Ins Tal der Örtze

20. April 2014 | Von | Kategorie: Mehrtagestouren

Dieses Jahr liegt Ostern sehr spät. Eine gute Gelegenheit die erste größere Radtour des Jahres zu unternehmen. Ziel ist das Örtzetal, nördlich von Winsen (Aller). Quartier ist für zwei Tage das Hotel Jann Hinschhof in Winsen (Aller).

Karfreitag geht es von Hameln mit der Weserbahn bis nach Nordstemmen ins Leinetal. Von hier entlang der Leine bis nach Hannover von dort weiter nach Norden über Langenhagen bis Winsen (Aller). Am zweiten Tag radeln wir Richtung Norden ins Örtzetal. Geplant sind Besuche auf dem Wietzer Berg und der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Am letzten Tag geht es über Celle zurück nach Langenhagen.

Etappe 1: Nordstemmen – Hannover – Winsen (Aller)

Um 8:28 Uhr ging es von Hameln mit der Nordwestbahn nach Nordstemmen. Die pflichtbewusste Zugbegleiterin machte uns darauf aufmerksam in Zukunft die Packtaschen vor dem Einsteigen abzunehmen. „Es sind hier immer viele Radfahrer unterwegs.“ Wir waren aber die einzigen bis Nordstemmen.

Ab Nordstemmen folgten wir dem Leine-Radweg bis Hannover. Bis auf ein neues Stück entlang einer Straße in Pattensen, das vor zwei Jahren neu gemacht wurde waren alle Wege sehr schlecht. Es ging durch die Leineauen bis zum Maschsee in Hannover. Die Wege waren zum Teil unbefestigt. Immer wieder folgten wir der Leine bis wir auf den Maschsee in Hannover stießen. Der in den 30 er Jähren gebaute künstliche See ist ein beliebtes Naherholungsgebiet der Landeshauptstadt.

Nach dem Maschsee radelten wir direkt durch Hannover: Neues Rathaus, Ägidientorplatz. Schnell haben wir die Eilenriede erreicht. Die Eilenriede ist die grüne Lunge von Hannover. Im Biergarten Lister Turm wollten wir einkehren. Wegen des Wetters hatte er geschlossen und wir haben beim Griechen der den Biergarten betreibt gegessen. Sehr gutes Preis-/Leistungsverhälnis und große Portionen.

Durch ruhige Wohnstraßen ging es weiter nach Norden. Bald ließen wir Hannover hinter uns und weiter ging es durch Langenhagen. Nördlich von Langenhagen ging es zum Teil auf rumpeligen Waldwegen. Nur ab und zu war der Wegbelag aus Asphalt. Teilweise waren die Wege so sandig, dass das Fahren schwer fiel. Nach einem kurzen Stück stark befahrener Bundesstraße sollte nach Links ein für Fahrräder geeigneter Weg abzweigen. Den Weg gab es aber gar nicht. Also weiter Bundesstraße und dann eine weitere Fahrstraße nach Winsen (Aller). Ab Ovelgönne gab es wieder einen Radweg entlang der Straße. Vor Winsen radelten wir über einen schönen Radweg entlang eines Feldweges. Noch ein kurzes Stück durch Winsen und wir haben unser Ziel den Jann Hinsch Hof erreicht .

Freundliche Begrüßung, die Räder sind gut untergebracht. Erst mal ein Bier in der Kutscherstube. Das Abendessen – es gab Spargel – und der Wein waren vorzüglich. Es geht früh ins Bett, es waren die erste 80 km Tour des Jahres.

Etappe 2: Winsen (Aller) – Hermannsburg – Müden (Örtze) – Wietzer Berg – Bergen-Belsen – Winsen (Aller)

Das Frühstück im Hotel bestach durch seine hohe Qualität. Gegen 9:30 ging es dann los. Wir folgten dem Lauf er Örtze Richtung Norden. Immer wieder wurde der Blick frei auf den Fluss. Der Weg führte über Waldwege meist mit separatem Radweg neben der sandigen Fahrspur.

