Mecklenburg-Vorpommern, Seen und Eiszeit

24. August 2015 | Von | Kategorie: Mehrtagestouren

Unendliche Weiten, Mecklenburg-Vorpommern ist das am dünnsten besiedelte Bundesland. Nur 69 Menschen leben auf einem Quadratkilometer. In Niedersachsen sind es fast 100 mehr. Wie immer bei großen Touren ist frühes Aufstehen angesagt. Punkt 9 Uhr kamen wir dann los. Am Abend vorher hatten wir beschlossen, ab Hamburg noch bis Hameln zurück zu radeln, so dass wir gar nicht Bahn fahren brauchen. Insgesamt haben für fast 1500 Kilometer zurückgelegt. Gefahren sind wir vom 25.07.2015 bis 13.08.2015.

 

Etappe 1: Hameln – Winsen (Aller)

Heute geht es über zum Teil bekannte Wege. Zuerst nach Groß Hillingsfeld und weiter nach Springe. Der Wetterbericht hatte starke Gewitter und Sturm vorhergesagt. In der Nacht hatte es schon geregnet, Gewitter gab es auch. Am Anfang folgten wir meist der B217 bis Springe. In Springe gab es in einem Café kühles Bier gegen den Durst. Am Horizont türmten sich Gewitterwolken auf, es wurde windiger. Am Nachbartisch hob sich einer der Sonnenschirme aus der Verankerung und krachte erst gegen die Hauswand und dann auf einen Tisch. Zum Glück war der Tisch leer, alle kamen mit dem Schrecken davon.

Angesichts der Bedrohung der dunklen Wolken radelten wir dann weiter. Bald kreuzten wir die Kaiserrampe, eine Allee, die Kaiser Wilhelm dazu diente vom eigens für ihn errichteten Bahnhof zum Jagdschloss in Springe zu kommen.

Bis Hannover folgten wir oft Straßen ohne Radweg, der Verkehr hielt sich jedoch in Grenzen. Bald erreichten wir den Maschsee. Kurz vorher kehrten wir im Biergarten Kaiserschänke ein.

Nachher war die Innenstadt schnell durchquert. Wir waren nun in der Eilenriede, dem Stadtwald von Hannover. Durch den quirligen Stadtteil List gelangten wir dann weiter nach Norden. Hinter der Autobahn A2 erreichten wir dann Langenhagen.

Jetzt wurden die Wolken wieder bedrohlicher. Kurz vor einem Golfplatz fing es dann an leicht zu regnen, Donner war zu hören. Zum Glück war es nicht mehr weit bis zum Biergarten Waldkater. Gerade angekommen, fing es dann richtig an zu regnen. In einem Wintergarten tranken wir dann überteuertes Bier.

Nach einer halben Stunde wurde es heller. Wir konnten weiter. Über Waldwege ging es weiter. Teilweise war neben den sandigen Wegen ein Radfahrstreifen angelegt. Dieser war jedoch nicht asphaltiert. Solche Wege gibt es viel in der Lüneburger Heide, die wir morgen erreichen werden.

Über Fuhrberg kamen wir in die Ortschaft Wietze, hier hatten wir bei einer unserer vorherigen Touren das Erdölmuseum besichtig.

Wieder auf Waldwegen gelangten wir endlich nach Winsen, unserem ersten Etappenziel. Winsen liegt an der Aller. Kurz hinter der Allerbrücke, etwas außerhalb des Ortes, liegt unser heutiges Quartier, der Jann-Hinsch-Hof.

Das Abendessen war gut und reichlich. Wir hatten einen schönen Fensterplatz, so dass wir das Treiben von Sturm und Regen beobachten konnten. Am nächsten Tag soll das Wetter aber besser werden.

 

Wetter: heiter bis wolkig, zunehmend bewölk und Schauer, 24 Grad

Strecke: Radwege, Waldwege

Etappe 2: Winsen – Lüneburg

 In der Nacht gab es noch Sturm. Wesentlich störender war eine Feier, die bis spät in die Nacht ging. Aber irgend wann war es dann doch ruhig. Am Morgen kam die Sonne raus. Gestärkt ging es nach dem Frühstück auf die Räder und los. Von Winsen entlang der Straße nach Bergen. Viele Äste lagen auf dem Weg, hier hatte der Sturm ganze Arbeit geleistet. Kurz vor Belsen erreichten wir die Gedenkstätte Bergen-Belsen. Hier hatten wir schon auf einer unserer Touren eine Besichtigung gemacht. Daher fuhren wir weiter.

Weiter radelten wir in Richtung Norden. Wenige Orte, meist immer abseits der Siedlungen. In Wietzendorf gab es Bier gegen den Durst. Mittag war in Bispingen geplant. Aber 5 km vorher wurde mein „Unplattbarer“ am Hinterrad weich. Ein spitzer Stein hatte sich in den Reifen gebohrt. Nach 30 Minuten war alles wieder vergessen. Gleichzeitig hatten auch die höchste Stelle unserer Etappe mit 105 m erreicht. Bis zum Ziel ging es dann wieder bergab, jedoch mit einigen Zwischenanstiegen.

In Bispingen waren wir bei einem Italiener, mit preiswertem und gutem Essen. Das Landschaftsbild blieb gleich, Wälder und Felder, alles leicht wellig.

In Heiligenthal machten wir nochmal auf den letzen 8 Kilometern eine Pause. In einer zum Hotel umgebauten alten Mühle, saßen wir direkt am Mühlenteich. Mit den Getränkepreisen ließ man sich die schöne Lage fürstlich bezahlen.

Nach 30 Minuten erreichten wir dann Lüneburg. Unser Hotel Einzigartig, ist wirklich einzigartig. Ein total renoviertes historisches Haus im Wasserviertel, keine 100 m vom Stintmarkt mit seinem historischen Kran entfernt.

