilometer mehr auf dem Tacho unser Ziel Nierstein.

Der Ort liegt direkt am Rhein, von Weinbergen umgeben. Diesmal kamen wir ruhig im Wein- und Parkhotel unter.

Wetter heiter bis wolkig 24 Grad.

11. Etappe Nierstein – St. Goar

Am Anfang folgten wir wieder schönen Wegen durch die Weinberge. Danach ging es wieder an den Rhein. Leider waren die Wege wieder schlecht, aber befahrbar. Die Hochwasserschilder ignorierten wir, getreu dem Motto: wenn die Verwaltung es merkt, dass das Hochwasser weg ist, dauert es noch 2 Tage bis die Schilder weggeräumt sind. So war es dann am Anfang auch.

Kurz vor Mainz wurden die Wege wieder besser. In Mainz wechselten wir die Rheinseite, wir waren nun in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Langsam wuchsen die Berge auf der linken Seite, wir erreichten die ersten Weinorte. Wir kehrten kurz hinter Eltville ein. Vor Rüdesheim ging es dann nicht mehr weiter: Hochwasser: Die Brühe sah nicht gut aus. Eine uns entgegenkommende Radfahrerin verwies uns auf einen freigeschnittenen Weg neben der Leitplanke der Schnellstraße. Nach gefühlten 1000 Metern, hatten wir die Stelle umfahren.

In Rüdesheim sah es aus wie auf „Malle“. Wir schlossen unsere Räder an einem Verkehrsschild an und gingen in die berühmte Drosselgasse, eng und eine Weinpinte nach der anderen. In einem Weingarten mit live Volksmusik gab es ein Glas „Rüdesheimer Vogelspinne“. Dazu trällerte der Akkordeonspieler. Die Japaner am Nachbartisch tranken Bier.

Bald ging es weiter. Mit der Fähre setzen wir nach Bingen über. Noch ein schnelles Bier, dann ging es weiter. Immer wieder atemberaubende Aussichten auf den Rhein und die Weinberge. Ein Weindorf reihte sich an das nächste, oben auf den Höhen gab es unzählige Burgen.

Wir radelten vorbei an den steilen Hängen des engen Mittelrheintales. Kurz von St. Goar lag die Loreley, ein markanter Felsen auf der gegenüberliegenden Seite. Unser Hotel Rheinfels lag direkt im Ort. Abendessen gab es am Markt mit viel Riesling.

Wetter sonnig, 23 Grad

12. Etappe St. Goar – Oberwinter

Frühstück gab es leider erst ab 8 Uhr, sodass wir etwas später loskamen. 86 Kilometer lagen vor uns. Erster Höhepunkt war die Rheinschleife von Boppard. Weiter ging es vorbei an Weinorten und Burgen. Ab Lahnstein südlich von Koblenz wurden die Berge flacher.

In Koblenz ging es direkt vorbei am Deutschen Eck, hier mündet die Mosel in den Rhein. Gegenüber ist die markante Festung Ehrenbreitstein, die über eine Seilbahn erreichbar ist. Mittagspause machten wir in einem Weinhaus mit viel Wein und Flammkuchen.

Hinter Koblenz ging es weiter vorbei an Industrie, bis in Andernach das Tal wieder enger wurde. Vergleichbar mit dem Mittelrheintal ist es aber nicht. Die Wege waren zufriedenstellend, so dass wir schnell vorankamen. Unser Hotel Haus Oberwinter liegt oberhalb des Rheines, so dass wir noch eine steile Anfahrt überwinden mussten.

Zum Abendessen gab es Grillbuffet.

Wetter heiter 24 Grad

13. Etappe Oberwinter – Zons

Heute ging es etwas früher los. Erst einmal den Berg zu Rhein wieder runter. Wir radelten dann über Rolandseck nach Mehlem. Kurz vor Bonn bot sich ein schöner Blick auf das Siebengebirge mit Drachenfels und Petersberg. Bald hatten wir Bonn erreicht. Entlang des Rheins ging es durch das ehemalige Regierungsviertel.

