An Weser und Leine nach Einbeck

17. Mai 2015 | Von | Kategorie: Mehrtagestouren

Wieder Einbeck? Schon das dritte Mal fahren wir dort mit unseren Rädern hin. Was ist das besondere an dieser Stadt? Oder ist es eine besondere Strecke? Zugegeben, Einbeck ist eine wunderschöne Fachwerkstadt, die Strecke über Weserradweg, Europaradweg R1 und Leineradweg hat auch einiges an Landschaft zu bieten. Das eigentliche Ziel ist aber das Hotel „Der Schwan“ mit seiner hervorragenden Küche. Bereits frühzeitig hatten wir reserviert und zum Glück war das Wetter gut, so dass auch daher die Bedingungen stimmten.

 

Erster Tag: Hameln – Holzminden – Einbeck

100 km sollte der Hinweg lang sein, die Fahrt auf dem Weserradweg ging flott voran. Immer wieder kamen uns Gruppen entgegen, die das Himmelfahrtwochenende für eine Tour an der Weser nutzten. Wie immer ist die Richtung der meisten Gruppen von Süd nach Nord, genau wie es in den zahlreichen Radwanderführern beschrieben ist.

Wir sind früh los, denn Mittagspause war erst im 56 km entfernten Holzminden geplant. Unterwegs waren ein paar Schnapsleichen von der Vatertagstour übergeblieben, mit oder ohne Zelt lagerten sie am Wegrand. Im Gegensatz zu den anderen Jahren waren allerdings Glasscherben auf dem Weg die Ausnahme.

Beim Campingplatz Grohnder Fährhaus, hatte sich bis auf eine neue Schranke an der Zufahrt, wenig getan. Immer noch war das große Schild „Biergarten geschlossen“ angebracht. Das ist nun schon die zweiten Saison. Nur die Tische und Bänke im Biergarten waren entfernt. Das scheint eine unendliche Geschichte zu werden…Schade.

Bodenwerder bot – wie immer – das selbe idyllische Bild. Ein Schiff der Flotte Weser wartete auf seine Abfahrt. Das Hotel, das nie fertig gestellt wurde, wartet immer noch auf den Weiterbau. Am Campingplatz Himmelpforten, kurz hinter Bodenwerder, hatte die Inflation zugeschlagen, dass früher so preiswerte Weizenbier wurde von 2,90 € auf 3,30 € erhöht. Trotzdem gönnten wir uns hier ein erstes Bier.

In Reileifzen waren zusätzlich zu Tischen und Stühlen an der Weser Strandkörbe aufgestellt. Getränke und Speisen gab es immer noch aus einem Bierwagen. Wir fuhren aber weiter. In Polle an der Fähre war wie immer viel los. Unzählige Motorradfahrer wollten hier die Weser queren. Auch die Fähre ließen wir rechts liegen und radelten weiter nach Süden. In Forst hatte der Gasthof seine Pforten geschlossen, auch hier waren Tische und Stühle abgeräumt. Noch 7 km bis Holzminden.

Wir steuerten wie immer das türkische Restaurant auf dem Marktplatz an. Es war – weil Freitag – heute kein Markt, so dass mehr Platz für Tische und Stühle war. Mit seinen beschnittenen Platanen und dem Brunnen hat der rechteckige große Platz schon ein besonders Flair.

Nach dem Essen gelangten wir schnell, über Allersheim mit seiner Brauerei, nach Bevern. Schloss Bevern ließen wir diesmal links liegen und radelten jetzt stetig bergauf. Auf der rechten Seite ist die Hochfläche des Solling, dem größten Waldgebiet in Niedersachsen zu sehen. Bis Stadtoldendorf folgten wir Radwegen und ruhigen Nebenstraßen, dann ging es ohne Radweg auf zuerst vielbefahrenen Straßen weiter.

Später wurde der Verkehr wieder ruhiger. In Wangelstedt genau an der Hauptstraße ist ein neues Hofcafe entstanden. Vor zwei Jahren gab es hier noch nichts. Eine Wandergruppe mit viel Gepäck saß draußen an einem Tisch. Normalerweise hat das Café nur sonntags geöffnet, aber der Besitzer hatte aufgemacht und servierte Getränke. Es gab Bier aus Allersheim, an der Brauerei sind wir vorbei gefahren.

Auf der weiteren Fahrt bestimmten die hügelige Landschaft und Rappsfelder das Bild. Wir hatten nun den Landkreis Nordheim erreicht. Über ruhige Straßen und Radwege radelten wir weiter, es ging wieder bergab. Über Markoldendorf gelangten wir zur Juliusmühle dem ersten Ausläufer der Stadt Einbeck. Eine weitere Einkehr sparten wir uns und radelten weiter in Richtung Einbeck, dass wir dann schnell erreichen sollten. Knappe 100 km zeigte das GPS.

Im Hotel „Der Schwan“ wurden wir wie immer herzlich von Frau Wicke begrüßt. Sie überredete uns, zum Abendessen das Überraschungsmenu zu nehmen. Ihrer Empfehlung folgten wir gern. Nachher hatten wir – bis zum Abendessen – noch Zeit für einen kleinen Altstadtbummel und ein Getränk auf dem Markt. Bei dem guten Wetter waren die Stühle der vielen Cafés und Restaurants auf dem Markplatz gut besetzt.