Vor dem Abendessen unternahmen wir noch einen ausgiebigen Stadtbummel. In der Heiliggeiststraße kehrten wir im Kronenbrauhaus ein.

 

Wetter: Heiter 21 Grad

Strecke: Radwege, Landstraße

Etappe 3: Lüneburg – Dömitz

 

Wie das Hotel war auch die Übernachtung „einzigartig“ es war ruhig, kühl und die Matratzen waren gut. Um 7:30 Uhr ging es zum Frühstück. Eine Etagere mit Brötchen und Wurst und ein kleines Buffet mit Rührei, Lachs, Frikadellen und und und …

Und wie auch am Vortag eine richtige Herzlichkeit des Personals.

Um 8:30 Uhr radelten wir los. Wieder war es eine lange Etappe. In Lüneburg beginnt auch der Mecklenburger Seen Radweg, dem wir bis Usedom folgen wollen. Aber schon nach 2 Kilometern hatten wir uns kurz nach dem Kloster Lüne verfahren. Der Waldweg, den wir gewählt hatten, entsprach zwar dem GPS-Track, aber nicht der Beschreibung. An einer nicht mit Rädern befahrbaren Brücke machten wir dann Halt und kehrten um. Nach einigen 100 m waren wir dann wieder richtig.

Bald erreichen wir das Schiffshebewerk Scharnebeck. Ein älterer Herr erklärte mir sehr anschaulich die Abläufe. Als der Trog sich schloss und nach unten in Bewegung setze, kam ein richtiger Wasserschwall hinunter. Nach einigen Minuten war der Trog samt Schiff unten und das Sperrtor wurde geöffnet.

Weiter radelten wir noch einmal bergauf und bergab, bis wir in Bleckede die Fähre über die Elbe erreichten. Für 1,50 € waren wir drüben. Hier war der erste übrig gebliebene Wachturm zu sehen, der an die deutsche Teilung erinnerte.

Bis Dömitz unserem Tagesziel sollten wir bis auf eine Ausnahme dem Elberadweg folgen. Entweder auf dem Deich oder dahinter, radelten wir durch das Elbtal. Viele andere Radfahrer waren unterwegs. Der Elberadweg zieht viele Radler an, wohl auch weil es flach und einfach ist.  In Stiepelsee kehrten wir in einem Hofcafe ein. Es gab aber auch herzhafte Gerichte und Bier.

Je nach Himmelsrichtung der Elbeschleifen hatten wir mal Gegenwind, mal Rückenwind oder Seitenwind. In Neu Darchau verließen wir den Elberadweg und machten eine Abstecher nach Neuhaus. Das Amt Neuhaus gehörte früher zur DDR und kam erst nach der Wende zu Niedersachsen.

Zurück auf dem Elberadweg ging es Richtung Hitzacker, das auf der anderen Elbeseite liegt und nur über eine Fähre zu erreichen ist. 10 Kilometer hinter Hitzacker erreichten wir Mecklenburg-Vorpommern. Kurz hinter der Grenze in Rütherberg wurden die Wege schlechter. Holprige Waldwege bis zur B195. Dann wurde es wieder besser. Bis Dömitz folgten wir der Bundesstraße bis zur Elbbrücke. Vor der Brücke bogen wir rechts ab, vorbei an der Festung Dömitz. Bald erreichten wir den Hafen und unser Ziel das Hafenhotel Dömiz.

Das Abendessen im Restaurant war gut. Es gab Vielanker Bier dazu. Für die angeschlossene Strandbar war leider das Wetter zu schlecht. Immer wieder gab es heftige Regenschauer.

 

Wetter: morgens bis 20 Grad bedeckt, nachmittags bis 23 Grad gewittrig, Schauer, aber auch Sonne.

Wege: asphaltierte Wirtschaftswege, Radwege, Radwege auf und neben dem Deich, Waldwege.

Etappe 4: Dömitz – Parchim

Frühstück gab es im Panoramarestaurant auf dem Dach des Hotels mit wunderbarem Blick auf die Elbauen.

Wir kamen diesmal noch etwas früher los. Ein kurzes Stück folgten wir noch dem Elberadweg. Dann umrundeten wir eine Wanderdüne. Ab hier ging es tiefer hinein nach Mecklenburg. Meist radelten wir auf Straßen oder asphaltierten Wirtschaftswegen. Teilweise gab es auch Radwege. Es war sehr wenig Verkehr. Siedlungen oder Höfe außerhalb von Ortschaften gab es nicht. Einige Ortsdurchfahrten werden immer noch von Kopfsteinpflaster bestimmt.

Unendliche Weiten…durch die industriell geprägte Landwirtschaft der damaligen DDR gibt es kaum Höfe. Nur in den Orten, so hat auch jeder noch so kleiner Ort seine Plattenbauten. Hier waren die Arbeiter für die Landwirtschaft untergebracht.

Durch den Westwind hatten wir meist Rückenwind, so dass wir schnell voran kamen. Es gab aber auch wieder ein paar Steigungen.

In Ludwigslust führte uns der Weg direkt durch den Schlosspark. In der Alten Wache kehrten wir ein: Lammhaxe… hervorragend.

Weiter radelten wir in Richtung Neustadt Glewe vorbei an Karpfenteichen, hier wurde die Straße dann richtig schelcht. Am Müritz-Elde-Wasserweg wurde es schliesslich besser. Kurz vor Parchim gab es dann auch wieder Asphalt.