Nördlich von Bonn machten wir eine erste Rast. Oft ging es an Industriegebieten vorbei. In Wesseling umrundeten wir eine Raffinerie, dann ging es wieder am Rhein entlang.

Bis Köln waren es noch einige Kilometer. Beim Schokoladenmuseum kehrten wir in einem Biergarten ein, es gab nur Bier und Currywurst, weil wir für den Abend „vorhungern“ wollten, da es Grillbuffet gab.

In der Altstadt von Köln, direkt am Rhein, gab es noch reichlich Kölsch.

Dann radelten wir weiter Richtung Norden. Die Wegqualität wurde etwas besser. Vorbei an den Fordwerken erreichten wir später Köln-Worringen. Wie fast jeden Tag, zogen sich die letzten 15 Kilometer. Der Wind hatte sich gedreht und es gab mäßigen Gegenwind. So waren wir nicht so schnell in Zons wie geplant.

Im Hotel Friedestrom hatten wir das „Grill und Chill“ Buffet gebucht. Hervorragende Preis-Leistungsqualität.

Wetter 24 Grad, heiter

14. Etappe Zons – Duisburg

Von Zons radelten wir meist über den Rheindeich bis kurz vor Neuss, hier durchquerten wir die Innenstadt. Über schlechte straßenbegleitende Radwege vorbei an Industrie erreichten wir dann die Stadtgrenze zu Düsseldorf. In Oberkassel wurde grade die Kirmes aufgebaut.

Zum Mittagessen gab es Altbier und Schnitzel. Immer wieder ging es vom Rhein weg durch Industriegebiete.

Unser Hotel liegt ruhig in der Nähe eines Sees. Es war jedoch eine Hochzeitsfeier dort. Also mit geschlossenen Fenstern im zweiten Stock schmoren. Jedenfalls im Laufe der Nacht wurde es ruhiger und das Fenster konnte dann geöffnet werden.

Wetter 25 Grad heiter

15. Etappe Duisburg – Kleve

Das Frühstück war gut. Beim Preis ist uns das Hotel noch etwas, wenn auch gering, entgegengekommen. Der Tag sollte sehr heiß werden. Die Wegqualität war durchweg sehr gut. Flache Landschaft, immer wieder Ausblicke auf den Rhein.

Eine erste Pause gab es in Rheinberg, direkt neben dem Underberg Palais. Wir tanken aber nur Bier. Bis nach Xanten ging es meist auf dem Rheindeich. In Xanten, direkt am Markt kehrten wir ein. Danach schloss sich ein kurzer Rundgang zum Dom an.

Weiter radelten wir an den beiden Seen, Xantener Südsee und Nordsee, wieder in Richtung Rhein. Wir radelten wieder über Deiche. In Grieth gab es nochmal eine kurze Pause am Deich.

Als wir den Kreis Kleve erreicht hatten, wurden die Wege schlechter. Auch das Schild Radwegschäden war wieder mal da. Kurz hinter der Rheinbrücke nach Emmerich ging es auf einer ehemaligen Bahntrasse nach Kleve.

Unser Hotel Rilano liegt direkt in der Innenstadt. Leider ist Kirmes bis 1 Uhr und es ist wieder ein wenig laut. Dank Klimaanlage und geschlossenen Fenstern war es aber auszuhalten. Abendessen gab es in einem mexikanischen Restaurant unweit des Hotels.

Wetter sonnig 26 Grad

16. Etappe Kelve – Wijk bij Durstede

98 Kilometer sind zu bewältigen. Über Nacht hatte es sich abgekühlt. Es gab starken Wind, was nichts Gutes ahnen lies. Bis zur Niederländischen Grenze in Millingen an de Rjin ging es zügig. Auf die Fährüberfahrt mussten wir 30 Minuten warten.