Zum Abendessen gab es wie immer hervorragende Küche: Trüffel, Eichelschwein, Spargel, dazu ein guter Wein.

Wetter: Sonnig 17 Grad

Strecke: 99 km. Weserradweg, Landstraßen nur teilweise mit Radwegen, asphaltierte Wirtschaftswege

 

Zweiter Tag: Einbeck – Alfeld – Gronau (Leine) – Hameln

Der Rückweg führt uns durch das Leinetal. Ab Einbeck noch bis ins Leinetal folgten wir dem Europaradweg R1. Hier ist seit dem letzten Mal der Radweg komplett fertig gestellt worden. Überhaupt ist an der folgenden Strecke in den letzten Jahren viel zur Attraktivitätssteigerung unternommen worden. Die Wegführung folgt jetzt mehr dem Flusslauf der Leine, meist parallel zur Bahnstrecke. Einige starke Steigungen wurden dadurch entschärft.

Bis Gronau (Leine) folgten wir, meist auf gut ausgebauten Wegen, dem Leine-Heide-Radweg. Die sehenswerte Altstadt von Alfeld und das UNESCO Weltkulturerbe „Fagus-Werk“ besuchten wir dieses mal nicht. Wer die Strecke zum ersten Mal fährt, sollte sich beides jedoch unbedingt ansehen.

Weiter ging es wie im Märchen: Die „Sieben Berge“ begrenzten jetzt in Richtung Osten das Leinetal. Genau sieben Berge zwischen Brüggen und Alfeld. Es könnten die aus dem Märchen der Brüder Grimm sein, so wird vermutet.

Auf der weiteren Fahrt trafen wir auch auf einige Gruppen, die auch mit Gepäck und Rad unterwegs waren. Jedoch bei weitem nicht so viele wie an der Weser. Bei Brüggen führt der Weg am sehenswerten Schloss Brüggen vorbei, das jedoch nicht besichtigt werden kann. Durch das große Tor konnte ich jedoch ein Foto von der großen Anlage machen.

In Gronau kehrten wir im Eichsfelder Hof ein: gute und preiswerte Küche. Als Abschluss gab es einen Kräuter den Lockstedter, der hier in Gronau hergestellt wird. Im Laufe des Vormittages kamen immer wieder ein paar Regentropfen herunter. Über Mittag wurde es noch wolkiger und Westwind kam auf. Auch wir radelten jetzt Richtung Westen. Hinter Banteln wurde es gespenstisch: Auf den gut ausgebauten Straßen waren keine Fahrzeuge unterwegs, in den folgenden Orten waren keine Menschen zu sehen. Hinter Ahrensfelde fing es dann richtig zu regnen an.

Immer wieder folgten leichtere aber längere Regeschauer, leider auch mit viel Wind.

In Coppenbrügge mussten wir den letzten Berg zum Felsenkeller erklimmen. Dieser hatte es mal wieder in sich. Die letzten Kilometer bis Hameln-Afferde sind wir dann über den Seitenstreifen der B1 gefahren. Ab Afferde ging es durch die Stadt. Nach guten 80 km waren wir dann wieder zurück am Ausgangsort.

Wetter: morgens heiter, vormittags stark bewölkt, nachmittags leichter Regen und windig 16 Grad.

Strecke: 84 km. Radwege an Straßen, asphaltierte Wirtschaftswege, Wege mit wassergebundener Decke, Landstraßen, Seitenstreifen Bundesstraße

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3 Kommentare auf "An Weser und Leine nach Einbeck"

  1. Thomas sagt:

    Hallo!

    Ein wirklich toller und ausführlicher Atikel! Wer auch an Polle vorbeikommt, dem kann ich als Nachtquartier den Campingplatz direkt an der Weser empfehlen! Wir haben dort letztes Jahr ein Wochenende verbracht. Wer Interesse hat, kann sich gerne unseren Bericht dazu durchlesen: http://www.einfachrausgehen.de/campen-an-der-weser/

    LG Thomas

  2. Ronny sagt:

    Hallo.
    Wir kommen gerade von unserer großen Deutschland-Radtour 2016 zurück und haben während dieser Tour durch Zufall den Radweg Berlin-Hameln entdeckt, den wir bis vorgestern nicht kannten. Beim suchen im Netz nach Informationen zu diesem Radweg sind wir auf Deine Seite gestoßen.
    Sehr tolle und interessante Reiseberichte hast Du hier veröffentlicht. In vielen Punkten haben wir die selben Erfahrungen gemacht. Wir sind dieses Jahr von den Mainquellen entlang von Main, Rhein, Lahn, Eder, Diemel, Weser, Europa 1, RzK, BHR und Mittellandkanal nach Hannover zurück geradelt.
    Die von Dir erwähnten Steigungen nach Bad Gandersheim haben wir bewußt vermieden (wir hatten schon 8.000 Höhenmeter hinter uns) und sind über RzK quer durchs Land zum Mittellandkanal geradelt. Dadurch haben wir dann auch zum ersten mal den BH-Radweg kennengelernt und in unsere Planungsliste für die nächsten Jahre aufgenommen.
    Gruß
    Ronny & Marion

    • MT sagt:

      Dann wünsche ich Euch viel Spaß auf den weiteren Touren. Wir sind gerade vom Werratalradweg zurück. Ein Bericht folgt die nächsten Tage.

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