In Parchim in unserem  Hotel Kaiserliches Postamt fragte ich noch kurz, was man sich in Parchim alles ansehen müsste. „In Parchim?“ Dabei lachte Sie. Ich erwiderte daraufhin „also einfach nur loslaufen, ja genau“…Das machten wir dann auch. Es war nicht viel los. Ein Kaufhaus Stolz hatte Schlussverkauf.

Das Abendessen war Durchschnitt, es sollte auf der Tour aber nichts schlechtes mehr geben..

 

Wetter: bewölkt, windig 18 Grad, nachmittags heiter bis wolkig.

Wege: asphaltierte Wirtschaftswege, Radwege, Straßen

Etappe 5: Parchim – Plau am See

Wie schon das Abendessen entsprach auch das Frühstück, nicht dem Anpruch des Hotels: Die „Tütenwurst“ wurde auch nicht nachgelegt.

Kurz nach 9 Uhr stiegen wir auf unsere Räder. Vorbei am Wocker See radelten wir Richtung Norden, durch eine wellige Endmoränenlandschaft. Felder und Wälder wechselten sich ab. Zwischendurch fuhren wir immer auch durch schöne Alleen, die typisch für die Gegend sind.

Nach 15 Kilometer erreichten wir Lübz, die Bierstadt. Im Amtsturm tranken wir natürlich ein Lübzer Pils.

Hinter Lübz radelten wir wieder durch die wellige Landschaft. Nach knappen 40 Kilometern erreichten wir Plau am See. Der touristisch geprägte Ort liegt an der Mündung der Elde in den Plauer See. Der Plauer See ist der dritt größte See in Mecklenburg-Vorpommern und hat eine Länge von 14 Kilometern. In einem Restaurant an der Hubbrücke über die Elde haben wir dann gut zu Mittag gegessen.

Nach dem Mittagessen folgten wir noch kurz dem Seeufer nach Süden bis zu unserem Hotel dem Falk Seehotel. Wir sind im Nachbarhaus im 3. Stock untergebracht. Für eine Nacht aber akzeptabel. Es gibt einen Aufzug bis zur 2. Etage. Gut für unser Gepäck.

Direkt vor dem Hotel befindet sich ein Badestrand, leider ist kein Badewetter. Es gab noch einige Schauer. Also alternativ: Kaffee, Schokolade und Eis.

 

Wetter: heiter bis wolkig 20 Grad, später Schauer.

Wege: ruhige, verkehrsarme Straßen, Ortsdurchfahrten mit Kopfsteinpflaster, Radweg am See.

Etappe 6: Plau am See – Waren (Müritz)

Trotz 66 Kilometer Strecke kamen wir schon um 8:30 Uhr los. Wie sich herausstellte, war das auch gut so. Das Wetter war herbstlich. Also Fleece und Regenjacke an und los. Der Weg führte entlang des Plauer Sees nach Süden.

Nach kurzer Fahrt ging es entlang des Seeufers in den Wald, die Stecke war nicht asphaltiert, es gab Wurzeln und schlammige Abschnitte und es ging auf und ab. Das Ganze zog sich bis Bad Stuer über 6 Kilometer hin. Nach einer Stunde hatten wir dann Bad Stuer am südlichsten Zipfel des Plauer Sees erreicht.

Ab hier radelten wir wieder auf Asphalt. Aber zuerst ging es erst einmal wieder bergauf. Ab Rogeez führte unser Weg weiter in Richtung Osten. Ein Schild markierte das Ausbauende des Radweges. „Radfahren auf eigene Gefahr, Radfahrer absteigen“. Typisch … Ich habe bisher noch nie „Autofahrer aussteigen“ gelesen. Der Weg war aber gar nicht so schlimm, der Uferweg am Plauer See war schlechter.

Durch Orte wie Fincken, Bützow, Dambeck und Minzow, immer wieder im stetigen auf und ab, teilweise mit Gegenwind, teils mit Rückenwind erreichten wir Röbel an der Müritz. Ein kurzer Abstecher in den Ort. Am Marktplatz kehrten wir ein, es war gegen 12 Uhr.

Ein kurzes Stück ging es den gleichen Weg zurück. Jetzt radelten wir an der Müritz entlang und das für die nächsten 30 Kilometer, denn die Müritz ist der größte deutsche Binnensee. Teilweise auf asphaltierten Wegen, teilweise auf unbefestigten fuhren wir Richtung Nordosten. Immer wieder wurde der Blick auf die Müritz frei.

In Klink tranken wir noch ein Bier, es war warm und teuer. Ab dem ehemaligen Müritzhotel gab es wieder Waldwege. Auch wieder mit steilen Abschnitten. Bald waren wir jedoch in Waren, unserem Ziel. Die Tiefgarage des Hotels „Kleines Meer„, wo auch die Räder unterkamen war direkt am Radweg.

Schnell geduscht und umgezogen und dann noch eine Rundfahrt auf der Müritz, es war stürmisch mit entsprechendem Wellengang. Trotzdem lag das Schiff verhältnismäßig ruhig im Wasser. Danach folgte ein Stadtbummel durch die Altstadt.

Abendessen gab es im Hotel, es war sehr gut.

Wetter: Stürmisch 16 Grad, Schauer

Wege: Wald und Feldwege, teilweise sandig und matschig, asphaltierte Weg und Straßen.

Etappe 7: Waren (Müritz) – Neustrelitz

Es ging nach dem Frühstück wieder früh los. Die heutige Etappe führt durch den Müritz-Nationalpark. Es geht diesmal auf der östlichen Seite der Müritz entlang, fast 30 km bis nach Rechlin.