Auf der anderen Seite hatten wir den Wind erst einmal direkt von vorne. Dann drehte sich aber die Richtung des Weges, so dass wir kurzzeitig sogar fast Rückenwind hatten. Mit der nächsten Fährüberfahrt änderte sich aber wieder alles. Der Gegenwind war wieder da. Bald waren wir in Arnheim, das wir rechts liegen ließen, da wir auf einer früheren Tour schon mal dort waren. Hinter Arnheim bis Oosterbeek ging es bergauf. In Oosterbeek kehrten wir ein, es gab Omelett.

Bald radelten wir wieder bergab ins Rheintal. Bei starkem Gegenwind fuhren wir weiter Richtung Westen. Einige Schleifen des Weges kürzten wir aufgrund des heftigen Gegenwindes ab. Zwischen Amerongen und unserem Ziel Wijk verlief der Weg genau auf dem Deich, dem die Straße folgte. Gegenwind genau von vorne, die fast 10 Kilometer dauerten gefühlt ewig. Wir hatten letztendlich dann doch einiges abgekürzt. Gegen 17:30 Uhr waren wir dann im Hotel.

Bewölkt, windig 20 Grad

17. Etappe Wijk bij Dustede – Biesbosch

Wieder ging es früh los. Als erstes ging es mit der Fähre über den Neder Rijn. Auf der anderen Seite bald über den Amsterdam-Rhein-Kanal. Ab Geldermalsen radeln wir dann an dem schönen kleinen Fuß Linge entlang. In Asperen kehrten wir in einem Hotel ein und überbrückten dort einen Regenschauer mit Wit Bier und einem niederländischen Lunchbuffet.

Kurz vor Gorinchem erreichten wir die Waal, den größten Arm des Rheindeltas. Leider fuhr bald die Fähre auf die andere Seite, so dass wir die sehenswerte Stadt nicht besichtigen konnten. Zudem fing es an zu regnen. Auf der anderen Seite in Woudrichem hörte es aber bald wieder auf. Woudrichem ist wie Gorinchem eine Festungsstadt.

Südlich von Werkendam erreichten wir dann den Nationalpark De Biesbosch. Ein grosses Feuchtgebiet. Noch eine kurze Einkehr in einem alten Festungsbauwerk, dann radelten wir zum Ponje Steur, eine Fähre für Fußgänger und Radfahrer. Auf der anderen Seite wurde die Strecke verlegt, so dass es auf neuen, asphaltierten Wegen durch den Biesbosch ging.

Das Hotel De Brabantse Biesbosch erreichten wir gegen 18 Uhr. Ziemlich bestimmt, wurde uns gesagt, dass es Abendessen und Getränke nur bis 18:30 gibt. Danach wäre niemand mehr da. Also schnelle aufs Zimmer, ohne Umziehen und Duschen wieder runter. Dann gab es aber doch noch länger etwas. So dass wir um 19:30 Uhr auf dem Zimmer waren. Trotzdem nicht weiterzuempfehlen, da diese Erfahrungen offensichtlich auch schon Gäste vor uns gemacht hatten, wie aus Bewertungsportalen ersichtlich ist.

Wetter, erst heiter 21 Grad, dann Regen, später wieder heiter 21 Grad.

18. Etappe Biesbosch – Rotterdam

Nach einem durchschnittlichen Frühstück radelten wir los. Nach einem Kilometer erreichten wir die Fähre nach Dortrecht. Erste Hochhäuser am Stadtrand kündeten davon, dass die Metropole Rotterdam nicht mehr weit ist. Weiter radelten wir durch die Altstadt bis zur Fähre nach Papendrecht. Schon während der Überfahrt fing es an, heftig zu regnen. Der Regen hielt eine Zeitlang an. Nach einer knappen Stunde hatten wir den Höhepunkt des Tages, die Molen von Kinderdijk erreicht. Zum Glück hatte der Regen aufgehört.