Die Örtze wurde bis Anfang des letzten Jahrhunderts zum Flößen genutzt. Mit dem Bau der Eisenbahn wurde dieser Transportweg immer unattraktiver, so dass das Flößen auf der Örtze schließlich eingestellt wurde.

In Müden – der Ort bezeichnet sich als Perle der Südheide – kehrten wir im Gasthaus Heidesee ein. Es gab Heidschnucken Knipp. Wir saßen draußen im Garten mit Blick auf den See. Von Müden aus radelten wir zum Wietzer Berg. Aufgrund der Sandwege mussten wir die Räder auf den 102 m hohen Berg schieben. Oben steht ein Löhnsdenkmal. Der Blick geht hinunter ins Örtzetal.

Der weitere Weg ging über holprige Wege bis zum nächsten Etappenziel, dem siebenarmigen Wegweiser. Dieser war jedoch sehr enttäuschend. Er steht genau an einer Kreuzung von mehreren Wegen und zwei breiten Betonpisten des Truppenübungsplatzes.

Weiter ging es in Richtung Bergen. Hinter Bergen folgenden wir der Straße auf separatem Radweg. In Belsen kamen wir an einigen Kasernen vorbei. Bald erreichten wir die Gedenkstätte Bergen-Belsen. Im zugehörigen Dokumentationszentrum wird die Entwicklung und Geschichte des Konzentrationslagers und Kriegsgefangenenlagers erläutert. Danach folgte ein Rundgang über das Gelände, das mit seinen vielen Massengräbern und dem erlangten Wissen aus der Ausstellung sehr erschütternd war.

Noch knapp 8 km an der Straße entlang und wir waren wieder im Jann Hinsch Hof. Zuerst ein Bier im Biergarten und dann ein tolles Spargelmenü mit Heidschnuckenrücken rundeten den Abend ab.

Etappe 3: Winsen (Aller) – Celle – Nienhagen – Otze – Langenhagen

Heute ging es direkt nach dem Frühstück um 9:00 Uhr los. Über den Allerradweg radelten wir bei bestem Wetter Richtung Celle. Vom Radweg aus ist immer wieder die Aller zusehen, die hier schon sehr breit ist. kurz vor Celle geht es durch Wald. Bald erreichen wir die Celler Neustadt und dann die Altstadt, die – obwohl sehr sehenswert – wir schnell durchqueren, da wir bei unserer letzten Heidetour eine Besichtigung gemacht hatten.

Von Celle aus radelten wir Richtung Südosten über die ehemalige Bahnstrecke nach Gifhorn bis Nienhagen. In Otze kehrten wir beim Griechen Parga ein. weiter ging es Richtung Langenhage, teilweise über schlechtes holpriges Kopfsteinpflaster. An den Straßen grüßte uns wie so oft das Schild“Radwegschäden“.  Am Parksee Lohne gab es noch eine kurze Rast im Biergarten des Seesterns. Der See ist nicht weit der A7. Die Geräuschkulisse ist unüberhörbar. Wie man hier auf dem Campingplatz ausspannen kann, entzieht sich meiner Vorstellung. Noch gute 10 Kilometer bis Langenhagen, die nächste Bahn für in 30 Minuten also ran.. kurz vor Abfahrt der S-Bahn nach Hameln waren wir am Bahnhof Langenhagen-Pferdemarkt.

Zusammenfassend weisst die Region Hannover die schlechten Radwege auf, die wir bisher in Niedersachsen erlebt hatten. Das Schild „Radwegschäden“ ist auch hier wie in fast ganz Niedersachsen obligatorisch. Auch im Landkreis Celle ist es nicht viel besser. So schnell sieht uns die Gegend – trotz der schönen Landschaft –  nicht wieder. Das schöne Hotel und das gute Essen haben uns aber ein wenig entschädigt.

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