Auf dieses Mal gut ausgebauten Radwegen radeln wir durch Wälder und Felder vorbei an einigen Seen, wie den Specker See. Immer wieder gab es Beobachtungstürme, die zur Vogelbeobachtung aufgestellt worden sind. In Rechlin Nord war die ehemailge Heeresversuchsanstalt der Deutschen Wehrmacht mit einem Museum. Von Rechlin bis Mirow folgten wir einer ehemaligen Bahntrasse, die heute zu einem Radweg ausgebaut worden ist.

Mirow liegt am Mirower See mit einem sehenswerten Schloss. Mit der Mittagseinkehr hatten wir wenig Glück. Wir gingen zu einem Italiener. Unfreundliche Bedienung und mäßiges Essen. Die Vorspeise wurde zusammen mit der Hauptspeise serviert. Zum Glück waren wir schnell damit durch und konnten schon um 13:15 Uhr weiterfahren.

Ab Mirow wurden auch die Straßen und Wege schlecht. Schlechter Asphalt und Kopfsteinpflaster bestimmten mal wieder die Wege der nächsten Kilometer.

Die letzten Kilometer wurde es dann besser. Wälder und Seen bestimmten immer noch das Landschaftsbild. Am Großen Weißen See machten wir kurz Pause. Auch hier war das Strandbad leer. Über Gross Quassow gelangten wir dann zum Zierker See. Ab hier radelten wir dann durch den Schlosspark nach Neustrelitz. Das Stadtbild ist vom Grundriss immer noch klassizistisch geprägt.

Übernachtet haben wir im Hotel Schlossgarten. Zum Abendessen hatten wir einen Tisch im Fürstenhof reserviert. Das Essen war sehr gut und für die gebotene Qualität sehr preiswert.

 

Wetter: wolkig 16 Grad

Wege: Waldwege, Radwege, Landstraßen

Etappe 8: Neustrelitz – Neubrandenburg

Das Hotel war voller Radfahrer, sogar eine größere Gruppe aus Italien war dabei. Die weitere Tour führte in ständigem Auf und Ab an vielen Seen vorbei. In Blankensee gab es, gegenüber von einem Plattenbau, Bier gegen den Durst. Zum Mittagessen war es noch zu früh.

Am Wanzkaer See gab es eine sehr versteckte Badestelle, klares, tiefes (bis zu 24 m) Wasser und kein Mensch weit und breit. In Weisdin gab es einen Griechen. Preiswertes Essen und wie immer bei Griechen: sehr reichlich.

Bis nach Neubrandenburg folgten wir dem Tollensee. Neubrandenburg ist die drittgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Neubrandenburg war Bezirkshauptstadt in der DDR und entsprechend war die Infrastruktur für geplante 100.000 Einwohner geschaffen worden. Breite Ringstraßen, Hochhaussiedlungen usw. Auf dem Marktplatz wurde ein 15 Stockwerke hohes Hochhaus errichtet. Erhalten ist noch die komplette Stadtmauer und die vier Stadttore. Sehenswert ist der sozialistische Klassizismus.

Zu Abend gegessen hatte wir in der Lohmühle direkt an der Stadtmauer. Übernachtet hatten wir im Radison Blu. Es waren viele Busgruppen im Hotel. Das ehemalige Interhotel „Vier Tore“ hat 249 Zimmer und liegt direkt am Markt. Es wurde von einem Investor gekauft und soll demnächst abgerissen werden.

 

Wetter: sonnig 23 Grad

Weg: gut überwiegend Asphalt

Etappe 9: Neubrandenburg – Ueckermünde

Das Frühstück war reichlich, jedoch hatten wir schon bessere Qualität. Von den Busgruppen waren auch schon einige Gäste da. Nach sehr netter Verabschiedung kamen wir um 9 Uhr los.

Schnell hatten wir die Stadtmauern hinter uns. Die nächsten Kilometer bestimmten Plattenbauten das Bild. Dann verließen wir den Radweg der Bundesstraße und es ging wieder in die unendlichen Weiten. Die Wege wurden schlechter, es rumpelte mal wieder schön. Sogar die Schranken an der Bahn wurden nur auf Zuruf geöffnet. Nach einiger Zeit kamen wir wieder auf Asphalt. Dieser Wechsel zwischen guten und schlechten Wegen hielt die ganze Tour über durch.

Es gab keine Häuser, keine Höfe nur Felder und Wald. Der Blick wurde nur durch die hügelige Landschaft begrenzt. In Brohm sahen wir einen Wegweiser zu einem Restaurant „Gasthof Brohmer Berge“. Nach der Aufschrift hatte es geöffnet. In einem Wohngebiet war dann auch tatsächlich ein Restaurant. Es hatte auch wirklich geöffnet. Es gab ein Schweinesteak mit Würzfleisch überbacken. Hier war auch das Bier preiswert. Zum dritten Mal trafen wir zwei Radfahrer, sie fahren den gleichen Weg.

Die nächsten Kilometer ging es erst über Landstraßen, dann wieder über schlechte, holprige Wege. Die letzten 20 Kilometer führten dann abwärts in Richtung Ostsee. Leider gab es keine Einkehrmöglichkeit, so dass wir bis zum Ziel durchfahren mussten. Es gab nur heiße Apfelschorle aus der Packtasche.

Trotzdem kamen wir doch in Ueckermünde an. Wir radelten durch den Ort in Richtung Hafen, dort liegt unser Hotel, das Hafenhotel. Wir machten noch einen Rundgang vorbei am Hafen in die Stadt.

Zum Abendessen gab es Fisch und einen guten Wein vom Main. Ausgezeichnete Küche.

 

Wetter: 29 Grad sonnig

Wege: teils nicht asphaltiert, Kopfsteinpflaster, Waldwege, asphaltierte Wirtschaftswege.

Etappe 10: Ueckermünde – Bansin

Aufgrund der langen Strecke ging es schon um 7:45 Uhr los. Eine richtige Entscheidung, denn die Strecke war nicht nur lang, sondern auch – besonders auf Usedom – hügelig und mit schlechten Wegabschnitten.