Auf dem Weg zur nächsten Fähre schüttete es wieder aus Eimern. Fast hätten wir die Fähre verpasst, da die Anlegestelle verlegt wurde. Als wir ankamen, legte die Fähre gerade ab, also 30 Minuten warten, aber der Fährmann hörte unser Rufen und nahm uns noch mit.

Auf der andern Seite in Ridderkerk ging es dann durch die Vororte von Rotterdam. Wenige Meter hinter der Stadtgrenze war „an de Hoek en Patat Kram“, ein Imbiss. Es gab Frikandel spezial mit Frites.

Neben stark befahrenen Straßen führten sehr gute Radwege bis ins Zentrum. Kurz vor der Erasmusbrücke, bogen wir rechts ab zu unserem Hotel Pincoffs.

Den Nachmittag hatten wir uns freigekommen. Mit der Metro ging es nach Schiedam, der Hauptstadt des Jenevers. Hier besichtigten wir das Jenevermuseum. Abends ging es dann zum Essen an den Osthafen in Rotterdam. Im Hotel gab es dann noch einen Absacker.

Wetter 21 Grad Regen, später heiter 23 Grad.

19. Etappe Rotterdam – Hoek van Holland

Nur noch 37 Kilometer bis zur Mündung bei Hoek van Holland. Mit dem Losfahren konnten wir uns Zeit lassen. Zuerst radelten wir über die Erasmusbücke. Dann Richtung Schiedam. In Schiedam gab es eine erste Pause. Wir kamen wieder am Jenevermuseum vorbei. In Vladringen am alten Hafen aßen wir zu Mittag.

Je weiter wir Richtung Küste kamen, desto windiger wurde es. Also wieder Gegenwind.

In Hoek von Holland querten wir die Bahnlinie und radelten dann Richtung Strand. Und dann war sie da, die Nordsee. Unsere Radtour war zu Ende. Leider war es zum Baden zu kalt. In der Strandbar Bing gab es dann noch einige Getränke und dann radelten wir zurück in den Ort. Im Grandhotel hatten wir gebucht. Das Hotel lag mitten in der Innenstadt. Leider gab es am Abend ein Straßenkonzert, so dass es sehr laut war.

Wetter 22 Grad heiter

Rückfahrt

Nach dem Frühstück fuhren wir zum Bahnhof. Wir mussten aufgrund von Baustellen einen Zug früher nehmen und zusätzlich in Utrecht umsteigen um den Intercity in Amersfoort zu bekommen. In den niederländischen Intercitys war pro Wagen nur wenig Platz für Fahrräder. Dafür gab es aber in fast jedem Wagen einen entsprechenden Stellplatz.

In Amersfoort ging es dann in den Intercity nach Hannover. Wie es kommen musste, waren unsere reservierten Plätze bereits von anderen Radfahrern belegt worden. Also die Räder zur Seite stellen und unsere aufhängen. Der Zug war bis zum letzten Platz besetzt, schließlich war Ferienzeit.

Nach drei Stunden kamen wir in Hannover an. Nur noch zur S-Bahn und dann nach Hameln. Nach drei Wochen war unsere Radreise durch Europa zu Ende.

 

Fazit

Eine lange Tour durch halb Europa. Unterschiedliche Eindrücke, auf nicht immer optimalen Radwegen. Ein Weg der Gegensätze: 6 Länder, Berge, Industrie, Wein und viel Flachland. Gerade in den grossen Städten der Rheinschiene verlief der Weg nicht immer optimal. Bei Hochwasser kommt es zu Problemen, zum Glück wurden wir von „größeren Fluten“ verschont. 

Die Schweiz hat ein ganz schönes Loch in unser Budget gerissen. So schnell geht es nicht wieder dahin. 

Die Bahnfahrt war wie immer stressig. Aber das sind wir ja schon gewohnt. Trotzdem hat es sich gelohnt. 

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Ein Kommentar auf "Rheinradweg"

  1. dagmar arndt sagt:

    ein schöner bericht, ich habe einige anregungen bekommen,

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