Andere Radfahrer waren – wie immer – nur wenige unterwegs. Die Wege führten überwiegend ohne Asphalt durch Wälder und Felder. Am Anklamer Stadtbruch, einem Moor am Stettiner Haff, gab es einen Aussichtspunkt, an dem wir eine kurze Pause machten. Der nachfolgende Weg bis kurz vor Anklam war ein Betonplattenweg, der sich nur schwer befahren lies.

In Anklam hatten wir eine Rast geplant, fanden jedoch durch eine Baustelle in der Stadtmitte nichts. Also weiter in Richtung Usedom. In Pinnow gab es eine Erfrischung. Kurz vor der Zecheriner Brücke, die den Peenestrom überquert, war der Radweg gesperrt. Eine Fahrt auf der vielbefahrenen Bundestrasse wäre unangenehm gewesen, also fuhren wir an der Absperrung vorbei. Es war die richtige Entscheidung. Der Weg war breit, nur noch nicht mit einer Asphaltdecke versehen. An der Brücke mussten wir die Fahrbahn queren, was nur durch Anhalten des Verkehrs möglich war. Die Brücke war schnell überquert, auf der anderen Seite mussten wieder die Fahrbahn wechseln.

In der Gaststätte Peeneidyll machten wir Mittag, es gab Fisch. Weiter radelten wir dann Richtung Karnin, wo die Reste der Eisenbahnhubbrücke, die Usedom mit dem Festland verband, zu sehen sind.

Weiter ging es in Richtung Flughafen, in den Sommermonaten können von hier aus viele Ziele in Deutschland erreicht werden. Von hier radelten wir quer über die Insel nach Ahlbeck, überwiegend durch Wald und wieder mit einigen Steigungen. Endlich erreichten wir die Ausläufer von Ahlbeck. Durch einen Wald, kurz vor der Grenze zu Polen, erreichten wir die Promenade. Viele Radfahrer waren unterwegs. Vorbei an der berühmten Seebrücke, radelten wir über Heringsdorf, viele alte Villen aus der der Kaiserzeit säumten unseren Weg, bis nach Bansin dem Etappenziel.

Bansin war voll, es ist ja auch Hochsaison. Die nächsten beiden Nächte übernachteten wir im Hotel zur Post.

Vor dem Abendessen unternahmen wir noch einen Rundgang an die Promenade. Was ich noch nie erlebt hatte, hier gab es Weizenbier aus Plastikgläsern. Den Abend ließen wir im Restaurant Banzino ausklingen, am Nachbartisch saß Walter Plate, der frühere Landarzt aus der Fernsehserie.

 

Wetter: sonnig 29 Grad

Wege: schlecht, Waldwege, Plattenwege

Etappe 11: Bansin – Göhren 

Nach einem Tag Pause auf Usedom bei 34 Grad radelten wir gegen 10 Uhr los. Es hatte sich abgekühlt, die Temperatur war unter 20 Grad.

Es geht in den Nordwesten von Usedom nach Peenemünde. Gleich hinter Bansin ging es bergauf in den Wald. Es wiederholte sich das auf und ab der letzten Tage. Die Kaiserbäder lagen hinter uns, was nun kam hatte weniger Glanz, nannte sich aber, in Anlehnung an die Kaiserbäder, Bernsteinbäder. Erst einmal kilometerlange Campingplätze in direkter Strandlage.

Ab Koserow wurde es flach. In Zinnowitz wurde es richtig voll, absteigen war angesagt. Es waren Massen von Menschen unterwegs. Auch viele Radfahrer meist auf Leihrädern. Sie fuhren meist nebeneinander, ein vorbeifahren war nicht immer einfach. Wenn sie anhielten, dann natürlich mitten im Weg.

Hinter Karlshagen wurde es ruhiger. Wir aßen in einem Restaurant am Hafen zu Mittag. Bis Peenemünde waren es dann noch 5 Kilometer. Um 16:30 Uhr sollte die Fähre nach Rügen starten. An der Fähre verkündete aber ein Schild, dass die Abfahrt erst um 17 Uhr stattfinden würde.

Die Wartezeit verkürzten wir bei einem Italiener direkt am Hafen mit einem warmen Bier.

Das Schiff war gut gefüllt, auch viele andere Räder waren dabei. Bei bestem Wetter ging es dann hinaus in Richtung Rügen. Um 18:40 Uhr legten wir dann im Hafen von Gager an.

Noch 8 Kilometer bis Göhren. Wir hatten im höchsten Hotel „Hanseatic“ des Ortes gebucht. Also hieß es die letzten 1000 Meter noch einmal kräftig in die Pedalen treten. Um 19:20 Uhr waren wir dann da. Gutes Abendessen mit sehr förmlicher Bedienung. Danach sind wir noch auf dem Turm des Hotels gestiegen, um die Aussicht zu bewundern. Später ging es noch kurz in den Ort.

 

Wetter: morgens bewölkt 20 Grad, nachmittags sonnig 24 Grad.

Wege: Waldwege, Radwege, ruhige Straßen

Etappe 12: Göhren – Stralsund  

Wieder ging es früh los. Nach dem Frühstück noch schnell ein Foto vom Turm mit dem Blick auf die Bucht: atemberaubend. Zu Beginn geht es wieder steil bergab in den Ort Göhren. Vorbei am Bahnhof der Schmalspurbahn „Rasernder Roland“, radelten wir in Richtung Sellin. Hinter dem Seebad ging es bergauf in den Wald. Und genau wie auf Usedom ging es immer wieder auf und ab. Die Steigungen wurden durch Betonplatten mit Aussparungen verschärft. Hier wollte man wohl ein wegschwemmen des Weges bei Regen verhindern.

Endlich waren wir dann in Binz. Allerdings viel später als geplant. Ein Foto vom Kurhaus und ein Bier und dann geht es weiter. Die Hauptstraße erinnerte an „Malle“ oder Maspalomas. Freundlich wurden wir darauf hingewiesen, unsere Räder nicht in die Einfahrt zu stellen, die Auto-Gäste könnten sonst gestört werden. Im Übrigen ist der Pkw-Verkehr sowohl auf Usedom als auch auf Rügen ein großes Problem. Als Radfahrer konnte man manche Straßen nur queren, indem man den Verkehr durch rübergehen zum Anhalten nötigte.

Der weitere Wegverlauf entsprach einem Wanderweg, war jedoch auch nicht offiziell ausgeschildert, entstammte aber der ADFC-Radkarte von Rügen. Als wir den Ostseeradweg erreichten, wurde der Weg besser. Puttbus hatten wir zur Mittagszeit erreicht. Wir kehrten im Rosencafe ein. Freundliche Bedingung, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmte einfach nicht: Pils immer deutlich unter dem Eichstrich, das Steak war zäh und nicht Medium, wurde aber gegen ein genauso kleines Exemplar ausgetauscht. Zum Zeichen, dass es diesmal Medium war, war es durchgeschnitten. Also schnell weiter.

Oberhalb vom Puttbus erreichten wir dann den Radweg Rügen-Hamburg. Ab hier wurden die Wege besser, wenn auch nicht perfekt. Einige Kilometer führte der Radweg über die Dämme der hier nicht mehr verkehrenden Rügener Kleinbahn. In Puddemin am Hafen tranken wir noch ein Bier und dann ging es weiter zum Rügendamm. Pünktlich um 17:40 Uhr wurde die Brücke für 20 Minuten hochgefahren. Wie es kommen musste wurde die Brücke gerade geöffnet und wir musste warten. Es war aber interessant, den Schiffsverkehr zu beobachten.

Pünktlich um 17:40 Uhr konnten wir weiterfahren. Um kurz vor 18 Uhr waren wir wieder auf dem Festland an unserem Hotel Hiddenseer, das direkt am Hafen liegt.

Das Abendessen gab es auf der Terrasse direkt vor dem Hotel, natürlich gab es Fisch. Danach machten wir noch einen Rundgang durch die Altstadt.

 

Wetter: 27 Grad sonnig

Wege: überwiegend schlecht, wassergebundene Wege, Waldwege

Etappe 13: Stralsund – Gravelotte 

Unendliche Weiten, so könnte man mal wieder die Etappe beschreiben. Dieses Mal aber noch extremer. Längere Zeit – über fast 30 km – folgten wir hinter Stralsund einer ehemaligen Bahntrasse. Keine Einkehrmöglichkeit weit und breit. Im kleinen Ort Nehringen gibt es ein Jugendgästehaus. Hier gab es nur warme Getränke, die hatten wir selbst. Kurz hinter dem Ort, mit seinem sehenswerten Gutshaus und Kirche erreichten wir den Fluss Trebel. Die Trebel bildet die Grenze zwischen Vorpommern und Mecklenburg. Die Trebel wird von einer historischen Klappbrücke überspannt.

Hinter Groß Methling, führte unser Weg über einen Betonplattenweg. Durch die Transportlöcher mit Stahlösen, war er sehr schlecht befahrbar. Mit Slalomfahren ging es einigermaßen, aber nicht immer gelang es dauerhaft.

Erst nach 70 km, in Demin, machten wir bei einem Griechen Pause. Wir fanden ihn nach ein paar Runden durch die Stadt nur per Zufall, Menschen die wir fragen konnten gab es nicht.

Dann noch 15 km bis zu unserem Ziel Gravelotte am Kummerower See. Das Hotel Gravelotte hat eine traumhafte Lage direkt am See.

Das Wetter war gut, also erst einmal an den Badestrand. Abends gab es auf der Terasse des Hotels Spanferkel.

 

Wetter: sonnig 30 Grad

Wege: Bahntrassen, Waldwege, Radwege

Etappe 14: Gravelotte – Güstrow 

Bei der Abfahrt regnete es, also erst einmal abwarten. Es hörte aber nicht auf, also Regensachen raus und anziehen. Bei dem schwülen Wetter kein Vergnügen.

Unterwegs gab es wieder nur wenige Siedlungen. Viele Steigungen machten das ganze dann aber wieder abwechslungsreich. In Teterow aßen wir bei einem Inder zu Mittag. Das Essen war gut und lecker. Aus der Stadt heraus ging es erst einmal wieder bergan in Richtung Bergring einer Rennstrecke.

Am Nachmittag erreichten wir den höchsten Punkt unserer Rückfahrt in Mecklenburg mit 105 m Höhe. Es bot sich eine weite Sicht.

Vor Güstrow ging es über eine stark befahrene Bundesstraße ohne Radweg. Dann am Stadtrand wurden wir auf einen sehr schlechten Radweg geleitet. Später wurde es etwas besser. In der Nähe des Schlosses reagierten Fußgänger mit viel Unverständnis darauf, dass wir den benutzungspflichtigen, breiten Radweg benutzten. Wir sollten doch woanders fahren. Alles im Allen keine fahrradfreundliche Stadt.

Kurz vor unserem Ziel, hielten wir am Dom an. Hier ist der Höhepunkt der Ernst-Barlach-Stadt zu sehen: Der Schwebende. Ein Engel, von Ernst Barlach gestaltet, der im Dom „aufgehängt“ ist.

Übernachtet hatten wir im Altstadthotel. Zu Abend gegessen hatten wir in den Barlachstuben in der Nähe des Schlosses. Es gab gute mecklenburgische Küche.

 

Wetter: erst Regen und Gewitter, dann wolkig, abends sonnig bis 26 Grad.

Wege: Landstraßen Kopfsteinpflaster, Bundesstraße ohne Radweg, schlechte Radwege in Güstrow.

 

Etappe 15: Güstrow – Schwerin

Es ging früh los. Wegen der Hansesail in Rostock gab es schon ab 6:30 Uhr Frühstück. Wir kamen dann um 7:15 los. Am Anfang war es flach, wir radelten entlang des Bützow-Güstrow-Kanals bis Bützow. Ab hier kamen wir wieder in den Einflussbereich der Eiszeit. Es ging wieder stetig auf und ab. Ab dem Dorf Laase wurden die Wege schlecht: Kopfsteinpflaster, Sand, Steine und Geröll. Einige Kilomter weiter wurde es besser. Wir querten zweimal das Warnowtal mit dem Warnowdurchbruch. Auf der höchsten Stelle stand ein Aussichtsturm mit einem tollen Blick in das Warnowtal.

Bis zu unserer Zwischenetappe in Warin waren die Wege gut. In Warin kehrten wir in der Gaststätte „Taun Sandhaas“ ein. Hier war die Welt noch in Ordnung: Drei Gang Menü für zwei Personen mit Getränken und Trinkgeld für 41 €.

In der Mittagspause hatte ich noch einmal in die Karte geschaut, es gab eine Abkürzung und wir haben 7 Kilometer schlechte Sandwege eingespart. In Hohen Viecheln trafen wir auf den Schweriner See. Über Bad Kleinen radelten wir Richtung Schwerin. In Lübstorf gab es in einem Hotel noch ein Bier im Garten.

Bald waren wir in Schwerin. Das Hotel Weinhaus Wöhler liegt direkt in der Altstadt. Es schloss sich ein ausgedehnter Altstadtrundgang bis zum Schloss an. Am Schweriner See tranken wir ein Bier und konnten der Musik von La Traviata von einer Freilichtaufführung folgen.

Abends saßen wir im Weingarten hinter dem Hotel. Es gab das „La Traviata“ Menue: Jakobsmuscheln, Kalbsfilet und Brombeer-Tiramissou. Dazu ein guter Fankenwein: lecker.

 

Wetter: 26 Grad sonnig

Wege: gut

 

Etappe 16: Schwerin – Mölln

Nach einem guten Frühstück ging es los. Erst einmal eine ganze Zeit durch die Vororte von Schwerin. Dann ging es wieder mit auf und ab durch Mecklenburg. Diesmal Nordwestmecklenburg, wie der Landkreis heißt. Die Steigungen waren diesmal nicht so stark.

Die Landschaft war wie immer: Felder, Wälder, Landstraßen, Waldwege. In Gadebusch machten wir im historischen Bahnhof Mittagspause. Neben dem Bahnhof ist das Rathaus in der Innenstadt sehenswert. Nachmittags änderte sich die Landschaft kaum. Ein paar Seen lagen am Weg, leider gab es keine Bademöglichkeit.

Kurz vor Ratzeburg überquerten wir die Grenze nach Schleswig-Holstein. In Ratzeburg gab es ein Bier und dann radelten wir entlang des Ratzeburger Sees in Richtung Mölln. In Mölln machten wir das obligatorische Foto am Eulenspiegelbrunnen. Das Hotel Seehotel Schwanenhof liegt etwas außerhalb, direkt am Schulsee. Unsere Räder konnten wir erst nach längere Diskussion im Küchengang unterstellen, da das Hotel trotz Bett und Bike Zertifizierung keinen abschließbaren Raum für die Räder hatte.

Abendessen gab es auf der Terrasse direkt am See, mit Blick auf die Stadt Mölln.

 

Wetter: heiter 26 Grad

Wege: gut, am Ratzeburger See schlecht

Etappe 17: Mölln – Zollenspieker  

Nach dem Frühstück bekamen wir noch die Räder zurück. Wir folgten bis Lauenau dem Lübeck-Elbe-Kanal. Durch den heftigen Regen in der Nacht, war der Kanaluferweg stark aufgeweicht. Es war schwiegrig schnell voranzukommen.

An der Schleuse von Wietzeeze machten wir in der „Schiffers-Rast“ die erste Pause.

Danach radelten wir wieder auf Asphalt weiter. Lauenburg an der Elbe erreichten wir zur Mittagszeit. Direkt am Anfang der Altstadt mit schönem Blick auf die Elbe machten wir Pause im „Alten Schifferhaus“. In Lauenburg gab es nur Kopfsteinpflaster.

Darauf schlossen sich extrem steile Wege im Wald oberhalb der Elbe an. Diese zogen sich sehr lange bis Tespehude hin. Dann ging es besser, jedoch war die Ortsdurchfahrt durch Geesthacht mit sehr viel Straßenverkehr verbunden.  Nachdem wir die Grenze nach Hamburg erreicht hatten, ging es besser. Hier geht es noch ländlich zu, nichts ist von der Großstadt zu ahnen. Der Radweg führte bis fast zu unserm Ziel, über den ehemaligen Damm der Vierländer Bahn.

Das Hotel Zollenspieker Fährhaus hatte direkten Elbblick. Abendessen gab es auch draussen auf der Terrasse mit Blick auf die Elbe.

 

Wetter: morgens bewölkt, nachmittags sonnig 26 Grad

Wege: schlecht, wassergebundene Decken, Waldwege, Kopfsteinpflaster

Etappe 18: Hamburg – Winsen (Aller) 

Direkt vom Hotel starteten wir mit der Fähre Zollenspieker auf die andere Seite der Elbe. Endlich wieder gute Wege. Glatter Asphalt. Trotzdem brach bei meiner Rad mal wieder eine Speiche. Gerade im Winter wurde das Hinterrad kostenlos von Patria neu eingespeicht. Keine Radreise ohne Speichenbruch also.

Nach der Mittagspause im Heidelandhaus Döhle unweit des Wilseder Bergs, bekam das Hinterrad eine neue Speiche. Das Laufrad lief danach wieder einigermaßen rund.

In Bispingen hatten wir wieder den Weg der Hinfahrt erreicht. Über Bergen erreichten wir dann Winsen (Aller). Vorher gab es in Wietzendorf noch einmal eine kurze Pause.

Gegen 17:15 waren wir wieder im Jann-Hinsch-Hof. Abendessen gab es wie immer reichlich. Die Nacht war diesmal sehr ruhig.

 

Wetter: 22 Grad bewölkt.

Wege: Radwege, ruhige Straßen

Etappe 19: Winsen (Aller) – Langenhagen 

Der letzte Tag unserer Radreise ist angebrochen. Zum zweiten Mal verabschieden wir uns im Jann-Hinsch-Hof. Bis Hameln sind es noch 95 Kilometer. Wir hatten aber am Vorabend schon entschieden, mit der S-Bahn von Langenhagen das letzte Stück durch Hannover nach Hameln zu überbrücken. Also lagen nur 40 Kilometer vor uns.

Der Weg ist mit dem Hinweg identisch. Über Wietzen und Fuhrhop. Die Wege durch die südlichen Ausläufer der Heide sahen wir heute mit anderen Augen. So schlecht sind sie gar nicht.

Im Waldkater kehrten wir wieder ein. Nach Essen und Trinken draußen im Biergarten, erreichten wir vor 14 Uhr den S-Bahnhof Langenhagen-Pferdemarkt. Um 14:10 Uhr fuhr die S5, eine Stunde später waren wir wieder in Hameln.

 

Wetter: 27 Grad sonnig

Wege: asphaltierte Wirtschaftswege, unbefestigte Waldwege

Fazit

Mecklenburg-Vorpommern hatten wir das erste Mal unter den Rädern. Es war eine gute Erfahrung. Viel Neues haben wir gesehen. Insbesondere neue Landschaftsformen, die durch die Eiszeit geprägt wurden. Fürs Radfahren bedeutete das jedoch, das wir auf 1500 km über 8000 m bergauf gefahren sind. Im Frühjahr im Sauerland waren es viel weniger. Auf dem Weg lagen viele Seen, interessante Städte und Dörfer. Auch die beiden Inseln Usedom und Rügen hatten ihren Reiz.

Wer jedoch gute, flache Wege erwartet ist hier fehl am Platz. Die Strecke lässt sich aber gut bewältigen. Viele Radfahrer sind nicht unterwegs. Voll ist es nur direkt an der Küste.

 

Literatur

Schlagworte: , , , , ,

5 Kommentare auf "Mecklenburg-Vorpommern, Seen und Eiszeit"

  1. Ilka Wilczek sagt:

    Ein sehr ausführlicher, wunderbarer Bericht! Und da ich aus dem tiefsten Mecklenburg stamme (Nordspitze Schweriner See, da, wo die schlechten Sandwege durch den Wald gehen…), hab ich die ganze Reise mit großem Interesse gelesen. Vielen Dank! Auch für die kulinarischen Tipps…

    Ilka

  2. dagmar arndt sagt:

    hallo, ein ganz toller bericht, vieles habe ich wiedererkannt, war zu ddr-zeiten viel auf usedom und in
    meck.-pom. ich war richtig neidisch, aber nächste woche fahr ich nochmal an den bodensee und 2016 will ich den elberadweg ab dresden radeln. einen schönen radelherbst wünsche ich euch, tschüß bis zum nächsten mal dagmar

  3. Wieviel km waren es denn pro Tag ungefähr? Danke für den Bericht, MeckPom ist mit Sicherheit ein schönes Ziel, ein paar stilistische Fehler sind im Bericht drinnen (passiert aber, wenn man abends noch schreibt, wiel man nicht mehr so konzentriert ist).
    Und was waren so die ungefähren Kosten der Tour?
    Ist natürlich gut, wenn man bei Regen nicht zelten muß. Geht aber nur, wenn man es sich leisten kann.

    • MT sagt:

      …Das ist dann so. Ich schreibe den Blog immer abends nach den Etappen, erst mit Word auf dem Ipad, dann werden sie später in den Blog eingebaut. ich denke aber, dass sich die „stilistischen Fehler“ in Grenzen halten.
      Wir fahren Etappen zwischen 80 und 100 km. Teilweise auch weniger. Das ist immer vom Zwischenziel abhängig.
      Die Kosten sind verhältnismäßig hoch und sind wohl höher als bei einer Pauschalreise vergleichbarer Länge. Die Hotels sind ja angegeben…

  4. Ronny sagt:

    Hallo.
    Gefällt mir sehr der Bericht, auch da er mich an unsere Meck-Pom-Tour in 2011 erinnert. Wir sind den Hamburg-Rügen-Radweg querdurch geradelt.
    Die Erfahrungen waren die gleichen wie bei Euch was Landschaft und Wegebeschaffenheit angeht.
    Die Höhenmeter waren enorm und es gibt wirklich keinen Unterschied, ob man nun in Meck-Pom, Schleswig-Holstein oder im Allgäu radelt, in S-H (einmal rum) haben wir mehr Höhenmeter als auf dem Bodensee-Königssee-Radweg überwinden müssen.
    Gruß
    Ronny

Schreibe einen Kommentar